Schafwolle ist ein alternatives und wirksames Düngemittel, das bis vor einiger Zeit kaum bekannt gewesen ist. Dabei stellt Schafwolle einen wertvollen Langzeitdünger dar, der bei der Verrottung Stickstoff und Mineralstoffe freisetzt und das Pflanzenwachstum unterstützt. Gleichzeitig ist Schafwolle in der Lage etwa das 3- bis 4-fache des Eigengewichts an Wasser aufzunehmen, zu speichern und nach und nach wieder an die Pflanzen abgeben. Nicht nur in Töpfen schützt die Wolle auf diese Weise vor einem Austrocknen der Kulturen.

Verwendet wird in der Regel großfaserige Schafwolle, die für eine weitere Verarbeitung nicht geeignet ist oder Wolle von Schafen kleinerer Halter und Hobbyschäfern, für die eine Reinigung und Aufbereitung der Wolle für den Verkauf nicht rentabel ist.

Schafwolle in Töpfen, im Beet und im Kompost
Wir verwenden seit einigen Jahren Schafwolle in Beeten, in der Topfkultur und in der Kompostierung mit bestem Erfolg. Während wir davor beobachten konnten, dass Tomaten oder Auberginen in Töpfen meist ab August erkennbar eine Nährstoffzufuhr benötigten, sind die Pflanzen mit einer Beigabe an Schafwolle die ganze Saison über in gutem Zustand und eine Nachdüngung ist nicht notwendig. Hierfür zerpflücken wir die Schafwolle grob und geben eine Schicht davon zuunterst in den Pflanztopf. Darüber kommt gut ausgereifter Kompost in den gepflanzt wird.

Bei der Anlage unserer Sonnenfalle haben wir ebenfalls Schafwolle eingearbeitet.

Der Innenbereich der Sonnenfalle ist als Mulchbeet entstanden und die auf die Mulchunterlage (unbedruckte Kartonagen und alte Jutesäcke) aufgebrachte Humusschicht wurde mit Schafwolle ergänzt. Nun, im zweiten Jahr hat sich diese Methode gut bewährt. Der Boden ist sehr fruchtbar und verfügt über ein besonders gutes Wasserhaltevermögen.

Wichtig ist dabei, die Wolle immer gut mit Erde zu bedecken.

Schafwolldüngepellets
Für viele Hausgärtnerinnen und Gärtner stellt sich sicherlich die Frage, wo sie Schafwolle bekommen können. In ländlichen Gebieten ist es meist nicht allzu schwer Schafhalter zu finden, die die Wolle abgeben da sie sie ohnehin nicht weiterverarbeiten.

Zudem gibt es mittlerweile Schafwolldüngepellets im Handel zu kaufen. Diese Form der Verarbeitung von Schafwolle ist sehr zu begrüßen. Schafwolle, die auf dem Markt oft nur noch ein unverkäufliches Nebenprodukt darstellt kann auf diese Weise zu einem nachhaltig erzeugten Düngeprodukt für den ökologischen Anbau verarbeitet werden. Die Düngepellets werden in die Pflanzerde gemischt oder bei bestehenden Kulturen vorsichtig eingearbeitet und mit Erde bedeckt. Sie eignen sich zur Düngung von allen Nutz- und Blühpflanzen.

Mittlerweile scheint der Bekanntheitsgrad dieses neuen und natürlichen Düngers und somit auch die Nachfrage gestiegen zu sein. In unserem Online-Shop bieten wir daher Schafwolldüngepellets aus Schafwolle einheimischer Schafe an. Die Pellets bestehen aus Schurwolle mit Wollfett und Dung behaftet und sind ohne weitere Zusätze hergestellt. 

.


Ab sofort im Shop bestellbar:
Das neue Buch von Annette Holländer / Garten des Lebens „Von der grünen Wiese zum Selbstversorgergarten“

Im neuen Buch von Annette Holländer, Erscheinungsdatum 18.02.2020, wird anschaulich beschrieben, wie ein Garten für die Selbstversorgung mit Gemüse und Obst entstehen kann.

