Der Sommer 2026 mit den vielen Hitzetagen und wenig Regen hat viele Gärtnerinnen und Gärtner an ihre Grenzen gebracht. Trotz regelmäßigen Gießens und den üblichen Pflegarbeiten konnten sich verschiedene Pflanzenarten beziehungsweise einzelne Sorten nicht wie gewohnt entwickeln. So schießen Salate bei Hitze und Trockenheit viel zu schnell, Gurken können bitter werden und die Kohlpflanzen für die Herbst- und Winterernte stellen quasi das Wachstum ein. Viele Arten erzeugen auch kein gut ausgebildetes Saatgut mehr.

Tomaten, Paprika und Chili

Bei sehr hohen Temperaturen über 30°C kann sich der Stoffwechsel der Tomatenpflanzen verändern. Die übliche Bildung des Farbstoffs Lycopin wir heruntergefahren und bereits in der Frucht vorhandenen Fruchtsäuren bleiben konzentrierter. Die Folge ist, dass die Tomaten teilweise nicht vollständig ausreifen, hellgelbe Stellen an den Früchten verbleiben und die Tomaten durch die nicht abgebaute Fruchtsäure säuerlich schmecken. Interessanterweise reagieren jedoch nicht alle Sorten gleich. Während einige Tomatensorten sehr sauer geblieben sind, waren einige Sorten dagegen zuckersüß, wie beispielsweise Orange Russian, die im Gewächshaus eigentlich noch mehr unter der Hitze zu leiden hatte.

Paprika Neusiedler Ideal

Paprika Neusiedler Ideal

Paprika und Chili haben die Hitze größtenteils sehr gut vertragen und bei ausreichender Wasserversorgung viele Früchte mit ausgeprägter Süße hervorgebracht. Die besonders süßen Früchte und der gute Ertrag der Paprika Neusiedler Ideal, die wir heuer zum ersten Mal anbauten, haben uns dabei sehr positiv überrascht. Lediglich die Rocotos haben in der vollen Sonne teilweise mit Verbrennungen auf den Blättern und verzögertem Blütenansatz reagiert. Wir werden diese Chilis künftig eher halbsonnig zu stellen.

Bohnen

Auch unsere Bohnen haben Sortenabhängig unterschiedlich reagiert. Wie zu erwarten, haben die Feuerbohnen durch den Hitzestress und die Trockenheit nur einzelne Hülsen angesetzt. Auch bei den anderen Stangenbohnen, sprich den hochwachsenden Gartenbohnen gab es Unterschiede. Wie bereits in anderen Jahren haben sich die Kipflerbohnen recht trockenheitsresistent erwiesen. Einige andere Sorten reagierten dagegen mit einem verzögerten Fruchtansatz. Überraschenderweise völlig unbeeindruckt von den vorherrschenden Wetterbedingungen stand Tönnes Riesen im Beet. Die ohnehin frühzeitige Sorte hat ab Juni Unmengen gut ausgebildeter Hülsen produziert. Jetzt, zum Ende des Augusts haben wir bereits mehrere Körbe ausgereifte Hülsen für die Trockenbohnen ernten können.

Kipflerbohne Gelbe aus Österreich

Kipflerbohne Gelbe aus Österreich

Zu unserem Vergleichsanbau von Buschbohnen auf dem Acker berichteten wir bereits in unserem Beitrag Buschbohnenanbau unter Klimadruck.

TRockenkünstler im Kräuter- und Blumengarten

Einige Pflanzen haben sich unter dem diesjährigen Wetterextrem als besonders robust und Trockenheitsverträglich gezeigt. Dazu zählt die Barbarakresse, die im Frühjahr eine gute Blatt- und in der Folge eine ebenso gute Saatguternte eingebracht hat. Pimpinelle oder Kleiner Wiesenknopf stand auch bei größter Trockenheit den ganzen Sommer über saftig grün im Beet, als andere Pflanzen rundum bereits braun und teilweise abgestorben waren. Die für ihre Trockenheitsverträglichkeit bekannten Kräuter wie Dost, Steinquendel und die großblumige Königskerze haben wunderbar geblüht und Nahrung für unzählige Insekten und Schmetterlinge geboten.

im August und September nochmal Säen und pflanzen

Die größte Hitze dürfte nun vorbei sein und zumindest hier bei uns hat es in den letzten Tagen glücklicherweise ausgiebig geregnet, sodass es an der Zeit ist nochmal zu säen und zu pflanzen. Zum einen Gemüse und Salate für die Winterernte und den Überwinterungsanbau. Zum anderen ist im Spätsommer und Herbst die richtige Zeit, um viele Wildblumen und Wildkräuter zu säen um sie dauerhaft im Garten anzusiedeln. Als Fazit aus diesem und den vergangenen Jahren hat sich schließlich wieder gezeigt, wie wichtig es ist den Garten durch die Auswahl robuster Pflanzen und vielfältiger Sorten anpassungsfähiger zu gestalten.

