Vielfältige Gemüsesorten im Hausgarten
Während unsere Lebensmittelmärkte weiterhin mit einem überschaubaren Einheitssortiment an Gemüse aufwarten, lassen sich im eigenen Garten Gemüsesorten anbauen, deren Formen, Farben und Geschmacksnuancen das käuflich zu erwerbende Gemüse in ihrer Vielfalt weit übertreffen.

Früh im Jahr ist es schon an der Zeit die ersten Samen in die Erde zu bringen. Bei uns beginnt die Aussaatsaison meist Anfang Februar, ab Lichtmess, mit Auberginen, Paprika und Chili. Langjährig erprobte und freilandgeeignete Sorten wie die Aubergine „Frühviolette“ oder die Paprika „Novosibirskij“ strecken bereits die ersten Keimblättchen in den Aussaatschalen hervor. Im letzten Jahr hatten wir erstmals die Aubergine „Rotonda Bianca Sfumata di Rosa“ angebaut. Diese wunderschöne Sorte kam auch für die neue Saison wieder in die Aussaat und wir haben ihr ein Gemüseportrait gewidmet.

Aubergine Rotonda Bianca Sfumata di Rosa – Ertragreiche Schönheit
Hört man Aubergine (Solanum melongena), sieht man die geläufigen violetten und keulenförmigen Eierfrüchte vor dem inneren Auge. „Rotonda Bianca Sfumata di Rosa“ lässt das Auge jedoch staunen. Die Pflanzen bringen große, eher runde bis ovale und leicht gerippte Früchte hervor, deren weiße Grundfarbe mit zunehmender Sonneneinstrahlung rosa bis lila überhaucht sind. Dabei besticht „Rotonda Bianca Sfumata di Rosa“ nicht nur optisch, sondern überzeugt auch durch Ertrag und einem feinen Geschmack.

Aussaat und Kultur
Auberginen sollten möglichst früh im Haus vorgezogen werden, da die Pflanzen einige Monate alt sein müssen um Blüten und Früchte auszubilden. Bei einer Aussaat Anfang Februar lassen sich von vielen Auberginensorten ab Ende Juli die ersten Früchte ernten. Vorgezogen wird in Aussaatschalen oder kleinen Töpfchen. Dabei ist für eine gute und zügige Keimung die hohe Keimtemperatur von 25° bis 28° zu beachten. Diese erreicht man am besten über einem Heizkörper oder mit Hilfe einer Heizmatte aus dem Gartenhandel. Die Keimung erfolgt dann innerhalb von 10 bis 14 Tagen. Die Pflänzchen werden dann so hell wie möglich bei normaler Zimmertemperatur gestellt. In Aussaatschalen angezogene Jungpflanzen werden nach der Bildung des 2. Blattpaares in kleine Töpfchen mit nährstoffreicher Erde pikiert, ebenso wie Ansaaten in nährstoffarmer Aussaaterde.

„Rotonda Bianca Sfumata di Rosa“ gehört zu den wärmeliebenden Auberginensorten und sollte am besten im Gewächshaus kultiviert werden. Gepflanzt wird meist ab Mitte Mai, wenn keine Spätfröste mehr zu befürchten sind. Für einen guten Fruchtansatz sind neben ausreichend Wärme, ein nährstoffreicher Boden und regelmäßige Wassergaben erforderlich.

Wuchsform
Die Aubergine „Rotonda Bianca Sfumata di Rosa“ wächst zu buschigen Pflanzen heran. Eventuell sollten untere Seitentriebe ausgegeizt werden. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von etwa 1,00 m. Ausgegeizte Pflanzen wachsen dabei stärker in die Höhe. Die einzelnen Früchte können ein Gewicht von über 500 g erreichen.

Ernte und Verwendung
Bei Auberginen werden die Früchte, ebenso wie bei Gurken und Zucchini, unreif geerntet. Der ideale Erntezeitpunkt ist an der sortentypischen Fruchtgröße und an der noch glänzenden Schale abzulesen. Bei Früchten die bereits in die Samenreife übergehen wird die Schale eher stumpf und nimmt nach und nach einen gelblichen Farbeinschlag an.

Auberginen sollten nicht roh verzehrt werden. In der Küche eignen sie sich hervorragend in Olivenöl gebraten oder paniert als Antipasti. Ebenso sind sie Basis für viele bekannte mediterrane Gerichte wie Ratatouille, Moussaka oder Melanzane al Forno.

