Garten des Lebens möchte sich verändern und so sind wir auf der Suche nach einem Haus oder einer Hofstelle (auch renovierungsbedürftig) mit größerer Fläche für Nutzgarten, Samenvermehrung und Kleintierhaltung oder alter Gärtnerei zur langfristigen Pacht bzw. zum Kauf. Ein Kaufobjekt mit der Möglichkeit Nutzfläche hinzu zu pachten käme ebenfalls in Frage. Vorzugsweise in Ober- oder Niederbayern und unbedingt in ruhiger Lage gelegen. Gerne auch Alleinlage. Ein Gemeinschaftsprojekt ist denkbar.

Wir freuen uns gegebenenfalls über eine Kontaktaufnahme telefonisch unter 08752 8690300 oder via E-Mail an kontakt@garten-des-lebens.de.

Herzlichen Dank, Annette Holländer und Hans Sondermeier


Laufend versuchen wir unser Sortiment im Garten des Lebens Onlineshop mit passenden Sämereien und Produkten zu erweitern. Insbesondere betrifft dies robuste und freilandtaugliche Gemüsesorten, die für den Hausgarten und die Selbstversorgung besonders geeignet sind.

So freuen wir uns ganz besonders, dass wir „CULINARIS – Saatgut für Lebensmittel“ für unseren Weiterverkauf gewinnen konnten, Saatgut einer jungen Initiative für ökologisches Saatgut. Der Fokus liegt dabei auf Sorten, die unter Low-Input-Bedingungen gut gedeihen, also mit wenig Düngung und auch mit Trockenheit gut zurechtkommen.

Tomaten mit Open-Source-Lizenz

Traditionelle Sortenfavoriten und Neuzüchtungen
Viele der Sorten aus dem CULINARIS-Sortiment sind als Favoriten aus umfangreichen Anbauvergleichen und Sortensichtungen hervorgegangen. Es handelt sich um traditionelle Raritäten oder um Neuzüchtungen aus ausgewählten Kreuzungspartnern. Viele der ursprünglichen Sorten stammen aus privater Erhaltung, von Saatgut-Initiativen oder aus Genbanken. Einige konnten im Rahmen von Forschungsprojekten (weiter-) entwickelt werden. Ein Schwerpunkt liegt bei freilandgeeigneten Tomaten. Seit bereits zwei Jahrzehnten züchtet CULINARIS an neuen Tomatensorten für den Anbau im Freiland.

Saatgut als Gemeingut: Open Source Seeds

Einige der CULINARIS-Neuzüchtungen, die Tomaten Sunviva, Vivagrande, Vivaroma und den Zuckermais Lisanco, bietet CULINARIS unter der Open-Source Saatgut Lizenz an. Durch diese Lizenz gelten die neu gezüchteten Sorten sowie deren Weiterentwicklungen dauerhaft als Gemeingut. Ein freier Zugang zu Saatgut, vor allem auch als Züchtungsmaterial, darf nicht durch Sortenschutz- oder Patentrechte eingeschränkt werden. Dies besonders hinsichtlich der sich verändernden Umweltbedingungen und der Konzentration weniger Konzerne auf dem globalen Saatgutmarkt.

Mehr zur Open Source Seeds Lizenz >

Saatgut von CULINARIS bei uns im Online-Shop
Jahreszeitlich bedingt haben wir als erste Produkte zwei Sets aus dem CULINARIS-Sortiment in unseren Shop aufgenommen. Der Adventskalender mit 24 Samen-Raritäten und die Saatgut-Box Freilandtomaten mit 8 Tomatensorten aus Neuzüchtung und bewährtem Freilandanbau eignen sich bestens als Geschenke in der kalten Jahres- und Weihnachtszeit. Weitere Sämereien aus dem Saatgutangebot von CULINARIS nehmen wir sukzessive in unser Angebot auf. Alle Samen sind Bio-zertifiziert.

Zum Saatgut-Adventskalender mit Gemüseraritäten >
Zur Freilandtomaten-Box >
Weitere Sämereien von CULINARIS im Shop von Garten des Lebens >


Der Online-Kongress „Selbstversorgt aus dem eigenen Garten“ wird auf Grund der hohen Nachfrage vom 23. Juni bis 1. Juli 2022 noch einmal veranstaltet.

