Tomaten lieben einen sonnigen und geschützten Platz. Ursprünglich kommt die Tomate aus Mittel- und Südamerika, deshalb kann sie mit Hitze und Trockenheit wesentlich besser umgehen, als mit Nässe. In unseren Breiten ist es daher nicht immer einfach Tomaten im Freiland zu kultivieren.

Die Braunfäule an Tomaten
Die Kraut- und Braunfäule ist die häufigste Krankheit an Tomaten. Gerade in regenreichen Sommern kann die Braunfäule in kurzer Zeit ganze Tomatenbestände vernichten. Der Braunfäulepilz ist ein Algenpilz, der für seine Entwicklung Feuchtigkeit und Temperaturen um die 20 Grad benötigt. Im Freiland, wenn die Tomaten über längere Zeit der Feuchtigkeit ausgesetzt sind – dafür reicht manchmal auch schon reichliche Taubildung mit langsamen Abtrocknen der Pflanzen – findet der Pilz für seine Vermehrung ideale Bedingungen. Außer den Blättern werden auch die Früchte mit bräunlichen, später faulenden Stellen, befallen.

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Ampeltomate Pendulina

Welche Sorten anbauen?
Neben verschiedenen vorbeugenden Maßnahmen wie luftiger und sonniger Stand, Mulchen und Vermeidung von Überdüngung und Übergießen der Pflanzen, spielt die Sortenauswahl eine entscheidende Rolle. Zum einen können frühe Sorten gewählt werden, die bereits vor dem Auftreten des Braunfäulepilzes erntereif sind. Andererseits gibt es eine Reihe robuster Sorten und  Wildtomaten, die sich gegenüber der Braunfäule als sehr tolerant erwiesen haben.

Frühe Buschtomaten
Vertreter der frühen Buschtomaten sind die Sub-Arctic-Typen wie Sub Arctic Plenty oder Sub Arctic Cherry, die für Gegenden mit kurzen Sommern gezüchtet wurden und relativ Kältetolerant sind. Sie haben eine kurze Vegetationsperiode, fruchten bald und das auch bei niedrigen Temperaturen. Es handelt sich dabei um kleinwüchsige buschige Pflanzen, teils mit hängendem Wuchs, die nicht ausgegeizt werden und Früchte in der Größe von Cocktail-Tomaten hervorbringen. Ähnlich frühe Sorten mit sehr guten Geschmack sind Pendulina, eine gelbe runde Ampeltomate und die etwas kleinere, ovale Rosa Ampeltomate.

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Buschtomate Podsneschnik

Einige Buschtomaten mit größeren Früchten verfügen über ähnliche Eigenschaften. Besonders aus Russland kommen verschiedene, empfehlenswerte Sorten wie die Sibirische Rote Frühe.

Bei uns haben wir mit gutem Erfolg Podsneschnik (Schneeglöckchen) mit runden roten Früchten kultiviert.

Bei einer Voranzucht ab Ende Februar ist eine Ernte meist schon im Juni möglich. Bis spätestens Mitte August (wenn viele andere Tomaten erst zu reifen beginnen) geht der Vegetationszyklus der frühen Buschtomaten dem Ende zu und sie sterben ab. Durch die kurze Vegetationsperiode ermöglichen sie eine Ernte vor dem Braunfäulebefall. Gleichzeitig entsteht ein insgesamt längerer Erntezeitraum zusammen mit den später reifenden Tomatensorten.

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Wildtomate Humboltii

Wildtomaten
Als sehr widerstandsfähig gegen die Braunfäule haben sich Wildtomaten erwiesen. Dazu gehören die kleinen Johannisbeertomaten, die als Naschtomaten sehr beliebt sind ebenso wie die Wildtomaten Rote Murmel und Golden Currant.

Eine sehr empfehlenswerte, etwas größer früchtige Wildtomate mit rot bis lachsfarbenen Früchten von bis zu 3 cm Durchmesser und bester Braunfäuletoleranz ist Humboldtii. Die großen, buschigen Pflanzen bringen ab August eine reiche und gesunde Ernte bis zum Frost. Alle Wildtomaten werden am besten ohne oder mit sehr wenig Ausgeizen am Spalier oder an Gerüsten gezogen. Als Stabtomaten und auch für das Gewächshaus sind sie auf Grund ihrer Wüchsigkeit und starken Verzweigung nicht geeignet (was aber auch nicht notwendig ist).

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De Berao rot

Robuste großfrüchtige Sorten
Am bekanntesten unter den großfrüchtigen und widerstandsfähigen Sorten sind die De Berao Typen. Unter Selbstversorgern und selbst im Bio-Erwerbsanbau hat De Berao sich einen sicheren Platz erobert.

Durch Auslesen sind neben dem roten Typ De Berao rosa und De Berao braun sowie eine gerippte Form entstanden. Auch wenn nicht alle Typen dieselbe Robustheit geerbt haben, sind sie für den Freilandanbau gut geeignet.

Dabei ist auf eine gute Mulchschicht zu achten, da De Berao bei ungleichmäßiger Wasserzufuhr zum Platzen neigt.

