Ab sofort im Shop bestellbar:
Das neue Buch von Annette Holländer / Garten des Lebens „Von der grünen Wiese zum Selbstversorgergarten“

Im neuen Buch von Annette Holländer, Erscheinungsdatum 18.02.2020, wird anschaulich beschrieben, wie ein Garten für die Selbstversorgung mit Gemüse und Obst entstehen kann.

Grundlage für das Buch sind die Erfahrungen aus der Anlage eigener Gärten und aus zahlreichen Gartenprojekten. Gartenpläne, Anbaufolgen für eine nahtlose Selbstversorgung, samenfestes Saatgut, biologisch Gärtnern und Permakultur, Winterernte, Lagerung und Konservierung, …

All diese Themen werden in dem 240-Seiten-Werk ausführlich behandelt. Darüber hinaus werden erprobte Gemüsesorten für die Selbstversorgung im Portrait vorgestellt und viele Sortenempfehlungen gegeben.

Zum Buch „Von der grünen Wiese zum Selbstversorgergarten“ >

.


Schwarzes Winterrübchen

Schwarzes Winterrübchen

Delikates und gesundes Wintergemüse
Herbst- und Winterrübchen sind ein delikates Wintergemüse und bereichern unseren Speisezettel in der kalten Jahreszeit als gesunde Rohkost und Gemüse. Obwohl für unsere Vorfahren ein wichtiges Grundnahrungsmittel sind Speiserübchen heute weitest gehend in Vergessenheit geraten.

Die Geschichte des Rübchens
Der Rübsen oder die Rübsaat (Brassica rapa) ist eine Art aus der Familie der Kreuzblütengewächse, wird seit der Jungsteinzeit kultiviert und ist eine der ältesten Kulturpflanzen in Europa. Es gibt zahlreiche Sorten bzw. Unterarten, die als Öl-, Gemüse- oder Futterpflanzen angebaut werden. Dazu zählt auch das Herbstrübchen, das traditionell im August als Nachsaat auf Stoppelfeldern angebaut wurde. Diesem Umstand verdankt es auch den Namen Stoppelrübe. Unsere Vorfahren haben das Rübchen gleichermaßen als Nahrungsquelle für Menschen und als Tierfutter genutzt. Rübchen sind außerdem gut lagerfähig, sodass eine Versorgung über den Winter sichergestellt war.

Das Speiserübchen wurde in der Regel als Gemüse mit Schmalz und Zucker zubereitet und zu Getreide gereicht. Oder in Brühe zusammen mit Brot und, soweit vorhanden, einem Stück Fleisch. Die im Winterlager austreibenden Blätter wurden als Salat verwendet. In einigen Regionen wurde unter Milchsäuregärung Rübenkraut aus gehobelten Rübchen hergestellt, ähnlich dem Sauerkraut. Erst als die Kartoffel an Bedeutung gewann, wurde das Rübchen nach und nach verdrängt.

Alte Rübchensorten
Neben den heute im Handel erhältlichen Mairübchen und Navets, waren abhängig von der Region unterschiedliche Rübensorten verbreitet. Saatgut dieser Sorten ist bei einigen Sorten nur über private Erhalter und Erhalter-Organisationen erhältlich.

Herbstrübchen Milano: weiße plattrunde Rübe mit rosa bis violett überhauchten Schultern. Vorrangig für den Herbstanbau und gut lagerfähig. Es gibt eine Reihe ähnlicher Sorten, wie beispielsweise die Stoppelrübe Zürcher, eine Schweizer Erhaltersorte aus dem Archiv von ProSpecieRara, die wiederum vermutlich eine Selektion aus „Blanc Globe à collet violet“ darstellt.

Teltower Rübchen: eine besondere Rarität der Speiserübe. Sie ist benannt nach der brandenburgischen Stadt Teltow, in deren Umland sie traditionell angebaut worden ist.

Schwarzes Winterrübchen: Seltenes Herbst- und Winterrübchen, vermutlich eine alte Sorte von französischer Herkunft. Lang und schwarzschalig, frosthart und kann den ganzen Winter über bis ins Frühjahr geerntet werden. Gute winterliche Rohkost.