Wir bewirtschaften unseren Garten naturnah und nach Prinzipien der Permakultur mit vielfältigen (Wild-)Pflanzen und samenfesten Gemüsesorten, sodass sich der Garten in all den Jahren als recht klimaresilent erwiesen hat. Viele Tipps dazu gibt es in Annette Holländers Buch „Garten im Klimawandel – Besser gärtnern mit Permakultur“. Eine große Auswahl an samenfestem Saatgut für Gemüse, Blumen und Kräuter findet ihr im Garten des Lebens Saatgutshop. Darunter viele bewährte Sorten aus unserer eigenen Saatgutproduktion.


Insektenweiden aus einjährigen Blumen, Kräutern und Wildpflanzen lassen sich einfach ansäen. Ringelblume, Borretsch, Phacelia und Co. keimen in der Regel schnell und zuverlässig. Auf einem humosen und nicht zu nährstoffarmen Boden wächst in kurzer Zeit ein hübsches Blütenmeer in dem es surrt und schwirrt.

Nützlinge wie Schwebfliege und Florfliege, deren Larven Unmengen von Blattläusen, Milben und anderen Schadinsekten vertilgen, finden an den Blüten Nahrung in Form von Nektar und Pollen. Ebenso besuchen unzählige Bestäuberinsekten, die wir dringend zur Befruchtung von Obst und Gemüse benötigen, die unterschiedlichen Blüten. Honigbienen, Hummeln und verschiedene Wildbienen finden dort bis in den Herbst hinein Nahrung. Einige Blumen sind zusätzlich besonders beliebt bei Schmetterlingen.

Borretsch und Rosa Schüttmohn aus Selbstaussaat

Borretsch und Rosa Schüttmohn aus Selbstaussaat

Mehr als eine Biene in der Mohnblüte

Mehr als eine Biene in der Mohnblüte

Hummel an Phacelia

Hummel an Phacelia

Das Schöne daran ist außerdem, dass sich viele dieser Blühpflanzen einfach selbst versamen. Das bedeutet, dass nur eine einmalige Saat erfolgen muss und viele Arten jedes Jahr wieder kommen. Vorausgesetzt man lässt an einigen Pflanzen die Samen ausreifen. Wer mag, kann auch ohne großen Aufwand Saatgut ernten und im Folgejahr kontrolliert aussäen.

TIPP: Manche dieser Pflanzen neigen dazu sich recht intensiv zu versamen. Wenn zu viele Keimlinge von alleine wieder aufgehen, können die Jungpflanzen mit einer Unkrauthacke gejätet werden. Die Pflanzenreste bleiben als Mulch, der von den Bodentierchen wieder in nährstoffreiche Erde umgewandelt wird, auf den Beeten liegen.

Wilde Kornblumen eignen sich als Beetabgrenzung im Gemüsegarten

Wilde Kornblumen eignen sich als Beetabgrenzung im Gemüsegarten

Schwebfliegen besuchen die wilde Kornblume

Honigbienen, Wildbienen und Schwebfliegen besuchen die wilde Kornblume

Die folgenden Blühpflanzen eigenen sich nach unserer Erfahrung besonders gut für einjährige Insektenweiden. Von den meisten Arten bieten wir Samen bei uns im Online-Shop an. Im Shop gibt es außerdem detaillierte Beschreibungen zum Nachlesen.

Borretsch >
Cosmea, rosa und weiß
Cosmea, orange >
Mohn, dunkelrosa und ungefüllt >
Phacelia Bienenfreund >
Ringelblume >
Sonnenblume >
Wilde Kornblume >
Zinnie
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Die geruhsamere Zeit „zwischen den Jahren“ möchten wir wie immer
nutzen
um allen unseren Kunden, Freunden und Partnern für ihre Treue
und für ihre Unterstützung zu danken.

Wir wünschen Euch allen friedvolle und gesegnete Festtage
mit den besten Wünschen für das neue Jahr.

