.
Garten des Lebens ist umgezogen! Unsere neuen Kontakdaten sind:

Hergertswiesen 2 / Friedelhof
86495 Eurasburg (Landkreis Aichach-Friedberg)

Telefon: 08208 95 98 350

—————————————————————————————————————–

Jetzt ist Aussaatzeit
Jetzt ist Aussaatzeit und beim Samenkauf orientieren wir uns zwar vorrangig an Eigenschaften wie Wüchsigkeit und Geschmack, ebenso spielen jedoch Optik und die Benennungen der Gemüsesorten eine Rolle. Schließlich verspricht ein Wunder, eine Königin oder ein Kaiser auch etwas ganz Besonderes.

Der Sortenname – Ausdruck des stolzen Züchters
In solchen Sortennamen drückt sich der ganze Stolz der alten Züchter aus – und dies meist zurecht. Gewinnen sie doch oft mit Geschmack, Robustheit und Optik gegenüber den neuen Einheitssorten. Allein bei den Salaten – den Frühlingsfavoriten – haben wir eine wunderschöne Auswahl, wie z. b. “Wunder der vier Jahreszeiten”, “Maikönig” und “Kaiser Selbstschluss”, um nur ein paar wenige zu nennen. Daneben verdeutlichen die Sortennamen die Eigenschaften der Salate oder leihen sich Veranschaulichungen aus dem Pflanzen- oder Tierreich. So können wir für unsere Salatvielfalt aus “Trotz- Hitz- und Dickköpfen” auswählen oder wir können “Goldforellen” und “Rehzungen” säen.

Alte Salatsorten aus regionalen Anbaugebieten
Viele der alten Sortennamen beinhalten außerdem die Region in der sie gezüchtet oder lange Zeit angebaut wurden. So verraten “Altöttinger Großkopfada”, “Wiener Maidivi”, “Laibacher Eis” oder “Mombacher Winter” nicht nur Sorteneigenschaften, sondern vor allem die Region in der sie entstanden sind. Daraus lassen sich hilfreiche Rückschlüsse für den Anbau in der eigenen Klimaregion ziehen.

Mehr zu alten Salatsorten >

 


Passend zu unseren Grünkohlrezepten und zum Ausklang des Winters eine schöne Dokumentation über einen Menschen, der in Norddeutschland seit vielen Jahren alte Grünkohlsorten sucht, vermehrt und vor dem Aussterben bewahrt:

“Wie ein Schatzsucher durchkreuzt Reinhard Lüring mit dem Motorrad seine ostfriesische Heimat, um Palmen zu suchen. Die ostfriesische Palme, eine Grünkohlsorte, ist zwischen Ems und Weser legendär, aber fast ausgestorben. Selbst die staatlichen Samenbanken verfügen nicht über sortenreine Samen.”

Seite zur Sendung (NDR) mit Video >

art_gruekohlpalmen

Ein Portrait von Reinhard Lüring und seiner Erhaltungsarbeit ist auch in dem schönen Buch “Reichtum ernten” enthalten.

Übrigens, wer Grünkohl vermehren möchte: Immer nur eine Sorte gleichzeitig am selben Standort blühen lassen. Verschiedene Sorten verkreuzen sich untereinander!

 


Jedes Gartenjahr gibt es die eine oder andere Entdeckung unter den alten Gemüsesorten, die uns besonders begeistert. Dieses Jahr ist es das spitzköpfige Blaukraut (bzw. Rotkraut oder auch Rotkohl) Vysocke. Es stellt nicht nur eine besonders seltene Rarität dar, sondern mit seinem feinen Geschmack auch eine tolle Bereicherung für die Winterküche.

art_blauer-spitzkohl

Blaues Spitzkraut Vysocke

Vysocke ist eine alte Lokalsorte aus Tschechien und wohl das einzige bekannte samenfeste, blaue Spitzkraut. (Ab und an auch unter dem Sortennamen Kalibos zu finden, teils mit dem Hinweis auf den ursprünglichen tschechischen Namen.)

