Alte Gemüsesorten und Sortenraritäten sind mittlerweile nicht mehr nur in Gärten von passionierten Hobbygärtnern zu finden. Zunehmend reagiert auch die Gastronomie auf Angebote dieser wohlschmeckenden und optisch besonders ansprechenden Gemüsesorten.

art_gastronomieSo findet sich nicht nur immer mehr buntes Gemüse wie gelbe Tomaten oder violette Kartoffeln auf den wunderschön angerichteten Tellern anspruchsvoller Köche, sondern auch echte Raritäten wie Knollenziest, Erdmandel und Haferwurzel halten Einzug in professionelle Küchen.

Einladung zur Ausstellung und Verkostung von Gemüseraritäten
In diesem Sinn freuen wir uns zu einer Veranstaltung mit Ausstellung und Verkostung im Gasthof und Hotel „Zur Schönen Aussicht“ einladen zu dürfen. Der Gastwirt will seine Küche in der kommenden Saison  mit verschiedensten Sortenraritäten bereichern. Mit Unterstützung von Garten des Lebens sollen diese im Garten der Gaststätte zusammen mit einer großen Auswahl an Kräutern und essbarer Blüten angebaut werden.

Film: Der Saatzieher
Den Geschmack besonderer Gemüsesorten und deren Wert in der Vermarktung haben auch einige Erzeuger für sich erkannt. Folgend ein schöner Film über einen Südtiroler Landwirt, der seinen Anbau auf Sortenraritäten und die Vermarktung an die Gastronomie umgestellt hat.

 


Am letzten Samstag fand wieder ein Modul unseres Saatgutlehrgangs „Samengärtnerei für den Hausgarten“ statt. Behandelt wurden die Geschichte unserer Nutzpflanzen von der Entstehung bis zu moderner Hybridzüchtung und Saatgutgesetzgebung, der Samenbau verschiedener Vermehrungskulturen und die praktische Saatgutreinigung anhand trockener Samenstände von Kohlgewächsen.

Ein Teilnehmerin hat auf ihrer Website einen tollen Blogbeitrag dazu verfasst, für den wir uns sehr bedanken: „Samengärtnerei im Garten des Lebens“. Auch unabhängig vom Beitrag über unser Seminar ist „Traum Selbstversorger“ eine schöne Seite zum Thema Selbstversorgung und wie man damit anfangen kann. Durch den angenehmen und teils humorvollen Schreibstil der Autorin Kirsten Loesch wird das Lesen zum Genuss!

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Das nächste Modul unseres Saatgutlehrgangs findet am 6. September 2014 mit Schwerpunkt Tomaten, Paprika und Bohnen, Überwinterungskulturen und Selektion statt. Ein Einstieg in die Seminarreihe ist jederzeit möglich und kann im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Wer in das Thema Vermehrung und Erhaltung von Nutzpflanzen gerne erst mal hineinschnuppern möchte, kann das Halbtagesseminar „Vielfalt im Nutzgarten erhalten und vermehren“ am 12. September 2014 im Ökologisches Bildungszentrum München besuchen.

Fragen und Anmeldungen bitte an seminare@garten-des-lebens.de
oder telefonisch unter 08093 905 75 60.

 


Schon im letzten Jahr haben wir in dem einem oder anderem Beitrag dazu geschrieben, wie wichtig die Erhaltung der Vielfalt auch im Hausgarten ist. Ob für bedrohte Tiere, die sich im Naturgarten ansiedeln können, für gesunde Wildkräuter oder zur Erhaltung unserer alten, samenfesten Nutzpflanzen.

Entwurf der EU-Saatgutreform zurückgewiesen
Gerade hinsichtlich des zuletzt genannten Themas hat sich – vor allem durch großen Druck aus der Öffentlichkeit – eine erfreuliche Wende eingestellt. Das Parlamentsplenum hat in der letzten Woche mit 511 zu 130 Stimmen eine Entschließung mit Gesetzeskraft verabschiedet, die den Vorschlag vom 6. Mai 2013 eindeutig ablehnt und die EU-Kommission auffordert einen neuen Vorschlag vorzulegen.

Wäre der Vorschlag angenommen worden, hätte dies das Aus für viele unserer alten Kulturpflanzen bedeutet, da Sortenzulassungen und Weitergabe von Saatgut – zugunsten homogener F1-Züchtungen – erheblich erschwert worden wären. Die weitere Entwicklung nach den EU-Parlamentswahlen bleibt zu beobachten.

Neue und alte Sorten gehen wieder in die Vermehrung
Wir werden in jedem Fall wieder ausgewählte alte Nutzpflanzen in die Vermehrung nehmen. Dabei sind wieder Sorten, die gerne bei uns angefragt werden und neue Raritäten, auf die wir uns schon besonders freuen.

Gesät ist schon eine ganze Menge: Vor allem einige neue Paprika- und Auberginensorten, die besonders für den Freilananbau geeignet sind, eine bunte Palette an Tomaten und im Freiland die ersten Zuckererbsensorten.

