br_salatSaatgutverordnung – Das Hoffen auf die Reform
Schon lange kritisieren Umweltschützer, dass der Saatgutmarkt immer stärker von Großkonzernen dominiert wird. Weltweit werden 75 Prozent des gesamten Saatguts von nur zehn Konzernen vertrieben. Warum eigentlich?

„Unser Land“ hat unter der Regie von Norbert Haberger zu diesem Thema mit Annette Holländer (Garten des Lebens) in ihrem Garten und in den Gemeinschaftsgärten des ÖBZ (Ökologisches Bildungszentrum München) mit der Regionalgruppe des VEN einen Beitrag gedreht, der am 5.7.2013 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt ausgestrahlt wurde.

Zum Beitrag auf der Website von „Unser Land“ >
Direkt zum Film >

PS: Leider wurde im Beitrag der Name des Salats verwechselt. Es handelt sich bei der abgebildeten Sorte um „Gelber Kaiser“ und nicht um „Altöttinger Großkopfoada“, der im selben Beet angebaut war.

Seminarangebot alte und samenfeste Kulturpflanzen
Wer Interesse hat an alten und samenfesten Kulturpflanzen, deren Anzucht und Vermehrung ist herzlich zu unseren Seminaren eingeladen:

2-Tages-Praxiskurs am 27. und 28. Juli 2013:
Obst und Gemüse im Hausgarten selbst kultivieren und vermehren >

Praxiskurstage am 13. Juli und am 7. September 2013:
Gemüse und Kräuter selbst vermehren – Samengärtnerei für den Hausgarten >

 



Neuer Termin!

Leider verschiebt sich der Termin des Praxis-Seminars „Permakultur im Paradiesgarten“
auf Samstag und Sonntag, den 10. und 11.08.2013, da der Acker mit der Wintergerste witterungsbedingt nicht rechtzeitig vor dem bisher geplanten Termin abgeerntet werden kann.

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Auf dem Gelände des geplanten sozialökologischen Gemeinschaftsprojekts “Paradiesgarten“ im westlichen Landkreis Fürstenfeldbruck, Moorenweis-Brandenberg findet das erste Permakultur Praxisseminar statt.

Kulturpflanzenvielfalt im Permakultur-Garten
Ab Juli 2013, nach der Ernte der Wintergerste, werden Grundstück und Bewirtschaftung nach Permakultur-Prinzipien und zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt umgestellt.

Entsprechend befasst sich das Seminar mit den Grundlagen der Permakultur, Geschichte und Erhaltung unserer Nutzpflanzen und Anbau zur Selbstversorgung sowie der Umstellung von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Konkrete Planungsarbeiten sollen den Grundstein für die weitere Realisierung des „Paradiesgartens“ legen.

Seminarprogramm und weitere Informationen >
Anmeldung: seminare@garten-des-lebens.de

 


Seit 1998 lobt der VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt) ein „Gemüse des Jahres“ aus.  Ziel ist es –  neben der Informationsarbeit zu Nutzungs- und Kulturgeschichte und zu botanischen und sortenkundlichen Merkmalen – alte, im Handel nicht mehr erhältliche Sorten aufzuspüren und wieder in die Vermehrungsarbeit zu bringen. Für das kommende Jahr 2013/2014 fiel die Wahl für das Gemüse des Jahres auf die Zwiebel.

art_zwiebeln

Küchenzwiebeln

Als eine der ältesten Kulturpflanzen wird die Zwiebel schon seit mehr als 5000 Jahren als Heil-, Gewürz- und Gemüse- pflanze angebaut.

Dabei ging die Bedeutung der Zwiebel in einigen Kulturen über die Nutzung als Lebensmittel hinaus. Bei den alten Ägyptern wurden Zwiebeln den Göttern als Opfergabe angeboten, sie waren eine Art Zahlungsmittel und wurden den Toten für die Reise ins Jenseits beigelegt.

Auch bei den Römern zählten Zwiebeln zu den Grundnahrungsmitteln und durch römische Legionäre wurde die Zwiebel „cepula“ in Mitteleuropa eingeführt, wo sie sich zu einer der bedeutendsten Gemüsearten entwickelte.

Zwiebelgewächse (Alliacea)
Die wichtigste Gattung der Zwiebelgewächse ist Allium wozu u.a. die Küchenzwiebel, Lauch und Knoblauch gehören. In der Küche ist die Zwiebel als Gewürz und Gemüse geradezu unabkömmlich.

Überblick über die artenreiche Allium-Familie:

  • Küchen- und Speisezwiebel (cepa L.)
  • Familienzwiebel, Schalotte und Kartoffelzwiebel (var. ascolonicum / var. aggregtum)
  • Etagenzwiebel, Luftzwiebel, Johanniszwiebel (x proliferum)
  • Winterheckenzwiebel, Stängelzwiebel, Lauchzwiebel (fistolosum)
  • Lauch/Porree, Perlzwiebel (ampeloprasum)
  • Schnittlauch (schoenoprasum)
  • Knoblauch (sativum)
  • Knolau, Schnittknoblauch, Chinesischer Knoblauch (ramosum L., tuberosum)
  • Bärlauch (ursinum)


Die botanische Sortenzugehörigkeit ist wichtig, wenn man Zwiebeln vermehren möchte. Zwiebeln sind nämlich strenge Fremdbefruchter und Vertreter der selben Art verkreuzen sich untereinander. Die schönen Blüten der Zwiebelgewächse ziehen viele Insekten an, die die Bestäubung übernehmen.

Vermehrung über Samen
Küchenzwiebeln, Lauch und Porree lassen sich nur über Samen vermehren. Dabei ist zu beachten, dass Zwiebeln zweijährig zu vermehren sind. Im ersten Jahr bilden sie Steckzwiebeln bzw. Speiselauch/Lauchzwiebeln aus, die überwintert werden und im Folgejahr zur Blüte kommen. Für die Vermehrung benötigt man ca. 20 schöne, spätschossende Exemplare.

Vegetative Vermehrung
Einige Zwiebelgewächse können über Samen und vegetativ vermehrt werden, bzw. entwickeln einige Arten keine Blüten und werden nur über Brutknöllchen oder Teilzwiebeln/Zehen vermehrt. Dazu gehören z. b. Etagenzwiebeln, Schalotten und Knoblauch.

Schnittlauch und Winterheckenzwiebel können neben Samen auch über die Teilung der Stöcke vermehrt werden.

Wer sich intensiver mit der Vermehrung von Zwiebelgewächsen befassen will, findet im Handbuch der Samengärtnerei von Andrea Heistinger, vorgestellt in unserem Artikel Samengärtnerei im Hausgarten, ein ausführliches Kapitel dazu.

 


samenfestAm Sonntag, den 21. April veranstaltet die Initiative Samen des Wandels im Spitalhof in Dinkelsbühl das erste Samenfest. Das Anliegen des Festes sind Samen – die Grundlage unseres Lebens. Samen des Wandels möchte zum Thema informieren und zur Eigeninitiative aufrufen.

Insbesondere geht es darum, das Bewusstsein zum Thema Samen, Saatgutpolitik, Sortenvielfalt und gesunde Nahrung im Kontext der regionalen Ökologie zu fördern und den Boden für ein regionales Netzwerk zur freien Saatgutvermehrung zu bereiten.

