… weniger Weltuntergang. Vor kurzen bin ich auf diesen absolut lesenswerten Artikel gestoßen. Es geht darum wie wir Menschen mit unserem Handeln die Natur, unsere Lebensgrundlage, benutzen und ausnutzen als würde sie uns gehören und wie wir sie dabei systematisch zerstören. „Schon wieder …“ mag der eine oder die andere denken. „Da haben wir doch schon genug davon gelesen …„. Doch es geht auch um mehr, mehr Natur, mehr Hoffnung und wie wir die Artenvielfalt zurückholen.

Etwas Zeit und Ruhe zum Lesen sollte man mitbringen, es handelt sich nicht um einen Text der beim schnellen Überfliegen verinnerlicht werden kann. Nimmt man sich die Zeit trifft er ins Herz, und das soll er auch.

Mehr Naturgarten, weniger Weltuntergang > (externer Link)

Mit der Wiesenmargerite monotonen Rasen in Blühflächen verwandeln

Mit Pflanzen wie der Wiesenmargerite monotonen Rasen in Blühflächen verwandeln


Wildpflanzensaaten und Cool Flowers

Jetzt im Spätsommer und Herbst ist eine gute Zeit, um in seinem eigenen Umfeld mit mehr Naturgarten oder Naturbalkon zu starten. Viele Wildpflanzen und Wildblumen, die wir für die Artenvielfalt dringend brauchen, sind Kaltkeimer. Sie benötigen kühle Witterungsperioden oder sogar Frost, damit die Keimung ausgelöst wird. Daneben gibt es eine Reihe von Blumen und Wildblumen, sogenannte Cool Flowers, die bis Ende September noch gesät werden können und als Mini-Jungpflanzen überwintern. Dazu gehören beispielsweise Klatschmohn und Kulturmohn, echte Kamille, Jungfer im Grünen, Kornblume und Kornrade. Ebenso verschiedene Gründüngungspflanzen wie der Inkarnatklee.

Unser Samen-Sortiment an Blumen, Wildpflanzen und Insektenweiden >
.

Naturgarten im ökologischen Bildungszentrum in München

Naturgarten im Herbst im ökologischen Bildungszentrum in München

Es fehlt der Plan? Wie beginnen mit einem Naturgarten?

Anregungen und Unterstützung kann man sich holen auf den Seiten von
NaturGarten e.V.
, die über einen reichen Erfahrungsschatz zum Thema Naturgarten verfügen. Im Shop lässt sich außerdem das Fachmagazin Natur&Garten erwerben.

Zur Website von NaturGarten e.V. > (externer Link)
Zum Shop des NaturGarten e.V. > (externer Link)
.

Hummel an Phacelia Bienenfreund

Hummel an Phacelia Bienenfreund

Was Naturgärten schön macht ist nicht das Design, sondern dass wir das Leben in ihnen erleben
Andreas Winkler, Naturgartenpionier

Übrigens: In Deutschland verfügen alle Gärten zusammen über mehr Fläche als die ausgewiesenen Naturschutzgebiete. Also ran an die Samen und die Natur im Garten sprießen lassen!

 


Der Sommer 2026 mit den vielen Hitzetagen und wenig Regen hat viele Gärtnerinnen und Gärtner an ihre Grenzen gebracht. Trotz regelmäßigen Gießens und den üblichen Pflegarbeiten konnten sich verschiedene Pflanzenarten beziehungsweise einzelne Sorten nicht wie gewohnt entwickeln. So schießen Salate bei Hitze und Trockenheit viel zu schnell, Gurken können bitter werden und die Kohlpflanzen für die Herbst- und Winterernte stellen quasi das Wachstum ein. Viele Arten erzeugen auch kein gut ausgebildetes Saatgut mehr.