Grundlage für das Buch sind die Erfahrungen aus der Anlage eigener Gärten und aus zahlreichen Gartenprojekten. Gartenpläne, Anbaufolgen für eine nahtlose Selbstversorgung, samenfestes Saatgut, biologisch Gärtnern und Permakultur, Winterernte, Lagerung und Konservierung, …

All diese Themen werden in dem 240-Seiten-Werk ausführlich behandelt. Darüber hinaus werden erprobte Gemüsesorten für die Selbstversorgung im Portrait vorgestellt und viele Sortenempfehlungen gegeben.

Zum Buch „Von der grünen Wiese zum Selbstversorgergarten“ >

.


Ein schöner Film, der eindrucksvoll zeigt, wie die Holzer’sche Permakultur auf Grundlage der natürlichen Gegebenheiten funktioniert. Josef Holzer zeigt in seinem Rundgang die Vielfältigkeit des Holzer Hofes und erklärt wie mit den Kreisläufen der Natur gearbeitet werden kann.

Wir nahmen bereits vor Jahren an einem Kurs auf dem Holzer Hof teil und Hans Sondermeier von Garten des Lebens hat in der Folge die Ausbildung zum Holzer’schen Permakultur-Praktiker absolviert. Viele Inspirationen, die wir in unseren Gärten zu verwirklichen suchen, stammen aus dem Einblick in Holzer’sche Arbeit und dem Erleben der Vielfalt auf dem Hof.

Wer noch nicht die Möglichkeit hatte den Krameterhof zu besichtigen, kann sich hier ein Bild der Schönheit und Fülle des Bergbauernhofs auf 1100 – 1500 m Seehöhe machen.
.

.


Wenn es mit der Verfügbarkeit von Kompost und somit von Nährstoffnachschub für unsere Beete schnell gehen soll, ist der „Smoothie-Kompost“ ein perfektes Rezept. Die Idee ist ursprünglich von Permakulturist Herwig Pommeresche aus Norwegen und er nannte diese Kompostvariante „Grütze-Kompost“. Auf Grund der Zubereitungsweise ist bei uns aus der Grütze ein Smoothie geworden.

Rezept „Smoothie-Kompost“
Pflanzliche ungespritzte Küchenabfälle, also Obst- und Gemüsereste und auch Tee- und Kaffeesatz sowie Eierschalen werden einige Tage gesammelt und zusammen mit Wasser in einem Standmixer (wie für die Zubereitung von Smoothies) oder mit dem Pürierstab zu einem groben Brei verarbeitet. Danach lässt man den Brei in einem feinen Sieb gut abtropfen, um überschüssiges Wasser zu entfernen. In einen Eimer mit Ablauf- und Luftlöchern im Boden werden 1:1 gesiebte Garten- oder Komposterde mit der Grütze (Smoothie) aus den Küchenabfällen vermischt. Die verwendete Erde darf nicht ausgetrocknet sein. Zu der Mischung wird zudem ein 1:10 Anteil Gesteinsmehl, oder noch besser Muschelkalk und ein 1:100 Anteil Pflanzenkohle gegeben. Das entstandene Substrat wird mit Laub oder Grasmulch abgedeckt, muss luftig gelagert und soll nicht trocken werden.

So kann die Mischung erdisieren und bei einer durchschnittlichen Temperatur von ca. 18 Grad entsteht innerhalb von 2 – 4 Wochen eine hochwertige und sofort verwendbare Komposterde, in die sogar Jungpflanzen gesetzt werden können.

Das Bodenleben füttern
Die beschriebene Vorgehensweise ist ein gutes Beispiel, dass wenn wir von Düngung sprechen, in Wirklichkeit das Bodenleben gefüttert wird. Die Bodenlebewesen wandeln die organischen Abfälle – also ihr Futter – in kurzer Zeit in fruchtbare Erde um, die wiederum unsere Pflanzen ernährt.

Weitere interessante Informationen zu Boden, Bodenleben und Kompost findet Ihr im Buch “Humussphäre“ von Herwig Pommeresche sowie auf der Website Humuseum.

.


Nachtrag zu unserem Artikel Einfach neue Beete anlegen – das Mulchbeet: So sieht das Mulchbeet nun nach der Ernte der Kartoffeln aus. Eine schöne krümelige und humose Erde. Über den Winter wird erneut eine Mulchschicht ausgebracht und für den kommenden Frühling ist ein neues Gemüsebeet bereit.

Und auch die Kartoffelernte kann sich sehen lassen, obwohl die Mulchschicht gar nicht so hoch und der Sommer sehr trocken gewesen ist.