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle Interessierten, die unser Saatgut alter Gemüsepflanzen angefragt haben, es nun ansäen und vielleicht auch selbst vermehren und weiter geben werden.

In diesem Sinne allen ein witterungsfreundliches und freudvolles Gartenjahr mit vielfältigem Gemüsegenuss!

 


Wie jedes Jahr beginnt spätestens im Januar die Saatgutauswahl für die kommende Gartensaison. Dabei gilt es wieder zu entscheiden welche neue Sorten ausprobiert, welche in die Vermehrung genommen und welche für unsere Selbstversorgung angebaut werden.

Planung der Beete und Sortenauswahl erweisen sich dabei von Jahr zu Jahr komplexer. Schließlich gibt es über das Angebot von Erhaltern und Erhaltungsorganisationen eine schier unüberschaubare Vielfalt an interessanten Sorten und es sind jedes Jahr Neuentdeckungen dabei, auf die wir nicht mehr verzichten möchten.

Die Gemüseentdeckungen 2013
Drei neue Sorten haben uns im letzten Gartenjahr ganz besonders begeistert. Die Zuckerschote „Krimberger Erbse“, die Stangenbohne „Peinsipps Zweifarbige“ und die Buschbohne „Aranjsö Bab – Goldregenbohne“. Alle drei haben wir aus privatem Vermehrungsanbau in einer überschaubaren Saatgutmenge erhalten, hochvermehrt und auf ihre geschmacklichen Eigenschaften verkostet.

E_Krimberger„Krimberger Erbse“
Gelbe Zuckererbse mit knackigen, süßen Hülsen zur Verwendung als Kaiserschote. In Butter gedünstet oder als Rohkostsalat eine Delikatesse. Mit ihrer gelbe Farbe ist sie eine Besonderheit unter den Zuckererbsen. Bei einer Wuchshöhe von ca. 1,80 m zeichnet sie sich außerdem durch guten Ertrag aus.

 

B_SB_Peinsipps-zweifarbige„Peinsipps Zweifarbige“
Stangenbohne mit grüner, buttrig-weicher Fisole. Die leichte Fädigkeit der jungen Hülsen wird vom guten Geschmack wett gemacht. Bestechend ist das schön gezeichnete porzellanartige Korn – zu etwa zwei Drittel weiß, 1 Drittel beige – mit fächerförmigen Streifen vom Nabel ausgehend. „Peinsipps zweifarbige“ ist starkwüchsig und reichtragend.

B_BB_Goldregenbohne„Aranjesö Bab“
Die Goldregenbohne: Gelbhülsige Buschbohne zur Fisolenernte. Zeichnet sich aus durch Wüchsigkeit, ist gesund und anspruchslos mit sehr gutem Ertrag. Im kalten und nassen Frühsommer 2013 die erste Bohnenernte. Bissfeste Konsistenz der schmackhaften, fadenlosen Fisolen. Schmales ocker- bis goldfarbenes Korn.

 

Alt bewährte Lieblinge
Die drei oben genannten werden wir sicherlich langfristig in den Anbau und in die Vermehrung nehmen. Gerade bei den Bohnen fällt dann die Auswahl für die neue Gartensaison besonders schwer, da wir auf alt bewährte Sorten wie die „Lange Blaue Dünne“, „Gelbe aus Österreich“, „Chevrier Vert“ und einige andere nicht mehr verzichten mögen.

T_StripedRoman-neuÄhnlich ist die Situation bei den Tomaten:  Saatgut für neue Sorten liegt bereits bereit. Doch auch hier haben wir unsere Lieblinge, die uns geschmacklich sowie in Form und Farbe oder auf Grund ihrer Eigenschaften im Freilandanbau überzeugt haben. Zu unseren absoluten Favoriten gehören bspw. „Striped Roman“, „Brandywine Pink“ und „Malschor Isura“. Außerdem im Freiland nach wie vor ungeschlagen „Humboldtii“.

Bohnensamen und Tomatensamen der genannten Sorten und Samen vieler anderen Gemüseraritäten sind in unserer Saatgutliste zu finden und werden portionsweise gegen eine Aufwandsentschädigung abgegeben – solange der Vorrat reicht!

 


Und ein weiterer Garten, der immer einen Besuch wert ist:
Der Arche Noah Schaugarten in Schiltern in Niederösterreich.

Arche Noah (Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung) bewirtschaftet auf dem Gelände des Schloss Schiltern einen wunderschönen Schaugarten für alte Kulturpflanzen und Gemüseraritäten. Ein Teil der Kulturen wird für die Erhaltung und Vermehrung angebaut.

Auf der Website von Arche Noah erhält man einen Überblick über Führungen und Veranstaltungen im Schaugarten. Ansonsten kann der Schaugarten in den Sommermonaten an Wochenenden und Feiertagen besucht werden.

Einen ersten Eindruck des Gartens und der Arbeit von Arche Noah vermittelt der
folgende Film: