Eines meiner Lieblingsgemüse, vor allem im Frühling, ist der Spinat. Er ist einfach anzubauen, schnellwüchsig und mit einem gestaffelten Anbau verschiedener Sorten erreicht man eine beinahe nahtlose Herbst-, Winter- und Frühlingsversorgung.

Überwinterungsspinat Eli Peter

Einige alte Spinatsorten sind dabei besonders zu erwähnen, da sie neben einer ausgeprägten Winterhärte über einen besonders guten Geschmack verfügen. Unser Favorit ist die Archivsorte „Eli Peter“, die wir über die Saatgutarche Franken vor Jahren erhalten haben und seitdem auch erhalten und vermehren.

Samen der Spinatsorte Eli Peter sind über unseren Online-Shop erhältlich >

Vergleichsanbau Spinat mit samenfesten Sorten
Im letzten Spätsommer und Herbst haben wir 3 Spinatsorten zum Vergleich angebaut. Anfang August und vorrangig für die Herbsternte „Epinard America“ und „Verdil Winterriesen“. Der Amerikaner erzielte bei einem weichen und geschmackvollen Blatt sowohl im Herbst als auch im Frühling eine frühere und auch reichere Ernte, als die bekannte Vergleichssorte. Im Oktober wurde „Eli Peter“ gesät und hat uns ab März mit vielen feinen Spinatblättern versorgt. Geschmacklich die beste Sorte.

Ein einfaches Spinatrezept – nicht nur für den Osterbrunch
Spinat lässt sich äußerst vielseitig zubereiten. Bei den Mengen an Spinat, die wir dieses Frühjahr ernten konnten, war auch einiges an Kreativität in der Küche gefragt um keine „Spinatlangeweile“ aufkommen zu lassen. Ein einfaches Rezept, das lauwarm oder auch kalt zu genießen und unser Favorit beim Osterbrunch gewesen ist, möchten wir heute gerne vorstellen.
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Spinat mit Knoblauch und Walnüssen

500 g Spinat
4 -5 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz
3 EL Walnüsse in Stückchen

Spinat waschen und gegebenenfalls größere Stiele aussortieren. Knoblauch in feine Scheiben scheiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und portionsweise den Knoblauch andünsten und die noch nassen, jedoch abgetropften Spinatblätter zugeben. Etwas salzen und den Spinat bei kleiner Flamme zusammenfallen lassen bis er eine weiche und geschmackvolle Konsistenz hat. Den fertig gegarten Spinat in eine vorgewärmte flache Schüssel geben. Den Vorgang wiederholen bis der gesamte Spinat und Knoblauch aufgebraucht ist. Die Walnüsse in wenig Olivenöl unter Zugabe von etwas Salz vorsichtig rösten, bis sie einen süßlichen Geschmack annehmen. Die Nüsse auf dem Spinatgemüse anrichten.

An Ostern wurde der Spinat mit gekochten Eiern und Burrata serviert. Guten Appetit!

Weitere Rezepte und Infos zu Spinat >

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Rekordsommer und Rekordernte
Neben Hitzerekorden hat uns der vergangene Sommer durch das warme Frühjahr und dem mediterran anmutenden Sommer vor allem bei wärmebedürftigen Gemüsen wie Tomaten, Paprika und Auberginen Rekordernten beschert. Sicherlich eine Rolle gespielt hat neben der Witterung auch unser neuer Folientunnel, ausgestattet mit bester Komposterdenmischung nach Hans Spezialrezepturen.

Solch schöne und gesunde Tomaten hatten wir schon seit Jahren nicht mehr ernten können. Allen voran unzählige große Ochsenherztomaten, von denen wir auch jetzt noch essen und verschenken können.

Ochsenherztomaten Sorten

Ochsenherztomaten Landshuter Riese, Olga und Orange Russian

Echte Ochsenherztomaten sind meist alte Sorten
Im Handel sind immer wieder Tomaten erhältlich, die als Ochsenherzen bezeichnet werden. Meist fehlt ihnen jedoch die typische Herzform und in der Regel handelt es sich um neuere Züchtungen von Fleischtomaten.

Betrachtet man unsere alten Ochsenherzsorten ist dies sogar nachvollziehbar. Die dünne Schale unserer Ochsenherztomaten erlaubt keine weiten Transportwege oder längere Lagerung. In kühlen Nächten können sie zudem aufplatzen. Nach der Ernte in voller Reife sollten sie gleich in den Kochtopf oder auf den Teller. Und auch die Größe ist recht uneinheitlich. So können an einer Tomatenpflanze durchaus Exemplare bis fast einem Kilo heranwachsen und andere schaffen es nur bis zu einigen hundert Gramm. Auch aus diesem Grund sind sie meist nur für die Vermarktung ab Hof oder über eine SoLaWi geeignet.

