Ja es ist tatsächlich schon wieder so weit: Der Sommer zeigt sich von seiner besten Seite mit Ernten in Fülle und Überfluß. Fast ein wenig wehmütig kann man dabei jedoch schon werden, da mit den reichen Ernten auch die ersten herbstlichen Eindrücke spürbar sind.

art_erntetageDoch nun gilt es erst einmal die Gartenmühen der hinter uns liegenden Monate mit dem Genuss reifer Fruchtgemüse, schmackhafter Knollen und buntem Blattgemüse zu belohnen. Es wird gekocht und eingemacht und neue Rezepte werden kreiert und ausprobiert.

Und was koche ich jetzt damit?
Doch genau an dieser Stelle stellt sich für den einen oder anderen die Frage: Ja was koche ich jetzt damit? Besonders bei einigen unserer alten und nicht mehr so bekannten Gemüsesorten kann diese Frage durchaus berechtigt sein und ebenso wenn die “Zucchinischwemme” und die “Tomatenberge” über uns hereinbrechen. Daher werden wir in den nächsten Monaten wieder verschiedene Rezepte, Verarbeitungstipps und Buchempfehlungen zu Saisongemüse und alten Gemüsesorten einstellen.

Kochkurse Herbst- und Wintergemüse
Wer möchte kann auch einen unserer Kochkurse zu Herbst- und Wintergemüse besuchen, die sich mit saisonalen Spezialitäten und alten Gemüsesorten befassen:

Farbenfrohe Herbstküche >
Herbstgemüse und Feuerzauber >
Winterliche Gemüsevielfalt >

Ernte im Schulgarten
Auch in unseren Schulgartenprojekten stehen Ernte und Zubereitung ab dem kommenden Schulbeginn vorrangig auf dem Programm. Die Kinder ernten begeistert und auch wenn sie am liebsten direkt vom Beet naschen sind selbst gekochte Kürbissuppe oder Blechkartoffeln mit Kräuterbutter ein besonderes Erlebnis.

Fortbildungen für Pädagogen und Betreuungspersonen
Leider hat die Erfahrung gezeigt, dass auch viele Lehrkräfte und Betreuer nicht immer wissen, wie frisch geerntetes Gemüse zusammen mit den Kindern zubereitet werden kann. Über eine Seminarreihe der Naturindianer in München bieten wir daher Multiplikatoren-Fortbildungen zu Schulgartenthemen (einschl. Kochen und Konservieren) und gesundem und nachhaltigem Kochen mit Kindern an.

Der Schulgarten im Herbst und Winter >
Gesund und nachhaltig Kochen mit Kindern >

Für Fragen zu den angesprochenen Themen und Kursangeboten stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

 


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Der Schulgarten hat eine lange Geschichte und schon vor mehreren hundert Jahren sind die ersten Schulgärten dokumentiert, wobei ihr Zweck im Laufe der Zeit unterschiedlich gewesen ist. So dienten die Gärten zuerst meist als Anzucht- und Liefergärten für den naturkundlichen Unterricht und die Versorgung der Schulküchen sowie teilweise auch der Erholung. Kindern und Jugendlichen die gärtnerische Arbeit nahezubringen kam erst später hinzu.

Noch vor hundert Jahren in vielen Schulen Bestandteil des Schulunterrichts, hatte seit der Nachkriegszeit die Zahl der Schulgärten immer weiter abgenommen (außer ehemalige DDR) und erlebte erst in den 80ern des letzten Jahrhunderts durch den ökologischen Gedanken einen erneuten Aufschwung. In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Gärten für Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen weiter zugenommen. Vor allem in den Städten soll Kindern über pädagogische Gärten der Zugang zu Pflanzen, Erdboden, Wasser und Tieren (wieder) ermöglicht werden und die Schulgartenarbeit ist Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung geworden.

Heute sind Schulgärten Lernort und Naturerlebnis
Ein pädagogischer Garten ist Lernort, Lebensraum und Naturerlebnis. Er ermöglicht das Erkunden und Erfahren der Kreisläufe der Natur und fördert ganzheitliches, praxisbezogenes Lernen mit allen Sinnen.