Tomaten, Paprika und Chili

Bei sehr hohen Temperaturen über 30°C kann sich der Stoffwechsel der Tomatenpflanzen verändern. Die übliche Bildung des Farbstoffs Lycopin wir heruntergefahren und bereits in der Frucht vorhandenen Fruchtsäuren bleiben konzentrierter. Die Folge ist, dass die Tomaten teilweise nicht vollständig ausreifen, hellgelbe Stellen an den Früchten verbleiben und die Tomaten durch die nicht abgebaute Fruchtsäure säuerlich schmecken. Interessanterweise reagieren jedoch nicht alle Sorten gleich. Während einige Tomatensorten sehr sauer geblieben sind, waren einige Sorten dagegen zuckersüß, wie beispielsweise Orange Russian, die im Gewächshaus eigentlich noch mehr unter der Hitze zu leiden hatte.

Paprika Neusiedler Ideal

Paprika Neusiedler Ideal

Paprika und Chili haben die Hitze größtenteils sehr gut vertragen und bei ausreichender Wasserversorgung viele Früchte mit ausgeprägter Süße hervorgebracht. Die besonders süßen Früchte und der gute Ertrag der Paprika Neusiedler Ideal, die wir heuer zum ersten Mal anbauten, haben uns dabei sehr positiv überrascht. Lediglich die Rocotos haben in der vollen Sonne teilweise mit Verbrennungen auf den Blättern und verzögertem Blütenansatz reagiert. Wir werden diese Chilis künftig eher halbsonnig stellen, sodass sie entweder nur Vormittags- oder Nachmittagssonne bekommen.

Bohnen

Auch unsere Bohnen haben Sortenabhängig unterschiedlich reagiert. Wie zu erwarten, haben die Feuerbohnen durch den Hitzestress und die Trockenheit nur einzelne Hülsen angesetzt. Auch bei den anderen Stangenbohnen, sprich den hochwachsenden Gartenbohnen gab es Unterschiede. Wie bereits in anderen Jahren haben sich die Kipflerbohnen recht trockenheitsresistent erwiesen. Einige andere Sorten reagierten dagegen mit einem verzögerten Fruchtansatz. Überraschenderweise völlig unbeeindruckt von den vorherrschenden Wetterbedingungen stand Tönnes Riesen im Beet. Die ohnehin frühzeitige Sorte hat ab Juni Unmengen gut ausgebildeter Hülsen produziert. Jetzt, zum Ende des Augusts haben wir bereits mehrere Körbe ausgereifte Hülsen für die Trockenbohnen ernten können.

Kipflerbohne Gelbe aus Österreich

Kipflerbohne Gelbe aus Österreich

Zu unserem Vergleichsanbau von Buschbohnen auf dem Acker berichteten wir bereits in unserem Beitrag Buschbohnenanbau unter Klimadruck.

TRockenkünstler im Kräuter- und Blumengarten

Einige Pflanzen haben sich unter dem diesjährigen Wetterextrem als besonders robust und Trockenheitsverträglich gezeigt. Dazu zählt die Barbarakresse, die im Frühjahr eine gute Blatt- und in der Folge eine ebenso gute Saatguternte eingebracht hat. Pimpinelle oder Kleiner Wiesenknopf stand auch bei größter Trockenheit den ganzen Sommer über saftig grün im Beet, als andere Pflanzen rundum bereits braun und teilweise abgestorben waren. Die für ihre Trockenheitsverträglichkeit bekannten Kräuter wie Dost, Steinquendel und die großblumige Königskerze haben wunderbar geblüht und Nahrung für unzählige Insekten und Schmetterlinge geboten.

im August und September nochmal Säen und pflanzen

Die größte Hitze dürfte nun vorbei sein und zumindest hier bei uns hat es in den letzten Tagen glücklicherweise ausgiebig geregnet, sodass es an der Zeit ist nochmal zu säen und zu pflanzen. Zum einen Gemüse und Salate für die Winterernte und den Überwinterungsanbau. Zum anderen ist im Spätsommer und Herbst die richtige Zeit, um viele Wildblumen und Wildkräuter zu säen um sie dauerhaft im Garten anzusiedeln. Als Fazit aus diesem und den vergangenen Jahren hat sich schließlich wieder gezeigt, wie wichtig es ist den Garten durch die Auswahl robuster Pflanzen und vielfältiger Sorten anpassungsfähiger zu gestalten.