Bayerische Rübe: Ebenfalls eine alte Sorte, die beinahe ausgestorben ist und nur noch vereinzelt im Dachauer Land und bei wenigen Erhaltern angebaut und vermehrt wird. Bis ins 20. Jahrhundert hinein scheint die Bayerische Rübe über ganz Bayern verbreitet gewesen zu sein. Sie ist eine gut haltbare Speiserübe mit weißem Fleisch, nicht zerkochend und sehr würzig. Es gibt angeblich kein bayerisches Kochbuch vor 1900, das kein Gericht mit der Bayerischen Rübe enthält. 1808 äußerte sich der Landsberger Landgerichtsphysikus Winterholler in seinem Bericht: „Von Gemüsearten wird nichts gebaut außer Kopfkraut, weiße- und bayerische Rüben.“ [Quelle: Samensurium 12/2001, veröffentich bei VEN].

Tiroler Sunnaruabn: Große, gelbe Rübe mit konischer Form. Alte und seltene Rübchensorte aus den Alpen mit guter Winterhärte. Besondere Gemüserarität. Auf Grund der Wüchsigkeit und des hohen Ertrags ist zu vermuten, dass sie auch als Viehfutter verwendet wurde.

Wildschönauer Krautingerrübe: Eine weitere traditionelle Rübe aus Österreich, ist die heute noch in Tirol in der Region der Wildschönau kultiviert wird. Auch sie wurde roh, als Gemüse und als Kraut zubereitet verzehrt. In den Alpenregionen wo Obst und Gemüse in der kalten Jahreszeit Mangelware darstellte, hatte die Speiserübe eine große Bedeutung. Eine Besonderheit stellte außerdem das Schnapsbrennen, das „Krautingerbrennen“ dar, das auch heute noch praktiziert wird.

Samen von verschiedenen Speiserübchen gibt es in unserem Online-Shop >

.


Nachtrag zu unserem Artikel Einfach neue Beete anlegen – das Mulchbeet: So sieht das Mulchbeet nun nach der Ernte der Kartoffeln aus. Eine schöne krümelige und humose Erde. Über den Winter wird erneut eine Mulchschicht ausgebracht und für den kommenden Frühling ist ein neues Gemüsebeet bereit.

Und auch die Kartoffelernte kann sich sehen lassen, obwohl die Mulchschicht gar nicht so hoch und der Sommer sehr trocken gewesen ist.

 


Frisches Bio-Gemüse rund ums Jahr
Ja – es wünschen sich die meisten Hausgärtner, dass die Frischgemüsesaison im Oktober nicht zu Ende geht und auch in der kalten Jahreszeit so viel frische Salate und Gemüse wie nur möglich geerntet werden können.

Das „Handbuch Wintergärtnerei“ von Eliot Coleman befasst sich intensiv mit diesem Thema. Der Autor schildert seine persönlichen Erfahrungen, die er über viele Jahre auf seiner „Four Season Farm“ sammeln konnte. Die Hinleitung an die Wintergärtnerei am Beispiel der Pariser Gärten von vor ca. 150 Jahren ist dabei ein spannender geschichtlicher Aspekt aus einer Zeit in der es noch keine geheizten Gewächshäuser wie heutzutage gab.

Auf seiner Farm baut Eliot Coleman Wintergemüse für die regionale Vermarktung an und entsprechend sind Anbaumethoden und Sortenempfehlungen zumindest zum Teil auf den Erwerbsgärtner abgestimmt. Dennoch findet jeder Hausgärtner und Selbstversorger viele wertvolle Empfehlungen, die auch im kleineren Garten umsetzbar sind.

Allem voran der mobile Folientunnel, der mich komplett begeistert hat und hoffentlich in nicht zu ferner Zukunft bei uns realisert werden kann. Schließlich ist es jedes Jahr das gleiche Problem: Im Folientunnel oder Kaltgewächshaus werden im Sommer meist dieselben wärmeliebenden Kulturen angebaut und erst sehr spät im Jahr wird Platz für die Winterkulturen. Der mobile Tunnel bietet hierfür eine geniale Lösung.

buchtipp-wintergaertnereiHandbuch Wintergärtnerei

Für die vielen engagierten HausgärtnerInnen und versierten SelbstversorgerInnen wird das „Handbuch Wintergärtnerei“ eine wahre Fundgrube an anwendbarem Praxiswissen sein. Coleman beschreibt in seinem Buch alte europäische Gartenbautechniken. Genau deshalb lässt sich sein kleinstrukturiertes System bei uns so wunderbar anwenden.
Wolfgang Palme, Leiter der Abteilung Gemüseanbau an der HBLFA Schönbrunn (Wien)

Verlag: Löwenzahn, ISBN 978-3-7066-2565-4
.