Ganz konkret können Kinder Pflanzen und Tiere und ihre Lebensräume unmittelbar beobachten und erleben, sie lernen den Anbau von Gemüse, Kräutern und Obst im Zyklus der Jahreszeiten und erfahren wie viel Wissen, Arbeit und Mühe notwendig sind, Nutzpflanzen erfolgreich zu kultivieren. Sie lernen die Vielfalt jenseits unserer Supermärkte kennen und ebenso die naturbelassene Zubereitung und Verarbeitung frisch geernteter Lebensmittel.

Wir freuen uns über diese Entwicklung, da wir über unsere Betreuung des Bairer Schulgartens (südöstlich von München, LK Ebersberg) erleben, mit welcher Freude und Begeisterung die Kinder die Möglichkeiten eines Schulgartens annehmen.

Gerne teilen wir unsere Erfahrungen von Aufbau und Betreuung von Schulgärten und bieten entsprechende Führungen und Schulungen an. Ebenso sind wir auf Fachtagungen vor Ort, wie 2013 auf dem Münchner Schulgartenforum und kommenden April auf dem Fachtag Schulgarten in Benediktbeuern.

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“Gärten sind seit ihrer Entstehung vor mehr als 5000 Jahren nicht einfach nur vom Menschen arrangierte Ansammlungen von Pflanzen, sondern immer auch Orte mit vielfältigen Beziehungen zur Ernährung, Heilkunde, Kunst, Geschichte, Religion, Bildung und Wissenschaft. Gärten sind daher Kulturgüter, in denen sich menschliches Denken, Fühlen und Handeln widerspiegelt. Seit Gärten bestehen, müssen sie auch Orte gewesen sein, an denen praxisorientiert gelehrt und gelernt wurde; denn gärtnerisches Wissen bedarf der Vermittlung vor Ort.”
                                                 Quelle: Gärtnern macht Schule, Ein Leitfaden für Schulgärten

 


Gestern fand im ÖBZ – Ökologisches Bildungszentrum München das Schulgarten-Forum statt. Etwa 50 Münchner Lehrer, die mit Projekten rund um den Schulgarten befasst sind nahmen an der Veranstaltung teil.

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Schulgarten Baiern

Wir freuen uns, dass wir mit unserem Vortrag “Kulturpflanzenvielfalt und samenfeste Sorten” als Referenten eingeladen waren. Der Vortrag befasst sich mit der Entwicklungsgeschichte unserer Nutzpflanzen, betrachtet die Gründe für den Verlust der Artenvielfalt und vergleicht samenfeste Sorten mit moderner Hybridzüchtung. Abschließend wurde unser Projekt zur Saatgutver- mehrung alter Gemüsesorten im Bairer Schulgarten gezeigt.

Thematisch passte der Vortrag zu dem liebevoll gestaltetes Sortiment an samenfesten Sorten, das Joachim Henle von Queerbeet für Schulgärten anbietet.

Weiterhin wurde “München summt” vorgestellt. Die Initiative engagiert sich für ein reges Bienenleben in der Stadt und bemüht sich darum Bienenstöcke auf prominenten Dächern und an repräsentativen Standorten in der Stadt aufzustellen. U. a. werden für Schulen Führungen und Informationsveranstaltungen angeboten. Sehr interessant war in diesem Zusammenhang der Vortrag eines Lehrers, der bereits erfolgreich mit seiner Schulklasse imkert.

Weitere Beiträge wurden von Franz Herold vom Verein Urbanes Wohnen vorgetragen, der sich mit der Umgestaltung und Bepflanzung von Schulanlagen befasst sowie von Peter Ruch, der u. a. in München – Berg am Laim eine pädagogische Farm unterhält.

Insgesamt blicken wir auf einen anregenden und lehrreichen Nachmittag zurück und freuen uns über das große Interesse, das samenfestem Saatgut und Kulturpflanzenvielfalt entgegen gebracht wurde.

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Gerne kommen wir mit unseren Vorträgen und Seminarangeboten auch zu Ihnen!
Dabei kann die Thematik auf die Bedürfnisse Ihrer Teilnehmer (z. B. von Schulen, Unternehmen, Gartenvereinen, Zusammenschlüssen von Feldgärtnern, etc.) abgestimmt werden. Verkostungen von saisonalen Gemüseraritäten können in das Vortragsprogramm aufgenommen werden. Bitte sprechen Sie uns an!