Ganz aktuell steht die Wahlfreiheit für das, was wir essen möchten für jede und jeden einzelnen von uns auf dem Spiel

Am 19.12.2025 haben sich die Vertretungen der Länder im EU-Rat mit einer knappen Mehrheit für die Annahme des Trilogergebnisses und damit für die Deregulierung neuer Gentechniken ausgesprochen – trotz der Enthaltung Deutschlands. Nun kommt es darauf an, möglichst viele Mitlieder des EU-Parlaments davon zu überzeugen, bei der Abstimmung im EU-Parlament, die für den 9. März 2026 geplant ist, gegen den Verordnungsvorschlag zu stimmen.

Zur Online-Petition gegen eine Deregulierung der neuen Gentechnik
an die „EU Leader“ >
  (externer Link)

Neben der Deregulierung der neuen Gentechnik steht außerdem erneut eine Reform des Saatgutsrechts auf EU-Ebene auf dem Plan. Wie haben folgend verschiedene Filme und Berichte zusammengestellt, damit sich jede / jeder ein Bild von der Erhaltung alter Sorten und der Züchtungsarbeit an samenfestem Saatgut machen kann.

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Vor über 10 Jahren haben wir den Film „Die Saatgutretter“ schon einmal hier im Blog eingestellt. Der Film erschien zu der geplanten Reform des Saatgutrechts auf EU-Ebene. Der Vorschlag wurde damals abgelehnt und die Reform lag erst mal auf Eis.  Doch heute ist der Film aktueller denn je. Während 2013 die Diskussion zur geplanten Reform die breite Öffentlichkeit erreicht hat und die Pläne auf großen Widerstand gestoßen sind, scheinen die aktuellen Gesetzespläne zur Deregulierung der neuen Gentechnik und die geplanten Änderungen des Saatgutrechts (Link zu Petitionen) nicht bei der Öffentlichkeit anzukommen. Engagement und Widerstand kommt hauptsächlich von betroffenen Saatgutbetrieben, Bio-Bäuerinnen und Bauern sowie den Erhalterorganisationen.

Der Film „Die Saatgut-Retter“ gibt Einblicke in die Erhaltung und Weiterentwicklung von samenfestem Saatgut an Züchtungsstandorten in Frankreich und Deutschland und zeigt auf, welche wichtige Rolle die landwirtschaftliche Vielfalt und die genetischen Ressourcen im Hinblick auf Klimawandel und Ernährungssicherheit einnehmen.

Die Saatgut-Retter bei Films of the Earth > (externer Link)

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Die geplante Reform des Saatgutrechts kann vor allem für kleine Betriebe ihre Arbeit erheblich erschweren oder das Aus bedeuten. Als sich 2023 abgezeichnet hat, dass eine Reform des Saatgutrechts auf EU-Ebene wieder angestrebt wird, haben wir dazu den Film „Seeds of Europe“ veröffentlicht. Zwei junge Filmemacher reisen durch Europa und besuchen kleine Saatgut-Erhalter und Saatgut-Produzenten in ihrem Arbeitsumfeld. Der Dokumentarfilm gibt diesen kleinen Betrieben aus ganz Europa eine Stimme.

Zur Dokumentation „Seeds of Europe“ >

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Folgend außerdem ein interessanter Bericht über einen Pflanzenzüchter, der für Sativa Bio-Saatgut (Saatgutangebot bei uns im Shop) auf Sardinien neue, samenfeste und robuste Pflanzen für die biologische Landwirtschaft züchtet.

Kulturpflanzenzüchtung auf Sardinien
Auf einer kleinen Farm im Süden Sardiniens, zwischen dem Meer und den Bergen, wächst mehr als nur Gemüse. Hier leistet Fadi Kanso mit viel Wissen, Geduld und Leidenschaft einen wichtigen Beitrag zur Sicherung unserer zukünftigen Ernährung. Er züchtet neue, robuste Pflanzensorten für die biologische Landwirtschaft. Pflanzen, die dem Klimawandel standhalten, ohne Chemie gedeihen und dabei Geschmack und Vielfalt bewahren. Klassische Züchtung braucht Geduld: Oft dauert es sieben, acht, manchmal zehn Jahre, bis eine neue Sorte marktreif ist. Fadi Kanso kann diesen Prozess bei einjährigen Pflanzen bis auf die Hälfte der Zeit verkürzen. Dank des milden Mittelmeerklimas gibt es eine zweite Vegetationsperiode während des Winterhalbjahrs. Dies ist ein entscheidender Fortschritt in der Entwicklung klimaangepasster Sorten.