Weitere Details und Bestellmöglichkeit über www.amazon.de >

Wie auf Amazon zu lesen ist, gehen die Meinungen zu diesem Buch auseinander. Was dabei sicherlich eine Rolle spielt, ist die gärtnerische Erfahrung des Lesers und potentiellen Anwenders. Als Anfängerbuch für die winterliche Selbstversorgung ist das Buch wohl eher nicht zu sehen.

Für interessierte GärtenrInnen, die in die Wintergärtnerei für den Bio-Garten einsteigen möchten, bieten wir das Praxisseminar “Frisches Wintergemüse aus dem eigenen Garten” mit
2 Seminarnachmittagen, jeweils an einem Sonntag mit kleinem Imbiss bzw. Verkostung aus der Gartenküche an.

Detailbeschreibung und Termine “Frisches Wintergemüse aus dem eigenen Garten” >

 


Bei Führungen durch unseren Garten, auf Seminaren, Vorträgen und in Gesprächen taucht immer wieder die Frage an uns auf, wie unsere Selbstversorgung mit Gemüse den Winter über aussieht.

Und was esst ihr im Winter?
Recht oft scheint die Meinung zu bestehen, dass der Winter in unserer Region kulinarisch eine eintönige Zeit sein muss, wenn man nicht auf das ganzjährige Supermarktangebot zurückgreifen mag. Bestenfalls ernährt man sich hauptsächlich von Tiefgekühltem und Konserviertem aus dem Sommer.

art_winterkoenige-wirsing

Gelber Butterwirsing

Betrachtet man das winterliche Gemüseangebot im Bio-Garten jedoch genauer, eröffnet sich eine reiche Vielfalt. Kohl und Wurzelgemüse sind dabei die ungekrönten Winterkönige.

Frisch aus dem winterlichen Garten
Immer auf der Suche nach möglichst frostunempfindlichen Gemüsesorten, wird die Auswahl in unserem Garten jeden Winter größer. Bis Weihnachten ist der „Gartentisch“ reicht gedeckt und auch nach dem Jahreswechsel steht noch frisches Gemüse bereit. So lassen sich direkt aus den winterlichen Gartenbeeten, Kaltgewächshaus und Frühbeet ernten: Babyleaf-Salate, Feldsalat, viele Kohlsorten wie Asiasenf, Grünkohl, Rosenkohl, Sibirischer Kohl und Winterwirsing, Karotten in verschiedenen Farben, Lauch, Pastinaken, Winterportulak, Winterspinat, Winterrübchen und Wintersalate.
.

art_winterkoenige-bete

Rote Bete Zylindra

Aus dem winterlichen Lager
Nicht frostharte Gemüse werden rechtzeitig eingelagert und bieten weitere Abwechslung zur Ernte aus dem Garten. So versorgt uns das Winterlager mit verschiedenen Sorten Bete, mit Blaukraut und Butterwirsing, Chinakohl, Kohlrabi, Kürbissen, Sellerie und Zuckerhut.

Daneben gibt es auch das eine oder andere tiefgekühlte Gemüse wie blanchierter Fenchel, Mangold oder Brokkoli – unsere Favoriten sind die Tiefgekühlten jedoch nicht und sie tragen auch nur einen geringen Teil zu unserer winterlichen Gemüseversorgung bei. Konservierte Ernteüberschüsse aus den Sommermonaten ergänzen dagegen das Wintergemüse vor allem in Form von eingekochter Tomatensauce und getrockneten Tomaten. Dazu gibt es Spezialitäten aus der letzten Herbsternte wie Kräuterpesto und eingelegte Peperoni.

Eintönigkeit steht also nicht ins Haus und auch wenn nicht jedes Jahr die gesamte winterliche Gemüsepalette zur Verfügung steht, wird Frisches aus dem Garten erst zum Ende des Winters wirklich knapp. Dann freuen wir uns bereits auf die ersten Überwinterungssalate, Radieschen und den Winterbrokkoli!