Fleischtomaten
Die meisten Fleischtomaten verfügen über eine eher niedrige Widerstandsfähigkeit gegen die Braunfäule. Ohne Überdachung oder einem gut durchlüftetes Gewächshaus wird der Anbau leicht zur Enttäuschung. Dies gilt für samenfeste Sorten in gleichem Maße wie für die meisten F1-Hybriden. Das Samenarchiv Gerhard Bohl hat einige Braunfäule stabile F1-Neuzüchtungen im Freilandanbau getestet. Jedoch setzte die Fruchtbildung und Reife meist so spät ein, dass man nur wenige Früchte ernten konnte [Quelle: „Die Braunfäule an Tomaten“, Abhandlung von Gerhard Bohl].

Eine sehr interessante samenfeste Sorte dagegen, die ebenfalls von Herrn Bohl im Test angebaut wurde, ist die Kartoffelblättrige Tiefgefurchte. Es handelt sich um eine Fleischtomate mit 400 – 800 g schweren Früchten.

Samen robuster, alter Tomatensorten kaufen
Einige der genannten Tomatensorten sind im Handel erhältlich. Der größere Teil ist über Saatgut-Archive und Erhalter zu beziehen. Die genannten Ampeltomaten, die Wildtomate Humboldtii, De Berao, Cuban Pink und einige andere robuste Tomatensorten führen wir in unserer Saatgutliste und können bei uns bestellt werden.

Thematisch verwandter Beitrag vom August 2016:
Regensommer und die Braunfäule an Tomaten – Alte Tomatensorten können punkten >

 


art_winter2Auch wenn es draußen noch etwas ungemütlich, teils kalt und winterlich ist, beginnt langsam aber sicher die Aussaat-Saison für das kommende Gartenjahr.

Ab Ende Februar werden Paprika, Auberginen und kältetolerante Tomaten vorgezogen. Salate und frühe Kohlsorten sogar noch eher, wenn die Pflanzen geschützt im Frühbeet, Kaltgewächshaus oder Folientunnel ausgepflanzt werden können. Auch Kulturen, die etwas später vorgezogen werden, wie Tomaten ab Mitte März und Kürbisse und Zucchini Anfang April sowie frühe Freilandaussaaten – z. B. die ersten Erbsen, Spinat und Radies – werden schon geplant.

Neben bewährten Lieblings-Sorten, die man jedes Jahr gerne wieder anbaut, wird das eine oder andere Plätzchen freigehalten um Neues auszuprobieren.

Saatgut-Archive
Eine Fundgrube sind hierbei die Saatgut-Archive, die eine Vielzahl an alten und interessanten Gemüsesorten anbieten. Einige empfehlenswerte Bezugsquellen haben wir unter dem Menüpunkt Gemüse und Saatgut aufgenommen – Vorsicht jedoch – es besteht Suchtgefahr 😉 und die Anbaufläche muss dann ständig erweitert werden… Eine kleine, aber feine Auswahl samenfester Sortenraritäten sind auch bei uns zu erwerben.

Sehr inspirierend ist in diesem Zusammenhang das Buch „Reichtum ernten“, das mit wunderschönen Abbildungen und Texten seltene Gemüsesorten und Menschen mit ihrer Vermehrungsarbeit portraitiert.

Saatgutauswahl
Vor einigen Tagen haben wir bereits einen Artikel zu F1-Hybriden gegenüber samenfesten Sorten veröffentlicht. Wer noch unschlüssig im Kauf neuer Sorten ist, kann darüber eine zusätzliche Entscheidungshilfe finden.

Zudem möchten wir nochmal auf die geplante Änderung in der Saatgutgesetzgebung hinweisen. Der offene Brief will zum Ausdruck bringen, dass es uns Gärtnern – ob im Hausgarten oder Erwerbsanbau – nicht egal ist, wie künftig mit Saatgut verfahren werden darf.

Die kommenden Wochen werden auch hier im Blog von Saatgutauswahl und Ansaaten geprägt sein. Einfach regelmäßig reinschauen: Wildtomaten bzw. wie man der Krautfäule ein Schnäppchen schlagen kann wird Thema sein, ebenso empfehlenswerte Salatsorten und andere Gemüse für die erste Ernte sowie der Anbau für die eigene Saatgutgewinnung.

 


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Wir freuen uns ein neues Kursangebot in Zusammenarbeit mit dem Mienbacher Waldgarten vorstellen zu dürfen: Obst und Gemüse im Hausgarten selbst kultivieren und vermehren.

Wann: 27. und 28. Juli 2013, jeweils Von 10.00 – 18.00 Uhr und 9.00 – 13.00 Uhr

In diesem 2-Tages-Praxisseminar lernen Sie alles über Gemüse, alte und neue Sorten, Samenernte, Humusaufbau, Warm- und Kaltkompostierung, Mulchwirtschaft, Mischkulturen, Intensiv- und Extensivwirtschaft … Dazu die Beeren, Wildbeeren und Obstarten, die eine dauerhafte Ernährungsquelle versprechen und wie man selbst vermehrt.

Weitere Informationen und Anmeldung unter Mienbacher Waldgarten.logo_mienbacher-waldgarten

Permakultureller Waldgarten
Der Mienbacher Waldgarten ist ein permakultureller Waldgarten. „Dies beinhaltet eine nachhaltige Landwirtschaft, ein Wirtschaften mit der Natur… Es geht um Artenvielfalt, um Symbiosen. Ein Waldgarten ist nicht nur ein Wald, nicht nur eine Streuobstwiese, nein, ein Waldgarten bietet Essen, Schutz, Rückzug, Erholung und ein Auskommen… Ganz klar in einem Wort ausgedrückt: Ein Paradies!…“