Leidenschaft trifft Wissenschaft
Der Agrarwissenschaftler und Pflanzenzüchter Fadi Kanso hat das Projekt Sa Frisa ins Leben gerufen, an einem Ort, an dem Pflanzenzucht unter sehr guten Bedingungen stattfinden kann. Auf drei Hektar Land bei Feraxi, in Küstennähe, baut er eine neue Zuchtinfrastruktur auf: Isolierungstunnel, optimal gestaltete Versuchsfelder, Bewässerungsanlagen, Hecken und Schutzbäume. Unter anderem wachsen hier auch hitzeresistente Meerrettichbäume, über fünfzig Feigensorten und neue Pflanzen für die Bio-Kosmetik. Gemeinsam mit Partnern wie Sativa, GZPK und weiteren Bio-Züchtern arbeitet Fadi Kanso an klimaangepassten Gemüse- und Getreidesorten, die Landwirtinnen und Landwirten in ganz Europa helfen können. Getragen wird das Projekt Sa Frisa vom Verein Mediterra Sementi, der innovative Züchtungsarbeit im Mittelmeerraum gezielt fördert und Partner von Fintan ist. Weitere Gewächshäuser sollen näher an der Küste entstehen. Dort reguliert das Meer die Temperaturen und bietet optimale Bedingungen für die Pflanzen. www.safrisa.bio (externer Link)


Im Sommer 2023 reisten zwei junge Filmemacher durch Europa und besuchten kleine Saatgut-Erhalter und Saatgut-Produzenten in ihrem Arbeitsumfeld. Der kurze Dokumentarfilm gibt diesen kleinen Betrieben aus ganz Europa eine Stimme, mit wunderschönem Filmmaterial, das in Irland, Luxemburg, Frankreich, Italien, Österreich und der Tschechischen Republik gedreht wurde.

Der Film zeigt nicht nur, dass vielfältiges Saatgut die Grundlage unserer Ernährung darstellt und vielfältiges Saatgut Vielfalt auf unseren Tellern ermöglicht. Sondern auch, dass vielfältiges Saatgut in Zeiten von Herausforderungen wie dem Klimawandel Resilienz in der Landwirtschaft und Ertragssicherheit schafft.
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Mehr zum Thema Saatgutvielfalt und Ertragssicherheit durch vielfältigen Anbau in einem unserer letzten Beiträge mit einem Rückblick auf die Gartensaison 2023.


Passend zu unserem Artikel vom August über CULINARS – Samen für Lebensmittel und in diesem Zusammenhang zum Thema samenfeste Züchtung und Open-Source Saatgut, ist vor kurzem ein lesenswerter Artikel im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschienen. Unter dem Titel „Die Sprenger im Roggen“ werden der bestehende Saatgutmarkt, der von wenigen Konzernen dominiert wird, beleuchtet und Initiativen für Saatgut als Gemeingut vorgestellt.

SZ-Artikel „Die Sprenger im Roggen“
Wie Open-Source-Samen die Landwirtschaft umkrempeln könnten >


Laufend versuchen wir unser Sortiment in unserem Garten des Lebens Online-Shop mit passenden Sämereien und Produkten zu erweitern. Insbesondere betrifft dies robuste und freilandtaugliche Gemüsesorten, die für den Hausgarten und die Selbstversorgung besonders geeignet sind.

So freuen wir uns ganz besonders, dass wir „CULINARIS – Saatgut für Lebensmittel“ für unseren Weiterverkauf gewinnen konnten, Saatgut einer jungen Initiative für ökologisches Saatgut. Der Fokus liegt dabei auf Sorten, die unter Low-Input-Bedingungen gut gedeihen, also mit wenig Düngung und auch mit Trockenheit gut zurechtkommen.