Inspiration für die Selbstversorgung
Die Selbstversorgung ist ein wichtiges Thema. Schließlich müssen wir alle essen und trinken. Jedoch sind die Ökosysteme weltweit an den Rand eines Kollapses geraten. Ernten, unsere Böden und Wasserkreisläufe sind gefährdet. Doch gemeinsam können wir einen Wandel einleiten.

Der Online-Kongress präsentiert über 40 außergewöhnliche Sprecherinnen und Sprecher für die eigene Selbstversorgung im Einklang mit der Natur. Der von Iris Zimmer veranstaltete Online-Kongress zeigt viele Ideen und Möglichkeiten für das eigene Handeln auf.

Annette Holländer von Garten des Lebens gibt ein Interview zur Erhaltung und Vermehrung alter und samenfester Gemüsesorten. Weiterhin wirken viele eindrucksvolle Persönlichkeiten wie Bernhard Gruber, Hannelore Zech, Jochen Koller, Markus Gastl – um nur einige zu nennen mit denen wir auch persönliche Kontakte pflegen – zu verschiedenen Aspekten der Selbstversorgung und Themen wie Permakultur, Bodenfruchtbarkeit oder Effektive Mikroorganismen am Kongress mit.

Weitere Informationen und kostenfreie Anmeldung unter: was-dich-naehrt.de


Im letzten Frühling haben wir einen Beitrag zu Wildkräutern und insbesondere eine Portrait des Giersch veröffentlicht. Der folgende Film bietet nicht nur weiteres Heilpflanzenwissen zum Giersch, sondern veranschaulicht auch die sichere Identifizierung der Pflanze bei Wildsammlung.

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Giersch im Staudenbeet

Im Garten kann man sich mit Giersch nicht nur durch seine gesunden Inhaltsstoffe anfreunden, sondern auch seine Blüten sind durchaus reizvoll. Im Staudenbeet ist Giersch meist nicht willkommen. Dabei können die filigranen weißen Dolden ein wunderhübsches Bild abgeben, solange man ein Stück Wildnis erlaubt.


Spargel, das frühe Lieblingsgemüse aus saisonalem und regionalem Anbau. Bei uns in der Region werden in den Frühlingsmonaten die delikaten weißen oder grünen Stangen nicht nur in den Lebensmittelmärkten angeboten. Spargelbauern aus der Umgebung, wie Schrobenhausener Land oder Abensberg, vermarkten direkt in eigenen Spargelhäuschen auf Märkten, am Straßenrand oder auf Parkplätzen. Die Stände sind gut besucht, da der Spargel nirgendwo frischer und qualitativ hochwertiger erhältlich ist.

Oft bieten die Landwirte neben dem Spargel auch Erdbeeren oder Kartoffeln aus eigener Erzeugung zum Verkauf an.

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Spargelanbau wie früher.

Mit alten geschmackvollen Sorten, ohne Pestizide und ohne Folie und Heizung.

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Die Mär von den neuen Kartoffeln
Spargel und Kartoffeln sind in vielen Rezepten das perfekte Duett. Abseits der Direktvermarktung wird im Handel nicht nur der frisch gestochene Spargel als saisonale Delikatesse beworben, sondern ebenso die neuen Kartoffeln. Dabei werden bei uns frühestens mit Beginn der Spargelernte die neuen Setzkartoffeln in die Erde gebracht. Die Ernte der Kartoffeln beginnt mit den einheimischen Frühkartoffeln etwa Ende Juni, in vielen Regionen erst im Laufe des Julis. Und was ist bis dahin mit der Spargelzeit? Das Spargelstechen ist Ende Juni zu Johanni vorbei …

Die neuen Kartoffeln in den Lebensmittelmärkten kommen im März und April aus warmen Ländern wie Israel und Ägypten. In der Wüste werden mittels künstlicher Bewässerung auf riesigen Flächen Kartoffeln für den Export nach Europa angebaut. In Regionen, in denen das Wasser knapp ist …