Geschmacksrekorde
Doch wer diese Tomaten einmal gekostet hat, vor allem nach einem solchen Sonnensommer, wird sich für immer an ihren fruchtig-aromatischen und fein schmelzenden Geschmack erinnern. Unsere absolute Favoritin ist dabei Orange Russian, die auch bei Verkostungen über allen Maßen gelobt wurde.

Landshuter Riese, Olga und Orange Russian nehmen wir sicherlich langfristig in unser Saatgutsortiment auf.

Für einen erfolgreichen Anbau ist jedoch zu beachten, dass sie im Gewächshaus oder Folientunnel am besten aufgehoben sind und sie für die Entwicklung der großen Herztomaten entsprechend Nährstoffe benötigen.

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Die Steckrübe oder Kohlrübe war lange Zeit ein traditionelles Gemüse im nördlichen Europa, da sie in kühlem Klima gut gedeiht und über eine gute Lagerfähigkeit verfügt.

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Steckrübe (Bildquelle: Wikipedia Commons)

Nach dem sogenannten Steckrübenwinter 1916/1917, einem Nachkriegshunger- winter, in dem auch die für das Vieh angebauten Kohlrüben verzehrt wurden, war die Steckrübe als Arme-Leute-Essen nicht mehr in hohem Ansehen. Erst seit wenigen Jahren gewinnt die Steckrübe wieder an kulinarischer Bedeutung. Sie stellt in unseren Breiten ein gesundes regionales Lebensmittel dar, dessen Wert wieder erkannt wird.

Der VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt) hat die Steckrübe zum Gemüse des Jahres 2017/2018 gekürt. Neben einem informativen Faltblatt sind auf der Website des VEN Streckrübenrezepte und Geschichten zu finden. Wer sich im Anbau der einfach zu kultivierenden Steckrübe versuchen möchte, kann über das Erhalternetzwerk des VEN Saatgut alter Rübensorten beziehen.

Hier gehts zum Gemüse des Jahres >

 


Radieschen und Rettiche sind ideale Vor-, Zwischen- und Nachkulturen im Gemüsegarten. Schnell wachsende Sorten bereichern den Speiseplan im Frühling bereits etwa 4 Wochen nach der Aussaat und Herbstsorten sind bis in den Winter lagerfähig.

Radieschen und Rettiche sind außerdem ideal für unsere Klimazone, da sie nicht besonders kälteempfindlich sind. Auch ansonsten sind sie eher anspruchslos, lediglich mit zu frischem Mist oder unreifem Kompost gedüngter Boden und Staunässe werden nicht gut vertragen.

Alte Rettichzüchtungen und neue F1-Sorten
Aus alten deutschen Züchterhäusern, wie z. B. Hild, kommen verschiedene samenfeste und äußerst hochwertige Rettich- und Radieschensorten. Dennoch macht die F1-Hybridzüchtung auch vor Rettichen und Radieschen nicht halt. Obwohl die Hybridisierung von Saatgut mit großem Aufwand verbunden ist, wird sie auf immer mehr Pflanzenarten angewendet.

Wie bei Anja Banzhaf in ihrem Buch „Saatgut – wer die Saat hat, hat das Sagen“ nachzulesen ist, versprachen sich die Saatgutproduzenten bereits in der Anfangsphase der Hybridzüchtung ein lukratives Geschäft davon: „Zum ersten Mal wurden Samen aus einer Pflanze (damals Mais) gewonnen, die der Anbauer nicht wieder aussäen und dabei etwas ähnliches wie die Elternpflanze erwarten konnte. … Mit der Hybridzüchtung war ein Verfahren gefunden worden …. für das sich die kommerzielle Saatgutproduktion lohnte.“ Dies schlägt auch bei F1-Saatgut für den Hausgarten zu Buche: Die F1-Sorten sind meist doppelt so teuer wie die alten samenfesten Sorten. Und mögliche Unterschiede im Anbau, wie etwa die Gleichförmigkeit sind für den Hausgarten zu vernachlässigen. Und wie bei vielen alten Gemüsesorten können die älteren Züchtungen mit ihrem Geschmack überzeugen. Im Ertrag sind zwischen samenfesten Sorten und modernen Hybriden bei Radieschen und Rettichen außerdem kaum Unterschiede festzustellen.  .