Vermehrung
Auberginen sind potentielle Selbstbefruchter, deren Blüten jedoch von Insekten besucht werden. Dadurch können bei einem Anbau von mehreren Auberginensorten Verkreuzungen auftreten. Für eine sortenreine Vermehrung sollte daher nur eine Sorte angebaut oder mit Insektenschutznetz isoliert werden.

Auberginen sind reif für die Samenernte, wenn sie eine gelbliche Farbe angenommen haben. Oft werden sie dann auch etwas weicher. Am besten erntet man die Samenträger vor den ersten Frösten und lässt sie noch eine Zeitlang bei warmen Temperaturen beispielsweise an einem Fensterbrett liegen. Allerdings muss regelmäßig auf Fäulnis kontrolliert werden. Je älter die Samenträger sind, desto einfacher lassen sich die Samen aus den Früchten nehmen. Die Auberginen werden hierfür einmal der Länge nach durchgeschnitten und in Stücke gebrochen. Die Samen sitzen in Schichten im Fruchtfleisch und werden mit einem kleinen Löffel herausgekratzt, in einem Teesieb abgespült und zum Trocknen auf Backpapier ausgebreitet. Sind die Samen vollständig trocken können sie in Tütchen oder Schraubgläser verpackt mindestens 3 Jahre für neue Aussaaten aufbewahrt werden.

Geschichte und Freilandsorten von Auberginen
Die Aubergine „Rotonda Bianca Sfumata di Rosa“ ist eine alte italienische Zuchtform, wobei Auberginen ursprünglich vermutlich aus Asien stammen. Neben verschiedenen Auberginensorten, die im Gewächshaus kultiviert werden sollten, gibt es auch einige wenige Sorten die in unseren Breiten erfolgreich im Freiland angebaut werden können. Nach unserer Erfahrung gedeihen in einer vollsonnigen und geschützten Südlage die Auberginen „Frühviolette“ und „Obsidian“. Die „Frühviolette“ vermehren wir seit Jahren hier bei uns in Bayern und sie hat sich in allen Anbaujahren gut bewährt.

Weitere Tipps zur Jungpflanzenanzucht >

.


In den letzten beiden Sommern erhielten wir vermehrt Zuschriften, dass Bohnen sehr wenige Hülsen ansetzen. Die trockene und heiße Witterung dieser beiden Jahre vor allem in den Frühsommermonaten und gebietsweise über die gesamte Sommersaison lässt vermuten, dass die Bohnen darauf mit einem verminderten Fruchtansatz reagiert haben. Von Feuerbohnen ist bekannt, dass bei Trockenheit und Temperaturen dauerhaft über 30 Grad der Fruchtansatz ausbleibt bzw. der Hülsenansatz abgeworfen wird. Sortenabhängig scheint es jedoch, dass auch Gartenbohnen auf die genannten Umweltbedingungen auf diese Weise reagieren.

Zudem wird oft dargestellt, dass Bohnen als Leguminosen und Stickstoffsammler zu den Schwachzehren zählen.

Vor allem die hochwachsenden Stangenbohnen benötigen für eine gute Entwicklung und einen reichen Fruchtansatz jedoch neben ausreichend Wasser einen humosen und nicht zu nährstoffarmen Boden.

Folgend einige Tipps aus unserer Praxis für den erfolgreichen Bohnenanbau
von der Anzucht bis zur Ernte:

1) Bohnenkerne vor der Aussaat nicht einweichen. Dies wird zwar immer wieder empfohlen, kann jedoch bei einer Aussaat in den noch kühlen Mai-Boden und bei unbeständiger und feuchter Witterung zu Fäulnis der Samen und somit zu einem Ausbleiben der Keimung führen.

2) Bohnenkerne nicht zu tief setzen, nach einer alten Regel wollen Bohnen „die Glocken läuten hören“. Zu tiefe Saat und dies vor allem in Kombination mit älterem Saatgut kann dazu führen, dass die Samen zwar keimen es jedoch nicht an die Erdoberfläche schaffen. Wir setzen Bohnenkerne nur etwa einen Zentimeter tief. Werden die Samen im Zuge der Keimung nach oben gedrückt, können die Jungpflanzen angehäufelt werden.