Die bessere und geschmackvollere Wahl – einheimische Lagerkartoffeln
Der Spargelbauer, der seine Ernte direkt vermarktet bietet keine Frühkartoffeln aus dem Ausland an, sondern die eigenen regionalen Lagerkartoffeln. Will man die einheimische Landwirtschaft unterstützen, sollte auch im Lebensmittelmarkt die erste Wahl die Lagerkartoffel sein. Schließlich gibt es bereits seit Jahren Proteste von Kartoffelbauern, die einen Teil ihrer Ernte vernichten und große finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, da sich die einheimischen Lagerkartoffeln gegenüber der Importware nicht mehr verkaufen lassen.

Geschmackstest: Einheimische Lagerkartoffel oder Frühkartoffel aus dem Ausland?
Dabei übertreffen die alten Kartoffeln geschmacklich die neue Ernte aus dem Ausland bei Weitem. Im Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben erschien ein Artikel über einen Geschmackstest der WDR-Sendung „Markt“. In den Test kamen zum Vergleich verschiedene Frühkartoffelsorten aus Israel, Ägypten und Zypern zusammen mit denselben Sorten als deutsche Lagerkartoffeln.

Das Ergebnis war eindeutig. Die Sorte Annabelle aus Deutschland erhielt den ersten Platz bei den wissenschaftlichen Testern wie auch bei den verkostenden Laien. Ein ähnlicher Test wurde in einem Restaurant durchgeführt, mit fast identischem Ergebnis. Auch hier belegte die einheimische Annabelle den ersten Platz, während dieselbe Sorte als Frühkartoffel aus Zypern am schlechtesten bewertet wurde.

Wir haben mit der Lagersorte Linda aus biologischem Anbau ebenfalls geschmacklich beste Erfahrungen gemacht und dies bis in den Frühsommer hinein. Also schnell noch die alten Bio-Kartoffeln sichern, bis es die einheimische Frühkartoffel gibt!


Milpa bezeichnet ein landwirtschaftliches System, das von den Maya in Mittelamerika Jahrhundertelang betrieben wurde und auch heute noch besteht. Verschiedene Nutzpflanzen werden im Milpa-System in Mischkultur angebaut.

Kern der Milpa ist dabei der Mais, ein Grundnahrungsmittel in den mittelamerikanischen Ländern. Meist wird der Mais von Bohnen und Kürbis begleitet, zusammen werden sie die drei himmlischen Schwestern genannt.

Die drei Schwestern bieten notwendige Komponenten für eine ausgewogene Ernährung: Kohlehydrate sind vorrangig im Mais enthalten, Bohnen sind reich an pflanzlichem Eiweiß und der Kürbis liefert Mineralstoffe und Vitamine.

Gleichzeitig unterstützen sich diese drei Nutzpflanzen gegenseitig. Der Mais dient der Bohne als Rankhilfe, die Bohne kann mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln (wie andere Leguminosen auch) Stickstoff aus der Luft in bodenverfügbaren Stickstoff umwandeln und der Kürbis bedeckt den Boden und schützt vor Austrocknung, Erosion und übermäßigem Beikrautbewuchs. Durch die Mischkultur wird eine einseitige Ausnutzung des Bodens vermieden und zusammen mit weiteren Nutzpflanzenarten, Kräutern und Blütenpflanzen bietet die Milpa Lebensraum für Nützlinge.

Milpa in der Vergangenheit
Der Erfolg der Milpa mit ihren fruchtbaren Böden dürfte in der Vergangenheit zusätzlich daher rühren, dass das Milpa-System einige Jahre in Folge angebaut wurde und die Fläche dann wieder als Brache der Natur überlassen wurde. Für die spätere erneute Nutzung wurde der entstandene Wildwuchs mittels Brandrodung entfernt und verkohlte Pflanzenreste und Asche dienten der Anreicherung des Bodens.

Milpa im Hausgarten
Das Milpa-System lässt sich ebenso auf den Hausgarten übertragen, auch wenn wir hier nicht von Feldern, sondern von Beeten sprechen. Ein einfaches Milpa-Beet vereint die drei Schwestern Mais, Bohne und Kürbis.