Samenfeste Sortenauswahl: Radieschen und Rettiche von Frühling bis Herbst
Wesentlich ausschlaggebender für den Ernteerfolg ist die Berücksichtigung der Sorten nach Jahreszeit. So gibt es Frühlings-, Sommer- und Herbstsorten sowie lagerfähige Rettiche für Genuss und Vitamine im Winter.

Frühe Sorten für den ersten Anbau sind
z. B. Radieschen Saxa und Marika für den Anbau unter Glas und Riesenbutter für erste Freilandsaaten. Die meisten Frühlingssorten lassen sich auch für die Herbsternte ab Mitte August nochmal säen. Ebenfalls für Frühlings- und Herbstkultur geeignet, ist der weiße „Minirettich“ Eiszapfen.

Einige wenige Radieschensorten können ganzjährig angebaut werden, ohne früh zu schossen oder pelzig zu werden. Dazu gehören beispielsweise Sora oder French Breakfast, letzteres ist ein hübsches längliches Radis mit weißer Spitze. Im Herbst lassen sich mit dem schnell wachsenden French Breakfast noch späte Kulturen erzielen. Außerdem ist Riesen von Aspern, eine alte Wiener Sorte von beachtlicher Größe, ideal für den ganzjährigen Anbau. Für eine späte Aussaat im geschützten Anbau ist die seltene Sorte Wira geeignet.

Unter den Rettichen ist die frühe und schnell wachsende Sorte Fridolin zu empfehlen, ein weißer Rettich der schon nach 6 bis 8 Wochen erntefertig ist. Ebenso der rosafarbene Ostergruß, der als Bundrettich geerntet wird. Rettichsorten für die Herbsternte mit Anbau etwa Ende Juli sind Blauer Herbst und Winter, ein violettschaliger und lagerfähiger Herbstrettich oder Read Meat ein milder weißer Rettich mit rosafarbenem Herz. Ebenfalls ein Herbstrettich mit ausgeprägter Lagerfähigkeit ist Runder schwarzer Winter, der auch als Siruprettich bei Erkältungen verwendet wird.

Die genannten Sortenempfehlungen sind nur ein Ausschnitt aus der (leider teilweise ehemaligen) Sortenvielfalt an Radieschen und Rettichen. Wer im Lexikon der alten Gemüsesorten schmökert wird noch die eine oder andere interessante Sorte finden, die auch im Handel oder über Saatgutarchive noch erhältlich ist.

Einige der genannten Radieschen- und Rettichsorten bieten wir im Wiederverkauf aus dem Sortiment von Sativa Biosaatgut in Zusammenarbeit mit der Erhalterorganisation ProSpecieRara im Garten des Lebens Online-Shop an. Bei allen angebotenen Sorten handelt es sich um samenfestes Saatgut.

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Senfkohl, Asia-Senf oder auch Asia-Salat genannt, ist eine vielfältige Kulturpflanze die in China, Japan und anderen asiatischen Ländern eine lange Tradition genießt. Bei uns weniger bekannt erobern die Asia-Greens jedoch nach und nach die Hausgärten. Senfkohl liefert eine großartige und farbenfrohe Beigabe zu winterlichen Salaten, eignet sich für Smoothies und Wok-Gerichte oder schmeckt als Rohkost direkt aufs Brot.

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„Tatsoi“ im Dezember im Freiland

Die Kultur von Asia-Senf
Der Anbau im Hausgarten ist recht einfach und die Pflanzen stellen eine gute Nachkultur dar. Aussaaten erfolgen von Mitte August bis Anfang Oktober, entweder in Reihen oder breitwürfig in ein mit Kompost vorbereitetes Beet. Die Kultur im Freiland ist möglich, für eine gute Ernte in Spätherbst und Winter empfiehlt sich jedoch der geschützte Anbau in einem kalten Folientunnel oder Gewächshaus. Im Freiland ist auf einen Schutz vor Kahlfrösten zu achten.

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„Green Boy“ für die Herbst- und Winterernte als Babyleaf

Gegenüber einem Frühjahrsanbau, der zwar möglich ist, bringen die Herbstsaaten einen wesentlich besseren Ertrag. Die sogenannten Langtagpflanzen gehen im Frühling mit den zunehmenden Sonnenstunden recht bald in Blüte und können nur wenig beerntet werden. In der kalten Jahreszeit sind Witterungsabhängig jedoch bis zu vier Schnitte möglich.

Die erste Ernte erfolgt bereits nach 4 bis 6 Wochen. Geerntet wird als Babyleaf. Dabei werden die Blätter bei einer Größe von etwa 6 – 8 cm geschnitten ohne das Herz der Pflanzen, den Vegetationspunkt, zu verletzen.