3) Wir ziehen unsere (Stangen-) Bohnen ab Mitte April vor. Dies gewährleistet nicht nur einen Erntevorsprung und ein Ausreifen der Trocken- und Saatgutbohnen, sondern schützt auch vor Schädlingen. Schließlich wird ein frischer Keimling viel eher Opfer von Schnecken, als Jungpflanzen in einer Höhe von 10 bis 15 cm. Für die Voranzucht verwenden wir Topfpaletten, in denen im Gartencenter beispielsweise Töpfchen mit Veilchen und Narzissen standen und kostenfrei abgegeben werden. Dabei säen wir jeweils 5 bis 7 Korn in einen Topfplatz der Palette. Bis die Keimlinge erscheinen bleiben die Ansaaten im Haus bei ca. 20 Grad. Witterungsabhängig können die Pflänzchen im Anschluss bereits in den Folientunnel gestellt werden. Nach den letzten Frösten werden die Jungpflanzen je Topfplatz gemeinsam an eine Bohnenstange gepflanzt.

4) Vor allem Stangenbohnen pflanzen wir in einen, zwar nicht frisch gedüngten, jedoch humosen und nährstoffreichen Boden. Beete, die zuvor mit starkzehrenden Gemüsepflanzen bepflanzt waren, werden mit reichlich Kompost vorbereitet.

5) Witterungsabhängig werden die Bohnen ausreichend gegossen. Dies vor allem in Frühsommer, bis die Pflanzen tiefergehende Wurzeln entwickeln konnten.

6) Feuerbohnen werden auf Grund ihrer Empfindlichkeit bei zu großer Hitze und Trockenheit an eher halbschattige Plätze gepflanzt. Auch eine Bepflanzung an Obstbäumen kommt in Frage, solange die Bohnen ausreichend Licht und mindestens halbtätig Sonne erhalten.


Kleine Buschtomaten für
Balkon und Terrasse

Ampeltomaten sind kleine Buschtomaten mit überhängendem Wuchs, die sich besonders gut für Balkonkästen, Hängeampeln und kleinere Töpfe eignen.

Obwohl die Pflanzen relativ klein bleiben, liefern Ampeltomaten einen hohen Ertrag an Früchten in der Größe von Cocktail-Tomaten.

Anbau:
Wie alle Tomaten sollten auch Ampeltomaten von Ende Februar bis etwa Mitte März im Haus vorgezogen werden. Für die Voranzucht ist zu beachten, dass Tomaten eine Keimtemperatur von idealerweise 22 – 25 Grad benötigen. Daher sollten die Aussaatschalen für die Keimung an eine Heizung oder auf eine Heizmatte aus dem Gartenhandel gestellt werden.

Sobald die Keimlinge erschienen sind, werden die Pflänzchen so hell wie möglich und kühler gestellt. Bei zu wenig Licht in Kombination mit warmen Temperaturen neigen Tomaten zu Geilwuchs. Nach 3 bis 4 Wochen können die Pflanzen pikiert und dabei relativ tief, bis unter die Keimblätter, in Töpfchen gepflanzt werden. Nach den letzten Frösten, etwa Mitte Mai, kann an den endgültigen, nach Möglichkeit regengeschützen Standort gepflanzt werden.

Wuchsform:
Ampeltomaten erreichen eine Höhe von etwa 30 cm bei überhängendem Wuchs. Die Seitentriebe dürfen nicht ausgegeizt werden, sodass sich kleine Büsche mit vielen Früchten entwickeln können.

Vermehrung:
Tomaten sind selbst befruchtend, sodass auch bei einem Anbau von mehreren Tomatensorten in der Regel keine Verkreuzungen auftreten. Die Samen werden aus der reifen Frucht genommen und mittels Nassvergärung gereinigt. Einzelne Tomatensamen können auch ohne Nassreinigung z. B. auf ein Stück Küchenrolle gegeben und getrocknet werden. Tomatensamen sind mindestens 5 Jahre keimfähig, wenn sie bei gleichmäßigen Temperaturen, trocken und dunkel aufbewahrt sind.

Ernte und Verwendung:
Ampeltomaten sind frühzeitige Tomatensorten, die oft bereits Mitte bis Ende Juni erntereife Früchte hervorbringen. Sie eignen sich für eine Verwendung wie auch andere kleinere Tomaten.