Wir bewirtschaften unseren Garten naturnah und nach Prinzipien der Permakultur mit vielfältigen (Wild-)Pflanzen und samenfesten Gemüsesorten, sodass sich der Garten in all den Jahren als recht klimaresilent erwiesen hat. Viele Tipps dazu gibt es in Annette Holländers Buch „Garten im Klimawandel – Besser gärtnern mit Permakultur“. Eine große Auswahl an samenfestem Saatgut für Gemüse, Blumen und Kräuter findet ihr im Garten des Lebens Saatgutshop. Darunter viele bewährte Sorten aus unserer eigenen Saatgutproduktion.


Im Mai 2026 haben wir mit 12 verschiedenen Buschbohnensorten eine Versuchsreihe gestartet, um Gemüsesorten zu identifizieren die mit den derzeitigen Wetterschwankungen gut zurechtkommen, dabei einen guten Ertrag bringen und gut schmecken. 

Das Herz des Anbaus bilden 2 Buschbohnen mit denen wir bereits in den letzten Jahren unter schwierigen Anbaubedingungen gute Erfahrungen gemacht haben: Einmal die Samerberger Fleischbohne, eine Regionalsorte vom bayerischen Nordalpenrand und die Grüne Einlochbohne. Deren Saatgut haben wir vor einigen Jahren von einem Erhalter bekommen, der die Grüne Einlochbohne seit ca. 20 Jahren im Allgäu vermehrt. 

Daneben haben wir ein paar eher gängige Handelssorten gewählt sowie verschiedene alte Buschbohnensorten unterschiedlicher Herkunft.

Vergleichsanbau Buschbohnen

Vergleichsanbau Buschbohnen

Jetzt Ende Juli / Anfang August sind die ersten Fisolen geerntet und verkostet. Das Anbaujahr ist bis jetzt sehr trocken gewesen, gewässert haben wir nur nach der Einsaat und einmal im Juni während der starken Hitzepeeriode mit bis zu 36 Grad.

Einlochbohne Grün. Trotz Hitze und Trockenheit ein erster und guten Ertrag ca. 7 Wochen nach der Aussaat. Eine schöne, robuste Sorte mit wohlschmeckenden 20 cm langen jung fadenlosen Hülsen und gutem, aromatischem Bohnengeschmack.

Borlotto Vigevano. Neben der Grünen Einlochbohne die früheste Sorte mit reichem Behang der marmorierten Hülsen, die bei zunehmender Reife eine schöne rote Zeichnung bekommen. Dem Typ nach eigentlich eine Körnerbohne, doch schmecken die jungen Fisolen auch sehr fein.

Die bekannte Handelssorte Pfälzer Juni, die sich durch ihre Frühzeitigkeit auszeichnen soll, hat es nicht in die Top 3 geschafft. Der Fruchtansatz erfolgte etwa 2 Wochen später und die Hülsen sind in der Hitze und Trockenheit bald rau und faserig geworden bei gleichzeitig rascher Ausbildung des Korns.

Eine weitere interessante Sorte aus den USA ist Red Swan. Die weiß-rosa Blüten und die purpurfarbenen Hülsen machen sie sicherlich zu einer der hübschesten Bohnen. Red Swan war ebenfalls unter den frühzeitigsten Bohnen und jung geerntet eigenen sich die Fisolen zur Verwendung als Prinzessböhnchen, die beim Kochen grün werden. Allerdings konnte uns der Geschmack nicht so überzeugen, wie einige der anderen Sorten.

Merveille de Piemont. Eine besondere Entdeckung mit den gelben Hülsen mit ihrer lilafarbenen Maserung. Ernte der ersten Fisolen nach ca. 8 Wochen bei hohem Ertrag. Trotz Hitze und Trockenheit große fleischige, zarte und wohlschmeckende Hülsen, die beim Kochen gelb werden.

Anellino di Trento. Eine Bohne wie die Kipflerbohnen aus Österreich nur im Buschbohnenformat. Unbeeindruckt von Hitze und Trockenheit früher und hoher Ertrag der gebogenen, fleischigen, grün-violett panaschierten Hülsen. Wird beim Kochen grün, fadenlos und mit cremigem Bohnengeschmack.

Ebenfalls gut geschlagen hat sich die gelbe Butterbohne Black Pencil Pot. Ein feines, schlankes, gelbes Böhnchen mit frühem und gutem Fruchtansatz. Beckers Gelbe Wachs war zwar relativ spät dran, hat dann aber noch einen sehr guten Fruchtansatz hervorgebracht. 

Leider konnte die Samerberger Fleischbohne im Hitzewettstreit nicht bestehen. Ursprünglich aus Höhenlagen kam sie mit der Extremwitterung nicht zurecht. Der Hülsenansatz war stark verzögert gegenüber anderen Jahren, die Hülsen dabei sehr kurz mit teilweise nur einem Korn. Wir hoffen, dass sie Ende August noch einmal durchtreibt und uns eine gute Herbsternte an grünen Bohnen beschert.

Die weiteren Sorten im Anbauvergleich haben sich ebenfalls nur bedingt bewährt. Bei Borlotto Regina setzte der Fruchtansatz mit einem mittleren Behang eher spät ein. Die hübsche Körnerbohne Cannelino Rosso hat nur sehr wenige Hülsen angesetzt, ebenso wie die Auspalbohne Chevrier Vert.

Ein Anbaujahr ist kein Anbaujahr
Gemäß dieser Aussage werden wir zumindest die meisten Sorten im nächsten Jahr erneut im Vergleich anbauen. Es bleibt abzuwarten wie sich die einzelnen Bohnen unter möglichweise anderen Witterungsbedingungen dann entwickeln.


Im eigenen Garten angebaut haben Zucchinipflanzen im Laufe des Sommers abhängig von Temperatur und Wasserversorgung meist mehrere Höhepunkte der Fruchtentwicklung. Die Zucchini-Ernte kann dann beinahe überwältigend sein und bunte Zubereitungsvarianten sind gefragt.

.
Beste Zucchini-Sorten für den besten Geschmack

Wie bei Tomaten und einigen anderen Gemüsen braucht es auch bei Zucchini die besten Sorten für die Zubereitung von Gerichten, die geschmacklich überzeugen. Dabei punkten gegenüber der Supermarktware und den gängigen F1-Hybriden wie so oft die alten und samenfesten Sorten. Jung geerntet und zusammen mit anderen hochwertigen Zutaten frisch zubereitet sind sie immer ein Genuss. Dabei eignen sich die unterschiedlichen Zucchini-Sorten oft auch für unterschiedliche Zubereitungsarten. 

Zu den heißen Tagen, die uns heuer bereits im Frühsommer beschert werden, passen Zucchini am besten in Form von Antipasti und Gemüsesalaten. Bereits vor Jahren haben wir ein Rezept mit gebratenen und marinierten Zucchini, zubereitet mit einer unserer Lieblingssorten Zucchini Costata Romanesco, veröffentlicht. Es handelt sich dabei nach wie vor um eines unserer Lieblingsrezepte, das Anbraten braucht jedoch etwas Zeit.

Weniger Aufwand machen gebratene Zucchini aus dem Ofen. Hierfür die Zucchini der Länge nach in Scheiben schneiden und mit Salz, etwas Zitronensaft und reichlich Olivenöl vermischen. Die Scheiben auf einem Backblech (mit Backpapier) verteilen und bei 180 Grad Umluft backen, bis sie beginnen eine bräunliche Farbe annehmen. Mit Basilikumblättern und gehobeltem Parmesan bestreuen und zusammen mit anderen Vorspeisen oder als Beilage servieren.

