Kaum sind die letzten kalten Tage vergangen, kann man es kaum mehr erwarten im Garten tätig zu werden. Im Haus werden Pflänzchen vorgezogen und die Beete geplant. Bei uns sprießen bereits die ersten Saaten von Paprika und Chili, Auberginen, den ersten Tomaten, Salat und Frühkohl. Im Folientunnel sind die ersten „frühen“ wie Feldsalat und Cime di Rapa gesät.

Für eine erfolgreiche Jungpflanzenkultur haben wir bereits im letzten Jahr eine ganze Reihe Tipps, vor allem für die Anzucht der wärmeliebenden Gemüsesorten, in einem Blogbeitrag zusammengefasst. Und in unseren Gemüseportraits ist ebenfalls viel Wissenswertes zu Ausaat und Anbau zu finden.

Saatgutfest in München
Wer sich noch kurzfristig mit alten und samenfesten Gemüsesorten eindecken möchte, ist am kommenden Sonntag, dem 24.2.2019 auf dem Saatgutfestival im ÖBZ in München richtig. Garten des Lebens ist wieder als Aussteller und mit einem Vortrag vor Ort. Im Gepäck haben wir eine Auswahl unserer Samen aus Erhaltungsanbau und das Buch „Mein Biogemüse-Garten“ von Annette Holländer / Garten des Lebens.

Neu: „Mein Biogemüse Gartenjahr“
Frisch aus der Druckerpresse außerdem der neue Gartenplaner „Planen, Säen, Ernten – Mein Biogemüse Gartenjahr“. In einem kompakten Buchformat werden für jede Kalenderwoche zwei Seiten angeboten, auf denen die eigenen Gartennotizen eingetragen werden können sowie Kurzbeiträge passend zur Saison zu finden sind. Daneben ist auch ein Saisonkalender enthalten und im Anhang ist Platz für die eigene Beetplanung. Neben Texten aus dem Buch „Mein Biogemüse-Garten“ sind neue und informative Zusammenfassungen zu Aussaat, Aufzucht und Lagerung enthalten, ebenso wie verschiedene Kräuterportraits.

Selbstverständlich kann der Gartenplaner (Preis 15,00 Euro) auch direkt über uns bezogen werden. Anfragen und Bestellungen bitte an publikationen@garten-des-lebens.de

 


Scharf und aromatisch
In der kalten Jahreszeit ergänzt Chili als wärmendes Gewürz viele Speisen. Der scharfe Wirkstoff Capsaicin verfügt zudem über antioxidative, entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften, wovon wir gerade im Winter profitieren. Einer scharf-fruchtigen Variante widmen wir daher heute zum Jahresausklang ein Gemüseportrait.

Gleichzeitig wünschen wir allen unseren Freunden, Kunden und Kooperationspartnern einen glücklichen und gesunden Start ins neue Jahr mit tausendfachen Gartenfreuden in der kommenden Saison. Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit und für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit und unser Saatgut!
.

Chili Lemon Drop

Chili Lemon Drop

Lemon Drop zählt zur Gattung der Paprika und Chili (Capsicum) und dabei zur Unterart Capsicum baccatum. Letztere weist oft ein fruchtiges oder säuerliches, an Zitrusfrüchte erinnerndes Aroma auf. So verfügt auch Lemon Drop über eine zitronig-fruchtige Schärfe bei einem Schärfegrad von etwa 7.

Anbau:
Im Laufe des Februar wird Lemon Drop wie auch andere Paprika- und Chili in Aussaatschalen oder kleinen Töpfchen vorgezogen. Alle Paprika- und Chilisorten benötigen viel Wärme für eine gute und zügige Keimung. Die ideale Keimtemperatur liegt bei etwa 25°. Nach der Keimung werden die kleinen Pflanzen so hell wie möglich und etwas kühler gestellt, um Geilwuchs zu vermeiden. In Aussaatschalen angezogene Chili-Pflänzchen werden nach der Bildung des 2. Blattpaares in kleine Töpfchen mit nährstoffreicher Erde pikiert. Dasselbe gilt für Ansaaten in nährstoffarmer Aussaaterde.

Nach den letzten Frösten kann an einen warmen und geschützten Ort im Garten oder in große Töpfe gepflanzt werden. Die Topfkultur hat den Vorteil, dass die Pflanzen im Herbst zur Nachreife und ggf. auch zum Überwintern ins Haus geholt werden können.

Wuchsform:
Lemon Drop bildet große und buschige Pflanzen bis zu einer Höhe von 1,60 m. Einzelne Pflanzen können mehr als 100 Früchte hervorbringen.

Vermehrung:
Wie alle Paprika- und Chilisorten ist auch Lemon Drop grundsätzlich ein Selbstbefruchter. Dennoch können Verkreuzungen durch Insekten auftreten. Für eine sortenreine Vermehrung sollte daher nur die eine Chilisorte angebaut oder entsprechend mit Insektenschutznetz isoliert werden.