Sorten:
Im Handel sind nur selten Sorten von Ampeltomaten erhältlich. Meist können Ampeltomaten über Saatgutarchive oder private Vermehrer bezogen werden. Die bekanntesten Sorten sind „Himbeerrose“ (vermutlich identisch mit unserer „Ampeltomate rosa“) und „Pendulina“ mit gelben Früchten. Als besonders frühzeitig hat sich bei uns die Sorte „Sub Arctic Cherry“ erwiesen.

Außerdem können auch Johannisbeertomaten überhängend kultiviert werden. Eine weitere buschig und überhängend wachsende und besonders hübsche Sorte ist „Fuzzy Wuzzy“ mit silbrig behaarten Blättern und fein gestreiften Früchten, die allerdings im Geschmack nicht an das Aroma der anderen Ampeltomatensorten heranreicht.

Es empfiehlt sich übrigens nicht hochwachsende Tomatensorten in Ampelform anzubauen, da dies erfahrungsgemäß zu einem Abbrechen der Triebe führt.



Scharf und aromatisch
In der kalten Jahreszeit ergänzt Chili als wärmendes Gewürz viele Speisen. Der scharfe Wirkstoff Capsaicin verfügt zudem über antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften, wovon wir gerade im Winter profitieren. Einer scharf-fruchtigen Variante widmen wir daher heute zum Jahresausklang ein Gemüseportrait..

Chili Lemon Drop

Chili Lemon Drop

Lemon Drop zählt zur Gattung der Paprika und Chili (Capsicum) und dabei zur Unterart Capsicum baccatum. Letztere weist oft ein fruchtiges oder säuerliches, an Zitrusfrüchte erinnerndes Aroma auf. So verfügt auch Lemon Drop über eine zitronig-fruchtige Schärfe bei einem Schärfegrad von etwa 7.

Anbau:
Im Laufe des Februars wird Lemon Drop wie auch andere Paprika- und Chili in Aussaatschalen oder kleinen Töpfchen vorgezogen. Alle Paprika- und Chilisorten benötigen viel Wärme für eine gute und zügige Keimung. Die ideale Keimtemperatur liegt bei etwa 25°. Nach der Keimung werden die kleinen Pflanzen so hell wie möglich und etwas kühler gestellt, um Geilwuchs zu vermeiden. In Aussaatschalen angezogene Chili-Pflänzchen werden nach der Bildung des 2. Blattpaares in kleine Töpfchen mit nährstoffreicher Erde pikiert. Dasselbe gilt für Ansaaten in nährstoffarmer Aussaaterde.

Nach den letzten Frösten kann an einen warmen und geschützten Ort im Garten oder in große Töpfe gepflanzt werden. Die Topfkultur hat den Vorteil, dass die Pflanzen im Herbst zur Nachreife und ggf. auch zum Überwintern ins Haus geholt werden können.

Wuchsform:
Lemon Drop bildet große und buschige Pflanzen bis zu einer Höhe von 1,60 m. Einzelne Pflanzen können mehr als 100 Früchte hervorbringen.

Vermehrung:
Wie alle Paprika- und Chilisorten ist auch Lemon Drop grundsätzlich ein Selbstbefruchter. Dennoch können Verkreuzungen durch Insekten auftreten. Für eine sortenreine Vermehrung sollte daher nur die eine Chilisorte angebaut oder entsprechend mit Insektenschutznetz isoliert werden.

Die Samen sind erntebereit, wenn die Chilischoten ihre tiefgelbe Reifefarbe angenommen haben. Auf Grund der Schärfe sollten die Samen nur mit Einweghandschuhen aus den Schoten genommen und zum Nachtrocknen ausgelegt werden. In gut verschlossenen Schraubgläsern dunkel und kühl gelagert bleiben die Samen mindestens 3 Jahre keimfähig.
.

Ernte und Verwendung:
Die Ernte der reifen und scharfen Chilischoten erfolgt laufend ab etwa August und sie eignen sich vorrangig als Würze und weniger zum Direktverzehr. Grüne Exemplare sind weniger scharf, jedoch auch nicht so aromatisch.

