Wie im Newsletter von Arche Noah für Oktober 2015 nachzulesen gewesen ist, hat die Saatgutinitiative Froesamlerne in Dänemark Verbesserungen der nationalen Saatgutgesetzgebung erwirkt:

„Künftig können wir Seed Savers Saatgut von nicht registrierten Sorten auch verkaufen. Bisher war das in Dänemark illegal”, erzählt Inger Heyerdahl-Jensen von Froesamlerne. Die neue Regelung wird von allen Saatgutakteuren mitgetragen – auch von der dänischen Saatgutwirtschaft.

Dazu Iga Niznik, politische Referentin von Arche Noah: „Wir freuen uns sehr! Das dänische Saatgutverkehrsrecht ist in Sachen Biodiversität nun Vorbild für ganz Europa.”

Es geht also doch – und Nationen wie Dänemark machen es uns vor! Bleibt zu hoffen, dass dieses Vorbild in ganz Europa auch auf politischer Ebene weitere Anhänger findet…

 


In den Spätsommertagen und bis in den Herbst hinein bescheren uns Paprika und Chili eine reiche Ernte. Der erste Frost kommt wie immer zu früh und noch viele warme Tage zum Ausreifen der Früchte sind unser Wunsch. Vor den ersten Minustemperaturen, können Paprika und Chili jedoch ins Haus geholt werden.

art_paprikaGetopfte Pflanzen, vor allem viele Chilisorten, lassen sich an einem hellen und nicht zu warmen Ort im Haus überwintern. Der bestehende Fruchtbehang kann noch ausreifen und geerntet werden und nach einem vorsichtigem Rückschnitt gibt es in der kommenden Gartensaison einen frühzeitigen Fruchtansatz.

Immer gelingt die Überwinterung nicht – vor allem Blattläuse machen den Pflanzen oft zu schaffen – ein Versuch ist dennoch lohnenswert, alleine schon für ein Ausreifen der Herbsternte.

Aber auch Paprika und Chili aus dem Anbau im Beet können für eine Nachreife ins Haus geholt werden. Hierfür werden die Pflanzen samt Wurzelballen ausgegraben, in Kübel gestellt und leicht gewässert. Unreife Früchte reifen im Haus oder auch im Keller auf diese Weise noch gut ab.

Und in der Küche freuen wir uns über die sommerlich-mediterranen Aromen:

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Peperonata

Zutaten für 6 Personen als Vorspeise

1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
2 rote und 1 gelbe Gemüsepaprika
2 Fleischtomaten
Olivenöl
Weißwein
Salz und Pfeffer

Zwiebel in feine Ringe und Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Die Paprika halbieren, das Kernhaus herausnehmen, waschen und in Streifen oder Rauten schneiden. Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl in einer Pfanne andünsten und mit einem Schuss Weißwein ablöschen. Die Paprika zugeben, salzen und pfeffern und zugedeckt bissfest garen. In der Zwischenzeit die Tomaten würfeln und zu den Paprika geben. Nochmal kurz erhitzen, dann vom Herd nehmen und durchziehen lassen. Eventuell noch einmal nachwürzen. Lauwarm mit frischem Brot servieren.

Wer es schärfer mag, kann auch Peperoni mit den Paprika mischen oder mit Chili-Öl nachwürzen.

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Bulgursalat mit Paprika und Gebratenem Hackfleisch

Zutaten für 6 Personen als Vorspeise

200 g Bulgur (Weizen, Kamut oder Dinkel)
1 TL Ras El Hanout (Gewürzmischung)
2 rote Spitzpaprika
300 g Hackfleisch, Lamm oder Rind
Rotes Paprika- und Chilipulver nach Geschmack
2 EL Petersilie und 1 TL Dill, gehackt
2 EL Zwiebelgrün, in Ringe geschnitten
1 TL Zitronensaft, 1 EL milder Essig, 2 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer, Öl zum Braten