Die Samen sind erntebereit, wenn die Chilischoten ihre tiefgelbe Reifefarbe angenommen haben. Auf Grund der Schärfe sollten die Samen nur mit Einweghandschuhen aus den Schoten genommen und zum Nachtrocknen ausgelegt werden. In gut verschlossenen Schraubgläsern dunkel und kühl gelagert bleiben die Samen mindestens 3 Jahre keimfähig.
.

Ernte und Verwendung:
Die Ernte der reifen und scharfen Chilischoten erfolgt laufend ab etwa August und sie eignen sich vorrangig als Würze und weniger zum Direktverzehr. Grüne Exemplare sind weniger scharf, jedoch auch nicht so aromatisch.

Vor den ersten Frösten werden alle reifen Chili geerntet. Frische Schoten lassen sich zu einer aromatischen Salsa verarbeiten. Für den Gewürzvorrat können die Schoten mit oder ohne Samenkerne bei Temperaturen um die 60° getrocknet und zu Chiliflocken oder zu einem feinen Chilipulver vermahlen werden. Die zitronige Schärfe von Lemon Drop passt besonders gut zu Curry- und Kokosmilchgerichten und wird für Salate und Dips verwendet.

Geschichte:
Wie die meisten Baccatum-Sorten stammt Lemon Drop aus Südamerika, vermutlich Peru. Die Sorte ist auch unter den Namen Hot Lemon oder Aji limón bekannt und hat sich erst in den letzten etwa 20 Jahren unter Hobbygärtnern in Europa stärker verbreitet und erfreut sich nun zunehmender Beliebtheit.

 


Nachtrag zu unserem Artikel Einfach neue Beete anlegen – das Mulchbeet: So sieht das Mulchbeet nun nach der Ernte der Kartoffeln aus. Eine schöne krümelige und humose Erde. Über den Winter wird erneut eine Mulchschicht ausgebracht und für den kommenden Frühling ist ein neues Gemüsebeet bereit.

Und auch die Kartoffelernte kann sich sehen lassen, obwohl die Mulchschicht gar nicht so hoch und der Sommer sehr trocken gewesen ist.

 


Bei Neuanlagen von Gartenbeeten für den Gemüseanbau stellt sich immer die Frage, welche Methode am sinnvollsten ist. So können die Rasensoden abgestochen, umgedreht und mit Kompost versehen in ein Beet verwandelt werden. Sollen Pflanzen mit großem Wurzelballen verpflanzt werden, kann es auch notwendig sein die Rasensoden abzuheben. Bei einem verdichteten oder aus anderen Gründen schwierig zu bewirtschafteten Mutterboden können Hügelbeete eine sinnvolle Alternative darstellen. Zumal sie auch eine Humusanreicherung des ursprünglichen Bodens bewirken.

Die einfachste Methode – das Mulchbeet
All diese Methoden ein Beet anzulegen sind nicht nur mit Zeitaufwand und körperlichen Anstrengungen sondern auch mit einer Störung des Bodenlebens verbunden bzw. kann sich die Materialbeschaffung als schwierig erweisen.

Die einfachste und schnellste Methode ein neues Beet anzulegen ist das Mulchbeet. Im ersten Jahr der Anlage ist das Beet zwar nicht für alle Gemüsekulturen geeignet. Für eine langfristige Nutzung lassen sich jedoch auch größere Flächen einfach in einen fruchtbaren Gartenboden umwandeln.

mulchbeet3Wie funktioniert das Mulchbeet?
Zuerst werden auf der Grünlandfläche, die für die Gemüsebeete vorgesehen ist, unbedruckte Kartonagen ausgelegt. Sinnvoll sind je nach Kartonstärke doppelte, in jedem Fall überlappende Lagen.

Auf den Kartons wird Humus, Kompost, Mistkompost – was zur Verfügung steht – ausgebracht.

mulchbeet4Als Abdeckung wird eine dicke Schicht Mulch aus Stroh, Grasschnitt, Laub oder eine Kombination aus verschiedenen Mulchmaterialien darauf verteilt. Das ganze Beet wird im Anschluss gut eingegossen, dies auch unter Verwendung von EM (Effektive Mikroorganismen) im Gießwasser.

Das Mulchbeet könnte nun eine Sommer- und Wintersaison so liegen bleiben. Durch die Abdeckung, die verhindert dass Licht an den Unterboden gelangt, stirbt die ursprüngliche Vegetation ab und mit Hilfe der fleißigen Bodentierchen wird fruchtbarer Humus daraus.

Das Kartoffel- oder Gemüsemulchbeet
Bei einer Gartenneuanlage erfordert ein Jahr lang warten große Geduld. Mit einigen Gemüsesorten lassen sich Mulchbeete jedoch sofort bepflanzen.

Eine Variante ist das Kartoffelmulchbeet. Hierbei werden auf die Kartonagen vorgetriebene Kartoffeln ausgelegt und mit Kompost und / oder verrottetem Mist bedeckt und mit einer dicken Strohschicht abgedeckt. Auch hier wird gut eingegossen. Durch die aufgeweichten Kartons können die Kartoffeln bald Wurzeln in den Unterboden ziehen. Die Knollen für die Ernte werden oberhalb der Saatkartoffel in der aufgebrachten Substratschicht gebildet. Auch wenn die Ernte nicht so üppig ausfällt wie in einem herkömmlichen Kartoffelbeet überwiegt der Zweifachnutzen. Schließlich deckt das Kartoffelkraut die Fläche zusätzlich ab und der Kartoffelanbau sorgt für eine krümelige Bodenstruktur.

mulchbeet5Gemüsesorten wir Kürbisse und Zucchini lassen sich gut für ein Gemüsemulch-
beet
nutzen. Die Vorbereitung entspricht dem Kartoffelmulchbeet, wobei die Mulchschicht nicht so hoch sein muss. Für das Einsetzen der vorgezogenen Pflanzen werden an der jeweiligen Pflanzstelle Löcher in die Kartons gerissen, damit die Gemüsepflanzen schneller einwurzeln können.

Auch Kürbisse tragen mit ihrem rankenden Grün dazu bei, die Fläche abzudecken und Unterbewuchs zu vermeiden.

Gute Erfahrungen haben wir bereits mit Gemüsemischkulturen im frischen Mulchbeet machen können. So können Stangenbohnen und / oder Mais Kürbispartner sein. Im Kartoffelbeet säen wir Begleitpflanzen wie Koriander oder Mohn zwischen die Reihen. In unserer zuletzt angelegten Mulchbeetfläche sind Kartoffeln, Kürbisse, Stangenbohnen, Zucchini und Freilandpaprika mit gutem Erfolg gepflanzt. Dazwischen suchen sich mit dem Kompost mitgebrachte Pflanzen wie die Mariendistel ihren Platz. Bei einer Kombination mit Paprika ist auf eine gute Bodenabdeckung durch die Mulchschicht zu achten und ebenso dürfen die Kürbisse die Paprika nicht beeinträchtigen.


Buchcover-Biogemüsegarten„Mein Biogemüse-Garten“ das Standardwerk zu Anbau und Vermehrung samenfester Gemüsesorten von Annette Holländer ist ab sofort im Handel erhältlich
Wir freuen uns wie die „Schneekönige“ (passt ja auch gerade zum Wetter), dass das bereits angekündigte Biogemüse-Garten Buch von Annette Holländer zu Anbau und Vermehrung samenfester Gemüsesorten jetzt im Handel erhältlich ist. Selbstverständlich kann auch gerne weiterhin direkt bei Garten des Lebens unter publikationen@garten-des-lebens.de ohne zusätzliche Versandkosten bestellt werden.
.

Hier gehts zur Leseprobe „Mein Biogemüse-Garten – das Standardwerk zu Anbau und Vermehrung samenfester Sorten“ >

.
Buchlesungen „Mein Biogemüse-Garten“

Aktuell sind drei Buchlesungen geplant, in denen das Buch inhaltlich vorgestellt wird und interessierte Besucher darin blättern und signierte Exemplare erwerben können.

Buchlesung im Ökologischen Bildunsgzentrum in München, Englschalkinger Str. 166
Termin: 18.03.2018, 15:00 Uhr parallel zum Sonntagscafe, Anmeldung erbeten >

Buchlesung auf den Fürstenfelder Gartentagen, Schloss Fürstenfeld
Termin: 19.05.2018, 16:00 im kleinen Saal

Buchlesung im Bauernhofmuseum Amerang
Termin: 20.05.2018, 15:00 Uhr in der Stube des Vierseithofes

Außerdem liegt auf den kommenden Saatgutveranstaltungen das Buch ebenfalls zur Ansicht und zum Verkauf auf.

.
Dank an alle Mitwirkenden

Gestern erhielten wir die ersten Belegexemplare. Etwa 1 Jahr Vorbereitung, Schreiben (viel Schreiben), Fotografieren, Layouten, Lektorieren und Korrekturlesen stecken in so einem Buch. Es dann in Händen zu halten und zum ersten Mal im gedruckten Werk zu blättern ist ein ganz besonderer Moment.

Wir möchten uns bei allen Freunden und Kunden für Ihre Vorbestellungen und das damit verbundene Vertrauen bedanken. Ein großer Dank geht außerdem an den EMF Verlag, der mich angefragt hatte und an Kullmann & Partner, die die Umsetzung des Buches großartig unterstützt haben.