Testanbau und Sortensichtungen
Den Anbau von kältetoleranten Babyleaf-Salaten und Asia-Senf beschreibt der US-amerikanische Erwerbsgärtner Eliot Coleman anschaulich in seinem Handbuch Wintergärtnerei. Doch auch hierzulande wird man auf die Kultur- und Vermarktungsmöglichkeiten der asiatischen Kohlverwandtschaft aufmerksam. Vor allem der energiesparende Anbau im Kalthaus bei gleichzeitig durchaus nennenswertem Ertrag macht sie interessant. So wurden im deutschen Gartenbau 2014 ausführlich dokumentierte Anbauversuche durchgeführt und in einem mehrjährigen Forschungsprojekt an der Versuchsstation Zinserhof in Österreich wurden Kulturverfahren für eine heizungsfreie Winterernte von Asia-Salaten entwickelt.

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„Grün im Schnee“ bei der Arche Noah Sortensichtung (Bildquelle Arche Noah)

Bei Arche Noah wurden diverse Senfkohl-Sorten aus dem Saatgutarchiv in einem Sichtungsanbau im Herbst 2016 getestet und verkostet. Auch hier haben die Ergebnisse überzeugt. Im Arche Noah Magazin vom November 2016 kann dazu ab Seite 24 (PDF Seite 13) nachgelesen werden.

Sortenempfehlungen für den Hausgarten
Für die Selbstversorgung mit frischem Grün in der kalten Jahreszeit sind verschiedene sehr kältetolerante Senfkohl-Sorten besonders interessant. Zwar lassen sich Ergebnisse eines Anbaus in einem großen Gärtnergewächshaus nicht unbedingt 1:1 auf die Kultur im Hobbygewächshaus oder Frühbeet übertragen. Richtungsweisend sind sie jedoch allemal.

Sorten mit guter Winterhärte bei gutem Ertrag sind aus eigener Erfahrung z. B. „Green Boy“, die rotblättrige Sorte „Bloody Mary“ bzw. „Red Giant“ oder der Rosetten-Pakchoi „Tatsoi“. Im Versuchsanbau erwies sich „Grün im Schnee“ als besonders ertragreich. Ein weiteres sogenanntes Blattstielgemüse mit viel Blattmasse ist „Namenia“, das traditionell auch bei uns – vor allem in Rheinland – unter der Bezeichnung Rübstiel angebaut wurde. Sehr dekorative Sorten sind außerdem z.B. „Golden Frills“, „Rouge Metis“ oder „Yellow Curled Giant“.

Saatgut von Senfkohl und Vermehrung für den Eigenbedarf
Für die genannten Sorten sowie einige weitere sind Saatgutanbieter einfach online zu recherchieren. Vermehrt tauchen aktuell neue und unbekanntere Sorten von Asia-Salaten im Saatguthandel auf, die zum Experimentieren im eigenen Garten einladen.

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Asia-Senf „Bloody Mary“ kurz vor der Blüte

Leider sind die Saatgutportionen oft sehr knapp bemessen und für den Babyleaf-Anbau nicht immer ausreichend. Dabei lassen sich die verschiedenen Sorten leicht selbst vermehren und liefern einen guten Ertrag an Saatgut.

Alle im Herbst angebauten Asia-Salate gehen im Frühling in Blüte und bilden bis zum Sommer die reifen Samen aus. Wie die gesamte Kohlverwandtschaft ist Asia-Senf fremdbefruchtend und die Frühlingsblüte stellt zugleich eine willkommene Bienen- und Insektenweide dar. Bei einem Bestand von etwa 30 – 50 Pflanzen für die Vermehrung, die man bei Babyleaf-Anbau leicht erreicht, erhält man mehr als genug Samen um die Sorte in den nächsten Jahren wieder anzusäen.

Verkreuzungen vermeiden
Asia-Salate, die botanisch derselben Art zugehörig sind verkreuzen sich untereinander. Dies ist einfach am botanischen Namen zu erkennen, hier die beiden geläufigsten in der Asia-Senf-Familie:

Brassica juncea, dazu gehört z. B. Red Giant
Brassica rapa, dazu gehört z. B. Namenia

Es darf immer nur eine Sorte derselben botanischen Zugehörigkeit, also juncea oder rapa (oder andere) gleichzeitig in die Vermehrung genommen werden, um sortenreines Saatgut zu gewährleisten. Da das Saatgut mindestens 5 Jahre keimfähig ist, steht einem jährlichen Wechsel für die Vermehrung verschiedener Sorten jedoch nichts im Wege.

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