Bulgur mit der angegebenen Menge Wasser zusammen mit dem Ras El Hanout und etwas Salz aufkochen, vom Herd nehmen und 20 Minuten quellen und danach im offenen Topf etwas abdampfen lassen. In der Zwischenzeit die Paprika putzen, vierteln und in dünne Streifen schneiden. Die Kräuter hacken bzw. schneiden. Aus Essig, Zitronensaft und Olivenöl eine Marinade herstellen. Das Hackfleisch in grobe Stücke zerteilen und mit Bratöl in einer heißen Pfanne braten. Dabei sollte das Hackfleisch nicht zu stark zerfallen. Mit Paprika, Chili und Salz würzen. Bulgur in eine Salatschüssel geben, mit den Paprikastreifen, Kräutern und der Marinade vermischen. Eventuell mit Salz und Pfeffer nochmal abschmecken. Zum Schluss das Hackfleisch unterheben und lauwarm servieren.

 


Nicht nur die alten Gemüsesorten sind vom Aussterben bedroht, sondern auch eine Vielzahl alter Obstsorten. In der roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen von 2012 werden allein ca. 400 Apfelsorten aufgeführt. Grund dafür ist u. a. das Verschwinden der Streuobstwiesen mit ihrem vielfältigen Obstbaumbestand.

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Eine Seltenheit stellen die Streuobstwiesen am Ökologischen Bildungszentrum dar, mit ihrer Lage in einer Großstadt wie München. Im Rahmen eines Beteiligungsprojektes erarbeiteten interessierte Ehrenamtliche zusammen mit dem ÖBZ die Lernstation Streuobstwiese. Auf der Einweihungsveranstaltung am Sonntag, dem 27.09.2016 werden in einer Führung biologische und ökologische Aspekte des Lebensraums Streuobstwiese genauso beleuchtet, wie historische, ökonomische und kulturelle Gesichtspunkte rund um den Apfel.

Besucherinnen und Besucher des ÖBZ können die Lernstation Streuobstwiese, ebenso wie die verschiedenen Gärten, jederzeit besichtigen. Entlang des Weges zeigen die informativen Tafeln direkt an den Wiesen viel Wissenswertes zum Thema Apfel und Streuobstwiese.

Im Anschluss an die Einweihung findet wie jedes Jahr im September der Erntetag des ÖBZ mit kulinarischen Spezialitäten aus den ÖBZ-Gärten statt. Des Weiteren stellt sich das Bohnenprojekt mit der neuen Ernte verschiedener Bohnensorten vor.

Diesen und weitere Termine rund um Garten und Natur finden Sie auf der Website des Ökologischen Bildungszentrums München.


Spätsommer und Herbst füllen den Erntekorb jedes Jahr mit bewährten und neu erprobten Schönheiten, mit Geschmackserlebnissen von fruchtig-süß bis aromatisch-scharf und mit der einen oder anderen Gemüserarität, die durchaus als kurios bezeichnet werden darf.
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Buschtomate Fuzzy Wuzzy

Tomaten Schönheiten
Unter den neuen Schönheiten sind einige Tomaten, wie die Buschtomate Fuzzy Wuzzy, die mit ihren rot-gelb gestreiften Früchten und silbrig-flauschigem Laub ganz besonders hübsch aussieht. Mit ihrem leicht überhängenden Wuchs eignet sie sich besonders gut für den Anbau in Töpfen und Balkonkästen. Auf Grund ihres säuerlichen Aromas ist sie leider nicht für jeden Geschmack erste Wahl.

Im Testanbau sind auch neue violett-farbige Tomatensorten. Eine besondere Rarität unter den Neuerwerbungen ist dabei Blue Orange Purple Strip, eine mittelgroße gelbe Tomate mit Spitze und violetten Schultern. Bei starker Sonneneinstrahlung werden die Früchte tief violett. Neben ihrer hübschen Optik überzeugt sie mit einem feinen und mild-obstigem Geschmack.
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Von violett nach rot – Paprika Macho

Neue bunte Paprika- und Chilisorten
Auch Paprika und Chili leuchten in den schönsten Farben. Dieses Jahr haben wir zwei neue Sorten, die von grün über violett nach rot abreifen, eine davon die kleinfrüchtige und scharfe Tri Fetti mit weiß-grün-violett panaschiertem Laub. Und die süße Spitzpaprika Macho.