 

 

Das Fest im Spitalhof ist am 21. April ab 11:00 Uhr für Gäste geöffnet:

  • Samen- und Setzlingsbörse
  • Aussteller aus der Region
  • Abwechslungsreiches Vortragsprogramm
  • Infostände mit Fachliteratur und Bezugasadressen für Pflanzen-und Saatgutbeschaffung
  • Buntes Kinderprogramm
  • Snack- und Erfrischungsecke von Herstellern regionaler Produkte


Zur Website mit allen Informationen zum Dinkelbühler Samenfest >

Wir freuen uns, als Aussteller mit Saatgut und Jungpflanzen sowie unserem Vortrag „Samengärtnerei und Permakultur“ am Samenfest teilnehmen zu dürfen.

 


Bohnen haben eine lange Kulturgeschichte und zählen weltweit zu den wichtigsten Nutzpflanzen. In Mitteleuropa waren Puffbohnen (Vicia faba), auch Saubohne, Dicke Bohne oder Ackerbohne genannt Jahrtausende lang ein unentbehrliches Grundnahrungsmittel.

Flageolet-Bohne Chevrier Vert

Bohnenblüte Chevrier Vert

Erst durch die Einführung der Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) aus der Neuen Welt wurden die Puffbohnen nach und nach durch die „Einwanderer“ ersetzt, die schon vor mindestens 7000 Jahren hauptsächlich im Hochland von Mexiko kultiviert wurden.

Bunte Vielfalt
Insgesamt gibt es tausende Sorten von Gartenbohnen in unterschiedlichsten Farben und Formen. Wer sich für die kommende Saison noch mit besonderen Bohnensorten versorgen will, hat jetzt noch Zeit aus einer kaum überschaubaren Vielfalt, die vor allem über Saatgutarchive angeboten wird, auszuwählen. Ein kleines, aber feines Sortiment von seltenem Bohnensaatgut bieten wir auch über Garten des Lebens an.

Aktuelle Saatgutliste und Bestellung von Bohnensamen >

 

Unsere Bohnengalerie

Anbau von Gartenbohnen
Bei den Gartenbohnen unterscheidet man die hochwachsenden Stangenbohnen, die je nach Sorte sogar 3 bis 4 m Höhe erreichen können und entsprechende Kletterhilfen benötigen. Die sogenannten Reiserbohnen erreichen eine mittlere Höhe von ca. 1,20 bis 1,80 m. Einige Sorten können auch als Maisbohnen gepflanzt werden. Buschbohnen, mit ihrem niedrigen Wuchs sind besonders gut für den Feldanbau geeignet.

Gartenbohnen sind wärmeliebender als die Puffbohnen und werden daher erst nach den letzten Frösten ausgepflanzt oder direkt ins Freiland gesät. Für die Ernte von Trockenbohnen – auch zur Saatgutgewinnung – werden die später reifenden Sorten am besten unter Glas vorgezogen.

Eine Kulturanleitung haben wir innerhalb des Gemüseportraits von „Cherokee Trail of Tears“ veröffentlicht. Die Beschreibung zu Anbau und Saatgutgewinnung lässt sich grundsätzlich auf andere Bohnensorten übetragen.

Gemüseportrait: Stangenbohne Cherokee Trail of Tears >

Bohnen in der Küche
Die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten der Bohne bereichern unseren Speisezettel über das ganze Jahr. Jung geerntet wird die Gartenbohne als grüne Bohne (auch Fisole genannt) in Form von Butterbohnen oder Bohnensalat zubereitet. Einige Sorten, wie die Kipflerbohnen, eigenen sich bestens zur Ernte im halbreifen Zustand als Brechbohnen z.B. für Speckbohnen. Bei der Verwendung als Palbohne werden die milchreifen Körner der Bohnen vor dem Trocknen der Hülsen geerntet, wobei es auch hier spezielle Sorten, z. B. Flageolet-Bohnen, mit besonders delikatem Geschmack gibt. Als Trockenbohnen stellen die ausgereiften Bohnen ein lagerfähiges Lebensmittel für die kalte Jahreszeit dar und eignen sich besonders für Suppen und Eintopfgerichte. Ein einfaches und köstliches Rezept ist z. B. die Lombardische Bohnensuppe.