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Brokkoli Purple Sprouting

Brokkoli Purple Sprouting (Brassica oleracea var. italica) ist ein Winterbrokkoli und dürfte das erste Gemüse sein, das wir neben Überwinterungssalaten im Frühling ernten können. Im Juni bis Mitte Juli gesät, überwintern die Pflanzen ohne im Sommer noch Knospen zu entwickeln und es treiben mit den ersten warmen Tagen die Brokkoli-Röschen. Je nach Temperatur kann ab März, spätestens im April geerntet werden. In milden Wintern ist sogar eine Winterernte möglich.

Purple Sprouting entwickelt nur eine kleine zentrale Brokkoli-Rose, dafür aber viele Seitentriebe mit kleinen Röschen von wunderbar zartem und delikatem Geschmack. Die rötliche bis violette Färbung ist zudem eine besondere Zierde im Gemüsebeet.

Anbau:
Aussaat im Juni/Juli für die Überwinterung im Freiland oder kaltem Gewächshaus. Purple Sprouting ist frosthart, wobei im Freien vor Kahlfrost geschützt werden muss. Im zeitigen Frühjahr treiben die Brokkoli-Röschen. Die Kultur im Kaltgewächshaus bringt dabei einen zeitlichen Vorsprung. Kohl ist ein Starkzehrer und benötigt Düngergaben am besten in Form von Mistkompost im vorbereiteten Beet.

Wuchsform:
Bildet lockere Pflanzen mit vielen bleistiftstarken Seitentrieben und kleinen Röschen.

Brokkoli Purple Sprouting Seitentriebe

Vermehrung:
Kohl ist ein Fremdbefruchter und wird über Insekten bestäubt. Verschiedene Kohlsorten wie Weißkohl, Brokkoli, Blaukraut, Wirsing, … (Brassica oleracea) verkreuzen sich. Daher für die Vermehrung nur eine Kohlsorte überwintern. Die Pflanzen blühen im Frühling wunderschön gelb und dienen auch als Bienenweide.

Für die Vermehrung von Kohl sollte ein großer Pflanzenbestand von mindestens 20 Pflanzen angebaut werden. Selektiert werden kann z. B. auf die violette Färbung oder starke Mittelrosen. Dabei wird das Saatgut nur von den besten Pflanzen genommen. Die anderen Pflanzen dienen zur Bestäubung und können auch teilweise beerntet werden.

Verwendung:
Brokkoli Purple Sprouting wird wie Brokkoli zubereitet, wobei Stiele und kleine Blätter mit verzehrt werden. Da Purple Sprouting sehr zart ist, bietet sich das Garen der ganzen Triebe über Dampf an. Lauwarm mit Vinaigrette angemacht ist dieser Frühlingsbrokkoli ein kulinarisches Erlebnis.

Geschichte:
Brokkoli Purple Sprouting wurde ursprünglich von den Römern kultiviert und wird in Großbritannien seit dem frühen 18. Jahrhundert angebaut. Dort ist es auch heute noch ein relativ bekanntes Gemüse und vor allem für Hobbygärtner und Selbstversorger interessant, bei uns hingegen so gut wie unbekannt. In Italien werden ähnliche Brokkoli-Arten, wie z. b. Broccoletto oder Cime di Rapa kultiviert, wobei diese zur Brassica rapa Familie gehören.

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7 Gedanken zu „Gemüseportrait: Brokkoli Purple Sprouting“

  1. Dr.Depisch sagt:

    Danke für die Info. Unser Glashaus stand bis jetzt während der Wintermonate leer, nächstes Jahr wahrscheinlich nicht mehr!!! DANKE

  2. H.Hollenbach sagt:

    Ich habe eine frage. Kann man die unteren Blätter entfernen?

    1. admin sagt:

      Die unteren Blätter werden teilweise ohnehin gelb und man kann sie entfernen. Grüne und gesunde Blätter würde ich nicht entfernen, da aus den Blattachseln oft noch neue Triebe gebildet werden.

  3. astrid sagt:

    Rehe haben den Brokkoli bis auf den Strunk gefressen, kann er wieder austreiben?

    1. admin sagt:

      Liebe Astrid,
      wir haben auch schon unsere Erfahrungen mit Rehen gemacht. Wenn ihnen eine Sorte schmeckt, lassen sie nicht viel davon übrig… Die Pflanzen treiben zwar oft mit Seitentrieben noch einmal aus, eine größere Ernte ist jedoch nicht zu erwarten. Meist werden Triebe gebildet, die schnell in Blüte und Samenbildung gehen. Sozusagen um das „Überleben“ zu sichern. Wir haben übrigens gute Erfahrung mit der Abdeckung der Überwinterungskulturen mit Netzen gemacht, die auch für Beeren und Obstbäume verwendet werden. Da kommen die Rehe zum Abfressen nicht durch.
      Herzlichen Gruß, Annette Holländer

  4. Mariam sagt:

    Hallo und einen schönen guten Tag,
    ist der Winterbrokkoli 2-jährig oder kann er stehen bleiben und blüht jedes Jahr wieder?
    Nette Grüße

    1. admin sagt:

      Liebe Miriam,
      grundsätzlich ist der Kohl mehrjährig. Wir haben auch schon Pflanzen eine zweite Saison überwintert. Leider fiel die Ernte dann sehr mäßig aus, da die Pflanzen verholzen und nicht mehr so vital sind. Es lohnt sich daher im Sommer wieder neu zu säen.

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