Vor den ersten Frösten werden alle reifen Chilis geerntet. Frische Schoten lassen sich zu einer aromatischen Salsa verarbeiten. Für den Gewürzvorrat können die Schoten mit oder ohne Samenkerne bei Temperaturen um die 60° getrocknet und zu Chiliflocken oder zu einem feinen Chilipulver vermahlen werden. Die zitronige Schärfe von Lemon Drop passt besonders gut zu Curry- und Kokosmilchgerichten und wird für Salate und Dips verwendet.

Geschichte:
Wie die meisten Baccatum-Sorten stammt Lemon Drop aus Südamerika, vermutlich Peru. Die Sorte ist auch unter den Namen Hot Lemon oder Aji limón bekannt und hat sich erst in den letzten etwa 20 Jahren unter Hobbygärtnern in Europa stärker verbreitet und erfreut sich nun zunehmender Beliebtheit.

Samen von Chili Lemon Drop und anderen Chili-Sorten sind im Garten des Lebens Online-Shop erhältlich >

.


Obwohl draußen noch klirrende winterliche Kälte herrscht, beginnt im Warmen schon bald die Aussaatzeit. Von vielen alten und samenfesten Gemüsesorten ist es recht schwierig Jungpflanzen zu bekommen. Gerade bei Lieblingssorten und Raritäten von Paprika, Auberginen und Tomaten bleibt oft nur die eigene Anzucht. Damit Aussaat und Anzucht auch gelingen und kräftige Jungpflanzen gedeihen, sind jedoch die individuellen Bedürfnisse unserer Gemüsekinder zu beachten.

Aussaat und Vorziehen
Tomaten, und vor allem Paprika und Auberginen haben eine relativ lange Kulturdauer, sodass ein Vorziehen im Haus oder warmen Anzuchthaus unbedingt notwendig ist. Paprika bspw. benötigen bei optimalen Bedingungen und abhängig von der Sorte 10 – 14 Tage zur Keimung, 40 – 60 Tage bis zum ersten Blüten- und Fruchtansatz und noch einmal 60 – 90 Tage (manche Sorten sogar länger) bis zum Ausreifen der Früchte. Für eine zeitige Ernte ist also eine frühe Aussaat unerlässlich. Gute Erfahrungen haben wir mit folgenden Aussaatzeiten gemacht:

Paprika, Chili, Aubergine: Anfang bis Mitte Februar
Tomate, Ananaskirsche: Anfang bis Mitte März

Keimtemperaturen
Besonders Paprika und Auberginen stellen hohe Ansprüche an die Keimtemperatur. Während Tomaten auch mit 20 Grad zufrieden sind, sind für Paprika und Auberginen 25 – 28 Grad für die Keimung ideal. Unter 20 Grad keimen die Samen gar nicht oder nur mit starker Verzögerung. Um diese Bedingungen zu gewährleisten müssen Aussaatschalen und Töpfchen warm gestellt werden, z.B. über einer Heizung oder mit Hilfe einer Heizmatte aus dem Gartenhandel. Zusätzlich ist der Einsatz eines Mini-Gewächshauses oder einer Klarsichtfolie als Abdeckung für die Zeit der Keimperiode sinnvoll. Sobald die ersten Keimblätter erscheinen werden Abdeckung und Heizmatte entfernt.

Paprika, Chili, Aubergine: Ideale Keimtemperatur 25 – 28 Grad
Tomate, Ananaskirsche: Ideale Keimtemperatur 20 – 25 Grad

Saattiefe, Licht- und Dunkelkeimer
Eine Regel besagt, dass die beste Saattiefe 3 Mal so tief wie der Umfang des Samenkorns betragen soll. Auf die Samen unserer Paprika und Tomaten lässt sich diese Regel auch anwenden und die Samen werden mit einer entsprechenden Erdenschicht bedeckt (am besten feine Erde darüber sieben).

Übrigens bestätigen Ausnahmen ja bekanntlich die Regel
Und so gibt es Samen von Gemüse- und Kräuterarten die unter der Erde nicht zur Keimung angeregt werden. Die sogenannten Lichtkeimer werden auf das Substrat gestreut und etwas festgedrückt. Zu den Lichtkeimern gehören bspw. Salate und Basilikum. Doch auch für Dunkelkeimer ist die Regel der Saatguttiefe nicht einheitlich. Garten- und Feuerbohnen bspw. mögen nicht so tief gesät werden. Ein alter Spruch besagt, Bohnen wollen die Glocken läuten hören.