Gleichzeitig freuen wir uns eine Auswahl an neuen Gemüsesorten aus unserem samenfestem Saatgutsortiment vorzustellen, die uns begeistert haben.
Ebenso neue Sorten an Kräutern und Wildblumen die eine tolle und wichtige
Bereicherung für jeden naturnahen Garten darstellen.

Wie jedes Jahr hatten wir auch 2024 verschiedene neue Gemüsesorten bei uns im Anbau und in der Vermehrung. Von überzeugenden Sorten haben wir bereits Saatgut gewonnen, andere vielversprechende Sorten kommen 2025 in die nächste Anbaurunde.
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Saatgut gibt es von vier neuen samenfesten Tomatensorten, die wir dauerhaft in unser Sortiment aufnehmen wollen:

Fleischtomate „Große Wiener Stummerer“ –  eine alte Wiener Gärtnersorte mit einem ganz besonders feinem Geschmack. Mittelgroße, rote und flachrunde Fleischtomate für den Anbau vorrangig im Gewächshaus.
Flaschentomate „Black Icicle“ – eine robuste, dunkle Flaschentomaten mit gutem Geschmack und enormen Ertrag für die Kultur im überdachten Freiland, an einer sonnigen Hauswand oder im Gewächshaus. Lässt sich unter anderem zu einer sensationell guten Tomatensoße verarbeiten.
Cherry-Tomate „Goldita“ – eine orangefarbene Cocktail-Tomate, gut geeignet für den Anbau im Topf an einer sonnigen Hauswand. Süßer und fruchtiger Geschmack, der zum Naschen einlädt bei hohem Ertrag und guter Pflanzengesundheit.
Eiertomate „De Berao Gelb“ – eine gelbe Eiertomate deren rote Schwester wir schon seit Jahren im Anbau und in der Vermehrung haben. Die gelbe Variante hat durch Geschmack und Freilandeignung besonders überzeugt. Trotz des vielen Regens kein einziger Platzer an den Früchten und ein langer Ertrag bis in den Herbst.

Auch einige neue samenfeste Paprika- und Chilisorten haben es ins Sortiment geschafft. Besonders erwähnenswert sind die gelbe Spitzpaprika „Golden Treasure“ mit ihren langen und süßen Früchten bei überreichem Behang sowie Chili „Aji Charapita“, der aktuell als das teuerste Gewürz der Welt gehandelt wird.

Ein besonderes Augenmerk haben wir außerdem auf Samen von verschiedenen Insektenweiden, Blumen und Wildpflanzen gelegt. Nur ein Teil der angebotenen Sorten stammt aus unserer eigenen Saatgutgewinnung. Da viele Wildpflanzen, die für Insekten besonders wichtig sind in der Natur nach wie vor immer seltener werden, haben wir aus verschiedenen Herkünften entsprechendes Saatgut zugekauft. Im naturnahen Garten können damit Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und Insekten geschaffen sowie Bestäuberinsekten und Gegenspieler zu Schadinsekten an Obst und Gemüse angesiedelt werden. Viele dieser Blumen und Wildpflanzen können wichtige Mischkulturpartner im Gemüsegarten sein.

Neben einzelnen Wildblumenarten wie der Wilden Kornblume oder der Wiesenmargarite sind auch neue Saatgutmischungen und Gartenkräuter erhältlich. Es lohnt sich durch die Rubriken Samen von Blumen, Wildpflanzen und Insektenweiden und Samen von Kräutern und essbare Blüten zu stöbern.

Unser gesamtes Angebot finden Sie unter www.garten-des-lebens.de/shop

 


Im letzten Frühling haben wir einen Beitrag zu Wildkräutern und insbesondere eine Portrait des Giersch veröffentlicht. Der folgende Film bietet nicht nur weiteres Heilpflanzenwissen zum Giersch, sondern veranschaulicht auch die sichere Identifizierung der Pflanze bei Wildsammlung.

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Giersch im Staudenbeet

Im Garten kann man sich mit Giersch nicht nur durch seine gesunden Inhaltsstoffe anfreunden, sondern auch seine Blüten sind durchaus reizvoll. Im Staudenbeet ist Giersch meist nicht willkommen. Dabei können die filigranen weißen Dolden ein wunderhübsches Bild abgeben, solange man ein Stück Wildnis erlaubt.