Gebratene Ofen-Zucchini

Gebratene Ofen-Zucchini

Marinierte Zucchini mit Pinienkernen

Für diesen Zucchini-Salat werden gelbe und grüne Zucchini roh mariniert. Wichtig ist Zucchini mit dünner Schale und zarten Fruchtfleisch für dieses Gericht zu verwenden.

4 kleine, jung geerntete Zucchini in gelb und grün, z. B. Rumänische Cremefarbige und Golden Butter
1 fruchtige und dickwandige Chili, z. B. Jalapeño Orange oder Santa Fe Grande
1 kleiner Bund Basilikum
1 EL Limettensaft
2 EL hochwertiges Olivenöl
Salz
2 EL Pinienkerne

Zucchini mit einem Sparschäler in hauchdünne Streifen schneiden. Dabei die weiche Mitte der Zucchini mit dem beginnenden Kernen übriglassen und anderweitig verwenden. Chili entkernen, in schmale Ringe schneiden und mit den Zucchini-Streifen vermischen. Aus Limettensaft, Salz und Olivenöl eine Marinade mischen, über die Zucchini geben, gut vermischen und ca. 20 Minuten ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Pinienkerne ohne Öl in einer Pfanne hellbraun rösten und abkühlen lassen. Das Basilikum grob hacken. Basilikum unter die marinierten Zucchini mischen und die Pinienkerne darüber streuen. Als Beilage zu Gegrilltem oder mit gehobeltem Parmesan und geröstetem Weißbrot als Vor- oder Hauptspeise.

Gemüsesalat mit Zucchini

Ein feines Antipasti-Rezept ist ein Gemüsesalat mit gebratenen Zucchini und Paprika sowie kleinen Tomaten und Kapern.

1 rote Gemüsepaprika
2 kleine Zucchini
1 Knoblauchzehe
Olivenöl
Salz, Pfeffer und Chiliflocken nach Geschmack
1 Handvoll kleiner Tomaten (Johannisbeer- oder Wildtomaten)
1 EL Kapern in Essig, abgetropft
Condimento Bianco (milder, weißer Balsamico-Essig)

Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Paprika vierteln, Kerngehäuse entfernen, waschen und in ca. 2 cm breite Streifen schneiden. In einer breiten Pfanne (mit Deckel) 2 EL Olivenöl erhitzen. Bei mittlerer Hitze unter Zugabe von 2 EL Wasser die Paprika zusammen mit dem Knoblauch andünsten und etwas salzen. Den Deckel auf die Pfanne geben und die Paprika bei niedriger Hitze einige Minuten garen. In der Zwischenzeit 2 mittelgroße Zucchini in etwa 5 bis 8 mm dicke Scheiben schneiden. Den Deckel von der Pfanne nehmen. Wasser, das möglicherweise noch vorhanden ist abdampfen lassen und dann die Zucchini-Scheiben dazugeben. Zusammen mit den Paprika weiterbraten, bis beide Gemüse eine bissfeste Konsistenz haben, bei Bedarf noch etwas Olivenöl zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Chili nach Geschmack würzen. Abkühlen lassen und zugedeckt mehrere Stunden ziehen lassen.

Kurz vor dem Servieren die Kapern und die Tomaten unterheben. Dabei die kleinen Tomaten nicht aufschneiden. Die Feuchtigkeit bleibt so in den Tomaten und sie sorgen im Gemüsesalat für Knackigkeit und Frische. Alles vorsichtig vermischen und mit Condimento Bianco, Olivenöl, Salz und Pfeffer abschließend abschmecken. Als Vorspeise oder Beilage servieren.