Feuchtigkeit für die Keimung
Für die Keimung benötigen unsere Aussaaten auch die richtige Feuchtigkeit. Ein Gießen von unten in die Unterschalen und / oder ein Pumpsprüher leisten für die erste Bewässerung gute Dienste, damit die Samen nicht nach unten ins Pflanzsubstrat gespült werden. Die Wassergaben gut dosieren, da zu viel Nässe kombiniert mit zu niedrigen Temperaturen zu Fäulnis der Samen führt. Trockenphasen in der Keimung lassen dagegen den Keimling verdorren.

Licht für die Gemüsekinder
Ist die Keimung geschafft und die kleinen Keimblättchen sind erschienen ist ein heller, sonniger Platz das Wichtigste. Die Temperaturen dürfen ruhig etwas tiefer als für die Keimung sein, ausreichend Licht ist nun jedoch unerlässlich. Besonders bei Tomaten führt ein zu geringes Lichtangebot zwangsläufig zu Geilwuchs. Die Pflanzen schießen dann zu schnell in die Höhe ohne eine kompakte und stabile Wuchsform zu entwickeln. Solche Pflanzen erholen sich oft auch nach dem Auspflanzen nicht mehr.

Beachten Sie folgende Regel:
Je niedriger das Lichtangebot, umso niedriger sollten auch die Temperaturen sein. Hohe Temperaturen in Kombination mit zu wenig Licht führen zu Geilwuchs. Tomaten kommen nach der Keimung ohne Problem mit Temperaturen um 15 – 18 Grad, oder sogar niedriger zurecht. An einem hellen Fenster entwickeln sich dann kompakte Pflanzen.

Pikieren, Topfen und Pflanzen
Damit unsere Gemüsekinder nun zu kräftigen Jungpflanzen heranwachsen können, benötigen sie die entsprechenden Nährstoffe. Bis zur Pflanzzeit im Freiland vergeht ja noch einiges an Zeit. Pflanzen, die in Aussaatschalen oder kleinen Aussaattabletts angesät worden sind, sollten spätestens nach der Bildung des zweiten Blätterpaares nach den Keimblättern in Töpfchen pikiert werden. Dies ist etwa nach drei Wochen der Fall. Dabei werden die Pflänzchen möglichst tief, bis knapp unterhalb der Keimblätter, gesetzt. Während in nährstoffarmer Aussaaterde vorgezogen werden kann, benötigen die jungen Pflanzen nun eine reichhaltige Gemüseerde mit einem guten Anteil an reifem Kompost.

Abhärten und Auspflanzen
Unsere Jungpflanzen kommen erst an ihren endgültigen Platz im Beet, Folientunnel oder Pflanzkübel, wenn die letzten Fröste vorüber sind. Dies ist in unseren Breiten meist nach Mitte Mai. Damit unsere doch recht zimmerwarm verwöhnten Pflänzchen weder Kälteschock noch Sonnenbrand erleiden, müssen sie im Vorfeld vorsichtig an die neuen Bedingungen gewöhnt werden. Ein ungeheizter Wintergarten mit kühleren Temperaturen eignet sich gut. Außerdem sollten vor allem Pflanzen für das Freiland entsprechend abgehärtet werden. Dafür werden sie stundenweise nach draußen gestellt (anfangs eher halbschattig) und schrittweise an Sonne und Temperaturschwankungen gewöhnt. Auch wenn es Arbeit macht, es lohnt sich für den späteren Kulturverlauf.

Wenn das Auspflanzen endlich soweit ist, freuen sich Paprika, Tomaten, Auberginen & Co. über einen warmen, sonnigen Platz und eine gut aufbereitete Erde, am besten mit Mistkompost und Gesteinsmehl – schließlich haben wir es mit Starkzehrern zu tun, die viele Früchte bilden sollen. Regelmäßige Düngegaben im weiteren Jahreslauf in Form von Pflanzenjauchen (z.B. Brennnessel und Beinwell) regen Wachstum und Fruchtbildung weiter an. Bei Paprika und Auberginen ist zusätzlich auf eine gute Bewässerung zu achten, damit Blüten und Fruchtansätze nicht abfallen.

Wenn nun auch das Wetter freundlich gesonnen ist, sollte einer reichen Ernte nichts mehr im Wege stehen.

Viele weitere Tipps zum Anbau von vielen Gemüsesorten gibt es unter Kulturanleitungen.

.