Es handelt sich um ein Spätkraut mit großen, violett-rot und spitz zulaufenden Köpfen mit ausladenden Umblättern. Auffallend ist der hohe und dicke Strunk, der wie Kohlrabi verwendet werden kann.

Im Anbau braucht das Kraut nicht nur ausreichend Platz und Nährstoffe, sondern auch die nötige Zeit, um seine Größe zu erreichen. Aussaat Mitte April mit Pflanzung bis Ende Mai ist empfehlenswert. Geerntet wird im Oktober, bevor es stärkere Fröste gibt.

Traditionell wurde das Kraut milchsauer vergoren, was ein sehr gutes, pinkfarbenes Sauerkraut ergeben soll. In der Winterküche zeichnet es sich als feine und gut bekömmliche Winterrohkost aus. Zusammen mit anderen Wintergemüsen wie Chinakohl und Rapunzel oder auch in Kombination mit Speck und Mandeln lassen sich hervorragende Wintersalate zubereiten. Blanchiert oder gedünstet sind die zarten Blätter schnell gar und sollten nicht zu lange gekocht werden, damit sie Farbe und Aroma behalten..ür gekoch

Blauer Spitzkrautsalat mit Speck und Mandeln

1/2 bis 1 Kopf blaues Spitzkraut, je nach Größe
80 Gramm durchwachsenen, geräucherten Speck
2 EL Mandelstifte
Salz und Pfeffer
Olivenöl und milder Essig
1 Spritzer Zitronensaft
1 EL Zwiebelgrün, z. B. Winterheckenzwiebel in Ringe geschnitten

Vom Kraut die Umblätter entfernen, den Kopf vierteln und den Strunk heraus schneiden. Die Viertel quer in feine Streifen schneiden. Mit etwas Salz vermischen und mit der Hand vorsichtig durchkneten. Danach ca. 15 Min. stehen lassen. In der Zwischenzeit den Speck in kleine Streifen schneiden und ohne Fett in einer Pfanne kross anrösten. Überschüssiges Fett mit einem Küchentuch entfernen. Kurz abkühlen lassen und dann zu den Krautstreifen geben. In der selben Pfanne die Mandeln anrösten, ohne sie dunkel werden zu lassen und dann ebenfalls zum Kraut geben. Salat mit Essig, Öl und Zitronensaft anmachen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren etwa 10 Min. ziehen lassen, mehrmals mischen und gegebenfalls nochmal nachwürzen.

Saatgut und Sortenbeschreibung
Wir hatten die Sorte Vysocke dieses Jahr zum ersten mal im Anbau und sie wird sicherlich einen festen Platz in unserem Gartensortiment bekommen. Saatgut ist erhältlich über mehrere Anbieter aus dem Arche Noah Erhalternetzwerk. Dabei können wir aus eigenen Erfahrungen Roman Huber mit seiner Partnerin Anna-Maria Frey empfehlen, die auf züchterischem Niveau auf ihrem Hof in Niederbayern vermehren. Eine Sortenbeschreibung ist außerdem im “Lexikon der alten Gemüsesorten” enthalten.

 


Saatguternte 2016 – die neue Saatgutliste ist online
Kürbiskerne und Bohnen trocknen noch nach und die eine oder andere Gemüsesorte muss noch gedroschen werden – Die Saatguternte für die kommende Saison ist jedoch soweit abgeschlossen.

art_samenernte-fuer-2016Während wir im letzten Jahr z. B. große Schwierigkeiten mit der Salatsamenernte hatten und auch einige andere Kulturen unter dem vielen Regen sehr gelitten haben, war es dieses Jahr eher umgekehrt: In der Trockenheit konnten einige Kulturen gut ausreifen, andere sind dafür komplett ins Stocken geraten.

Betroffen ist vor allem die Bohnenernte: die lange Kälte im Frühsommer und die darauf folgende plötzliche Hitze hat dazu geführt, dass die Bohnen sehr spät und teils auch sehr wenig Hülsen angesetzt haben und vor allem die späteren Sorten trotz des milden Herbstwetters nicht mehr ausreifen konnten.