In unseren Lebensmittelmärkten stehen uns unzählige Produkte aus aller Welt zur Auswahl. Dennoch haben Forscher nun herausgefunden, dass wir uns weniger vielseitig ernähren, als noch vor über 100 Jahren. Doch wie kann das trotz des größeren Angebots an Nahrungsmitteln sein?
Die Forscher begründen es damit, dass sich die moderne Landwirtschaft auf nur wenige Nutzpflanzen und Nutztiere konzentriert und nur ein geringer Anteil der eigentlich verfügbaren Obst- und Gemüsesorten überhaupt noch vermehrt wird und auf den Markt kommt. Dasselbe gilt für die Futtermittel für unsere Nutztiere.

Ernährungsvielfalt vor 1910:
dreimal so groSS wie bei modernen Menschen

Ein Artikel zu diesen Forschungen ist bei GEO erschienen. In der Publikation werden die Forschungsmethoden und Erkenntnisse im Detail beschrieben und können nachgelesen werden unter:
Trotz steigender Auswahl ernähren wir uns einseitiger als vor rund 100 Jahren >

Zu dieser Entwicklung passt, dass die Reform der Saatgutgesetzgebung auf EU-Ebene nach aktuellem Stand genau diese eigentlich verfügbare Vielfalt noch weiter einzuschränken droht. Interessen von Großkonzernen sind in der Gesetzesvorlage leider stärker berücksichtigt als die Anliegen von Verbrauchern, Bio-Betrieben, Bäuerinnen und Bauern sowie der samenfesten Züchtung und der Erhalter-Organisationen. Wir haben zu diesem Thema bereits mehrfach Infos und Petitionen geteilt.

Geschmack in Gefahr:
Top-Köche kritisieren EU-Saatgutgesetz

Die Verhandlungen zu der Reform der Saatgutgesetzgebung sind jetzt im Juni auf den letzten Metern. Nun haben 122 Küchenchefs und Gastronominnen aus 19 europäischen Ländern einen offenen Brief an das EU-Parlament und die Landwirtschaftsminister und Landwirtschaftsministerinnen verfasst. Sie warnen davor, dass Europa in eine Zukunft mit weniger Vielfalt, weniger Geschmack und mit einem weniger widerstandsfähigen Ernährungssystemen zu schlittern droht. Sie sagen, dass Vielfalt nicht nur für ihre Küche essenziell ist, sondern auch für ein kulturelles Erbe, Nachhaltigkeit und die Zukunft unserer Ernährung steht. Der gesamte Artikel kann nachgelesen werden unter:
Geschmack in Gefahr: Top-Köche kritisieren EU-Saatgutgesetz >

Nachtrag Von Ende Juni 2026:

Die neue Saatgut-Gesetzgebung wurde verabschiedet und dank des Engagements vieler Organisationen und Privatpersonen konnte ein Teil der ursprünglich geplanten Einschränkungen für Erhalterinnen und Erhalter und der Weitergabe von Saatgut im privaten Bereich verhindert werden. Ein Dankeschön an alle, die sich für die Erhaltung der Sortenvielfalt eingesetzt haben!

Weniger gute Nachrichten gibt es zur Deregulierung der neuen Gentechnik (Genschere). Trotz aller Proteste und Petitionen konnten sich in der letzten Abstimmung die Stimmen zur Deregulierung der neuen Gentechnik durchsetzen. So müssen Pflanzen und Lebensmittel, die über diese Technologie entstanden sind bzw. verändert wurden nicht geprüft und gekennzeichnet werden. Eine Entscheidung gegen den breiten Willen der Bevölkerung, die keine gentechnisch veränderten Lebensmittel wünscht.

Vielfältiges Saatgut für den eigenen Garten:

Für den eigenen Anbau, kann man sich in unserem Online-Shop Garten des Lebens – Samenfestes Saatgut mit vielfältigen alten, samenfesten und gentechnikfreien Sämereien und einer großen Auswahl an Samen aus professioneller Bio-Züchtung versorgen.
Weiter zu unserem Saatgutangebot >