Tomaten mit Open-Source-Lizenz

Traditionelle Sortenfavoriten und Neuzüchtungen
Viele der Sorten aus dem CULINARIS-Sortiment sind als Favoriten aus umfangreichen Anbauvergleichen und Sortensichtungen hervorgegangen. Es handelt sich um traditionelle Raritäten oder um Neuzüchtungen aus ausgewählten Kreuzungspartnern. Viele der ursprünglichen Sorten stammen aus privater Erhaltung, von Saatgut-Initiativen oder aus Genbanken. Einige konnten im Rahmen von Forschungsprojekten (weiter-) entwickelt werden. Ein Schwerpunkt liegt bei freilandgeeigneten Tomaten. Seit bereits zwei Jahrzehnten züchtet CULINARIS an neuen Tomatensorten für den Anbau im Freiland.

Saatgut als Gemeingut: Open Source Seeds

Einige der CULINARIS-Neuzüchtungen, die Tomaten Sunviva, Vivagrande, Vivaroma und den Zuckermais Lisanco, bietet CULINARIS unter der Open-Source Saatgut Lizenz an. Durch diese Lizenz gelten die neu gezüchteten Sorten sowie deren Weiterentwicklungen dauerhaft als Gemeingut. Ein freier Zugang zu Saatgut, vor allem auch als Züchtungsmaterial, darf nicht durch Sortenschutz- oder Patentrechte eingeschränkt werden. Dies besonders hinsichtlich der sich verändernden Umweltbedingungen und der Konzentration weniger Konzerne auf dem globalen Saatgutmarkt.

Mehr zur Open Source Seeds Lizenz >

Saatgut von CULINARIS bei uns im Online-Shop
Jahreszeitlich bedingt haben wir erste Produkte aus dem CULINARIS-Sortiment in unseren Shop aufgenommen. Darunter den Adventskalender mit 24 Samen-Raritäten, der sich bestens als Geschenk für die Vorweihnachtszeit eignet. Weitere Sämereien aus dem Saatgutangebot von CULINARIS nehmen wir sukzessive in unser Angebot auf. Alle Samen sind Bio-zertifiziert.

Zum Saatgut-Adventskalender mit Gemüseraritäten >
Sämereien von CULINARIS im Shop von Garten des Lebens >


Die letzte Radieschenernte zum Jahresausklang. Die erste Wahl sind die unterschiedlich geformten Radieschen vielleicht nicht mehr, schließlich wurden die ersten und schönsten runden Wurzeln bereits im Laufe des Herbstes mehrmals geerntet. Jetzt musste jedoch auch das letzte Radieschen aus dem Beet im Gewächshaus weichen, um Platz zu schaffen für den in Mischkultur gesäten Feldsalat.

Dennoch erfreut diese winterliche Ernte als Ergänzung zu unseren Wintersalaten. WIRA heißt diese späte Radieschensorte, die von der Erhalter-Organisation ProSpecieRara als seltene und alte Sorte ausgezeichnet wurde. In Kooperation betreibt Sativa Biosaatgut einen Erhaltungsanbau für dieses kaum bekannte Herbst- und Winterradieschen. 

WIRA wird im Laufe des Septembers im geschützten Anbau gesät und es können knackige Radieschen ab Mitte Oktober bis in den Winter hinein geerntet werden. Bei anhaltenden Frösten im Herbst oder kurzfristig sehr tiefen Nachttemperaturen empfiehlt sich eine zusätzliche Abdeckung mit Gartenvlies, um Frostschäden zu vermeiden. Radieschen WIRA hat uns überzeugt und sich in unserem Sortiment ihren Platz erobert, saisonal ist Saatgut bei uns im Shop erhältlich.

Mit diesem kleinen Beitrag wünschen wir all unseren Lesern, Kunden, Partnern und Freunden einen glücklichen Start in das neue Jahr und in eine freudvolle und
ertragreiche Gartensaison!
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