Insofern haben wir von einigen Sorten nur sehr begrenzte Mengen Saatgut zur Verfügung. Wir aktualisieren die Saatgutliste laufend, sodass nicht mehr lieferbare Sorten gekennzeichnet sind. Laden Sie sich daher bitte vor einer Bestellanfrage immer die aktuelle Saagutliste. Danke!

Hier gehts zur Saatgutliste für die Gartensaison 2016 >

Von einigen Sorten haben wir nur Kleinstmengen zur Verfügung, die in der Saatgutliste nicht aufgeführt sind. Falls Sie eine bestimmte Sorte vermissen, fragen Sie bitte konkret nach.

 


Während die wärmeliebenden Gemüse mit der kühlfeuchten Witterung im diesjährigen Frühling nicht besonders gut zurecht kamen, sind Salate und Erbsen fröhlich gewachsen.

art_samenernte-erbseBeide Kulturen brauchen ausreichend Wasser, um sich gut zu entwickeln und nicht frühzeitig zu schossen bzw. um einen guten Fruchtansatz zu erzeugen. Etwas kühlere Temperaturen  stören Salate wie Erbsen dabei nicht.

Als Ende Juni dann die große Hitze einsetzte waren Blütenstände und Hülsen bereits gut ausgebildet und in der Trockenheit konnte das Saatgut bei besten Bedingungen ausreifen. 2014 hatten wir genau das Gegenteil: die Erbsen wurden bei der Saatgutreife von Schimmel befallen und die Salatsamenernte fiel buchstäblich ins Wasser und wir konnten kaum Saatgut ernten.

Umso mehr freuen wir uns dieses Jahr über eine makellose Ernte an Salatsamen und Erbsensaatgut. Als erstes konnten wir dabei die Samen des Winterkopfsalats “Zimska Salata Zupanja” ernten.

art_samenernte-zimska“Zimska Salata Zupanja” ist eine alte Salatsorte aus Kroatien für den Überwinterungsanbau (Zimska = Winter). Sie wird Mitte September gesät und die kleinen Salatrosetten überwintern im Kaltgewächshaus, Frühbeet oder auch direkt im Freiland. Im Frühling bilden sich dann bald schöne mittelgroße Salatköpfe für die erste Salaternte.

Das Saatgut haben wir von Arche Noah erhalten und die Sorte wurde neben einer großen Anzahl anderer Überwinterungsalate im Zuge einer Diplomarbeit von Jakob Wenz und Matthias Wenger im Freilandanbau getestet und beschrieben (siehe Seite 228). Die Sortenbeschreibung aus der Literatur scheint jedoch abzuweichen, denn der Salat weist keine Sprenkelung wie Forellensalat auf sondern höchstens einen leichten rötlichen Einschlag und ist hellsamig. Die weitere Beschreibung und die Abbildungen aus dem Testanbau entsprechen jedoch auch dem Sortenbild das wir bei uns im mehrjährigen Anbau beobachten konnten.

art_samenernte-zimska-samenFür eine Bestellung von Saatgut von “Zimska Salata Zupanja” noch für die Septemberaussaat bitte eine kurze Mail an: kontakt@garten-des-lebens.de

Auch im September steht bei uns die Saatguternte noch ganz im Mittelpunkt: Samen von vielen Tomaten, Paprika, Bohnen und einigen anderen Kulturen sind noch zu ernten und für die Lagerung zu reinigen.

Außerdem haben wir noch verschiedene Kurse zu Samengärtnerei und Saatgutgewinnung im Programm:

Samengärtnerei im Hausgarten
Saatgutlehrgang zu Samenbau, Saatgutgewinnung und Vermehrung (Schwerpunkt Tomaten, Paprika und Bohnen, Überwinterungskulturen, Selektion)
12. September, Garten des Lebens, 85625 Baiern/Antholing >

Vielfalt im Nutzgarten erhalten und vermehren
Workshops zur Erhaltung und Vermehrung alter und samenfester Gemüsesorten
19. September, Erpfenzeller Gartenwerkstatt, 93167 Falkenstein/Oberpfalz >
25. September, Ökologisches Bildungszentrum, 81927 München >