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Für den Anbau in unseren Breiten ist dabei folgendes zu beachten:

  • Mais und Bohne müssen in ihren Wachstumseigenschaften auf einander abgestimmt sein. Üppig wuchernde Bohnensorten mit starker Belaubung würden auch hohe Maispflanzen quasi ersticken. Spezielle Maisbohnen und Bohnensorten mit mäßigem Wachstum passen zu hohen Maissorten. Für kleinere Maissorten eignen sich auch Reiserbohnen mit einer Höhe von etwa 1,50 m bis maximal 1,80 m.
  • Die Pflanzabstände müssen weiter bemessen sein, als bei Einzelkultur der jeweiligen Gemüsearten. Schließlich muss der Kürbis noch genügend Licht erhalten und auch die Bohne benötigt ihren Freiraum zwischen den Maispflanzen.
  • In unseren Breiten sind die Temperaturen zur Pflanzzeit oft noch recht niedrig, sodass sich der Mais nur zögerlich entwickelt. Werden Mais und Bohne gemeinsam gesät, ist es möglich, dass die Bohne den Mais überwuchert, bevor er stark genug ist und als Rankhilfe dienen kann. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, den Mais ab Mitte April vorzuziehen und nach dem Auspflanzen Mitte Mai jeweils eine Bohne zu den Maisjungpflanzen zu stecken.
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Milpa-Kombinationen ausprobieren
Neben der klassischen Variante des Milpa-Beets haben wir unterschiedliche Kombinationen ausprobiert. So haben wir ein neues Mulchbeet mit Kürbis und wuchtigeren Stangenbohnen ohne Mais bepflanzt. Die Bohnen erhielten selbstverständlich eine Rankstange.

Oder es wurden Sonnenblumen in die Mischkultur integriert und wir ließen Reiserbohnen and den Sonnenblumen hochranken. Eine andere Variante sind Bohnentipis im Wechsel mit mehreren Maispflanzen und gesäumt von Zucchini. Allgemein können die Randbereiche des Milpa-Beets unterschiedlich mit Blumen, Kräutern wie Koriander, Spinat-Amaranth oder Freilandpaprika bepflanzt werden.

In den meisten Jahren hatten wir sehr gute Erfolge mit diesen Mischkulturen. Wobei vor allem in Kombinationen mit Kürbis, darauf zu achten ist, dass der Kürbis die weiteren Kulturen nicht überwuchert. Auch hier kann gegebenenfalls auf mäßig rankende Sorten zurückgegriffen werden.

Als gute Kombinationen haben sich bei uns im Anbau erwiesen:

  • Hoher Mais, wie Rainbow Inca, zusammen mit Maisbohne Cherokee Trail of Tears (voraussichtlich ab Herbst 2022 bei uns wieder erhältlich) oder mit Maisbohne Chester. Dazu ein beliebiger, eher mäßig rankender Kürbis, der auch aus dem Beet rauswachsen darf.
  • Niedriger Mais, wie Jade Green, zusammen mit Sonnenblumen von mittlerer Wüchsigkeit und mit Reiserbohnen wie Alte Aldeiner (hier sind ganz besonders wichtig weite Pflanzabstände). Dazu Zucchini sozusagen als Beeteinfassung.
  • Eine Kombination aus am Boden rankenden Kürbissen verschiedener Sorten Stangenbohnen und der wüchsigen und robusten Wildtomate Humboldtii hochgeleitet an „Heumandln“.
  • Kürbis, hochwachsende Erbsen und Koriander. Die Erbsen sorgen für die Stickstoffversorgung und durch die kürzeren Vegetationsperioden von Erbse und Koriander übernimmt der Kürbis im Laufe des Sommers das Beet. Wobei wir auch hier gerne zusätzlich mit Sonnenblumen kombinieren.
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Sicherlich lassen sich noch die unterschiedlichsten Kombinationen einer Mischkultur nach Milpa-Vorbild erproben. Insgesamt eignet sich das Milpa-System gut für den biologischen Anbau und passt perfekt in die Permakultur.