Essbare einheimische Wiesen- und Wildkräuter für den naturnahen Garten
Unsere einheimischen Wildkräuter erscheinen meist bereits sehr früh im Jahr. Witterungsabhängig sprießen die ersten „jungen Wilden“ bereits ab Februar oder März. Somit verfügen Wildkräuter über einen nicht zu verachtenden Vorsprung gegenüber den meisten kultivierten Kräutern und Gemüsen und stellen früh im Jahr eine gesunde Ernährungsergänzung in dieser erntearmen Zeit dar.

Im naturnahen Garten siedeln sich viele Wildkräuter in Rasenbereichen, an Heckenrändern und in wenig kultivierten Bereichen im Garten von alleine an, bzw. sind sie ohnehin einfach vorhanden. Man könnte auch sagen „Wildkräuter sind einfach da, ohne unser Zutun und ohne unsere Pflege“, solange wir sie zulassen und nicht versuchen sie zu bekämpfen. Zu diesen einfach verfügbaren Kräutern zählen beispielsweise Löwenzahn, Brennnessel, Gänseblümchen, Girsch oder Spitzwegerich. Abhängig von den Standortbedingungen lassen sich verschiedene andere Wildkräuter wie Bärlauch oder Bachminze ebenfalls im Garten ansiedeln.

Wer seinen „englischen Rasen“ artenreich umgestalten möchte, kann über verschiedene Saatgutanbieter Wild- und Rasenkräutermischungen erstehen und nach Anleitung aussäen. Ebenso haben einige Kräutergärtnereien  Wildkräuterpflanzen im Angebot. Für einen dauerhaften Bestand der Wildkräuter sollte im Garten ein Aussamen ermöglicht werden, indem erst nach der ersten Blüte und Samenbildung gemäht bzw. zurückgeschnitten wird. Neben dem ersten frischen Grün aus dem Garten für uns Menschen bieten auf diese Weise viele Wildkräuter gleichermaßen Nahrung für Schmetterlinge und Insekten.

Eine oft unbeliebte, jedoch sehr gesunde und ergiebige Wildpflanze ist der Giersch, dem wir heute Wildkräuterportrait widmen möchten.
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Wildkräuterportrait Giersch
(Aegopodium podagraria)
Synonyme Geißfuß, Ziegenkraut, Wiesenholler, …

Giersch ist den meisten Gärtnerinnen und Gärtnern als unbeliebtes Unkraut bekannt, das sich vorrangig über unterirdische Wurzelausläufer vermehrt und große Flächen besiedeln kann. Ein Ausjäten ist beinahe unmöglich. Es lohnt sich jedoch aus der Not eine Tugend zu machen und die jungen Blätter des Giersch in der Küche zu verwenden. Also Aufessen anstatt zu bekämpfen.

Geschmack: herb-frisch, leicht pfeffrig und an Petersilie erinnernd.

Ernte: ab März erscheinen Teppiche der jungen Austriebe mit glänzenden Blättern, die bis etwa Mai geerntet werden können. Ältere Blätter sollten nicht mehr verwendet werden. Die Pflanzen gehen dann in Blüte und bilden filigrane weiße Dolden.

Verwendung: Wildspinat, Kräutersuppen, Risotto, als Rohkost in Pesto, Dips, Kräuterbutter und Smoothies.

Vorkommen: Heckenränder und lichte Standorte unter Bäumen und Sträuchern.

Inhaltsstoffe: Giersch ist ein sehr gesundes Wildkraut und enthält viele Vitamine, vor allem Vitamin C (etwa mehr als 15-mal so viel wie Kopfsalat) sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium.

Heilwirkung: alte Heilpflanze, die bei Hildegard von Bingen schon erwähnt wurde. Lindert Beschwerden wie Rheuma, Arthritis und Gicht durch die Ausleitung von Harnsäure. Hans-Dieter Storl schwört auf Giersch-Wickel bei Gicht.

Ansiedeln im Garten: Wenn nicht ohnehin im Garten vorhanden, können in gut sortieren Wildkräutergärtnereien Pflanzen erworben werden. Meist lassen sich bei Freunden oder Nachbarn Wurzelteile für die Pflanzung ausstechen. Nur abseits der Gemüse- und Staudenbeete pflanzen! Gedeiht gut im Halbschatten, durch Mähen kann die Ausbreitung eingegrenzt werden. Gemähte Teilflächen treiben wieder aus und können auch im Sommer beerntet werden.

Zu beachten: Bei Wildsammlung unbedingt sicher als Giersch identifizieren, da Verwechslungen mit giftigen Wildpflanzen möglich sind.

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