Außerdem Santa Fe Grande ein Chili vom Jalapena-Typ, dickwandig mit wunderbar süß-fruchtigem Geschmack und deutlicher, aber aromatischer Schärfe.

Alle zusammen schön, geschmackvoll und wüchsig – das Ausprobieren neuer Sorten hat sich durchaus gelohnt!
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Litchi-Tomate Gigante

Zum Staunen und Bewundern
Nicht nur für unsere Nachmittage der Gemüseraritäten gibt es jedes Jahr einige ausgewählte Besonderheiten.

Die stachelbewehrte Litchi-Tomate bauen wir regelmäßig an, einfach weil sie uns so gut gefällt. Dieses Jahr brachten die Cocktailtomatengroßen und mild-fruchtig schmeckenden Früchte einen durchaus erwähnenswerten Ertrag direkt zum Frischverzehr. Geerntet werden kann allerdings nur mit Handschuhen. Sogar die Blätter sind mit aufrecht stehenden Stacheln besetzt.

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Reisetomate

Zu den Tomaten hat sich dieses Jahr außerdem die Reisetomate gesellt, die wirklich ein Kuriosum aus „Tomatenzehen“ darstellt und ein Kennenlernen allemal wert ist.

Saatgut dieser und vieler anderer seltener und für den Hausgarten interessanten Gemüsesorten  erhalten Sie im Garten des Lebens Online-Shop.

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Während die wärmeliebenden Gemüsearten mit der kühlfeuchten Witterung im diesjährigen Frühling nicht besonders gut zurecht kamen, sind Salate und Erbsen fröhlich gewachsen.

art_samenernte-erbseBeide Kulturen brauchen ausreichend Wasser, um sich gut zu entwickeln und nicht frühzeitig zu schossen bzw. um einen guten Fruchtansatz zu erzeugen. Etwas kühlere Temperaturen stören Salate wie Erbsen dabei nicht.

Als Ende Juni dann die große Hitze einsetzte waren Blütenstände und Hülsen bereits gut ausgebildet und in der Trockenheit konnte das Saatgut bei besten Bedingungen ausreifen. 2014 hatten wir genau das Gegenteil: die Erbsen wurden bei der Saatgutreife von Schimmel befallen und die Salatsamenernte fiel buchstäblich ins Wasser, sodass wir kaum Saatgut ernten konnten.

Umso mehr freuen wir uns dieses Jahr über eine makellose Ernte an Salatsamen und Erbsensaatgut. Als erstes konnten wir dabei die Samen des Winterkopfsalats „Zimska Salata Zupanja“ ernten.

art_samenernte-zimska„Zimska Salata Zupanja“ ist eine alte Salatsorte aus Kroatien für den Überwinterungsanbau (Zimska = Winter). Sie wird Anfang bis Mitte September gesät und die kleinen Salatrosetten überwintern im Kaltgewächshaus, Frühbeet oder auch direkt im Freiland. Im Frühling bilden sich dann bald schöne mittelgroße Salatköpfe für die erste Salaternte.

Das Saatgut haben wir ursprünglich von Arche Noah erhalten. Die Sorte wurde neben einer großen Anzahl anderer Überwinterungssalate im Zuge einer Diplomarbeit von Jakob Wenz und Matthias Wenger im Freilandanbau getestet und beschrieben (siehe Seite 228). Die Sortenbeschreibung aus der Literatur scheint jedoch abzuweichen, denn der Salat weist keine Sprenkelung wie Forellensalat auf, sondern höchstens einen leichten rötlichen Einschlag und ist hellsamig. Die weitere Beschreibung und die Abbildungen aus dem Testanbau entsprechen jedoch auch dem Sortenbild das wir bei uns im mehrjährigen Anbau beobachten konnten.

art_samenernte-zimska-samenEine Bestellung von Saatgut von „Zimska Salata Zupanja“ ist neben unseren anderen Salatsorten über den Garten des Lebens Online-Shop möglich.

Für Interessierte an der Samengärtnerei zur Gewinnung von Saatgut für den Eigengebrauch haben wir verschiedene Kurse und Vorträge im Angebot. Weitere Informationen und aktuelle Termine finden Sie in unserem Vortrags- und Seminarprogramm.

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