Saatguttausch hat eine lange Tradition und stellt immer noch einen schönen Weg dar, seltene und interessante Sorten weiter zu geben oder sein eigenes Anbausortiment zu erweitern. Gleichzeitig bietet eine Tauschveranstaltung die Möglichkeit andere “Gartler” kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen.

art_samentuetchenVortrag zum Thema “Saatgut und Pflanzen für den Eigenanbau” mit Saatguttausch
Im Sinne dieser Tradition veranstalten wir am 23.02.2013 in München einen Vortrag zum Thema “Saatgut und Pflanzen für den Eigenanbau” mit anschließendem Saatguttausch. Jeder kann Samen mitbringen und tauschen. Wer selbst kein eigenes Saatgut zur Verfügung hat, kann gegen eine Aufwandsentschädigung Samen erhalten.

Nicht jeder hat die Möglichkeit aus Samen eigene Pflanzen vorzuziehen, daher bieten wir zusätzlich eine Bestellmöglichkeit für Bio-Jungpflanzen an. Die Pflanzen werden in Kooperation mit der Bioland-Gärtnerei MoraMora in Piusheim vorgezogen und können in der Gärtnerei (südöstlich von München, Nähe Glonn) oder ggf. auf unseren Veranstaltungen in München Anfang Mai abgeholt werden.

Der Vortrag befasst sich mit einer kurzen Einführung zur Geschichte unserer Nutzpflanzen. Wir vergleichen dabei alte Gemüsesorten und das Angebot moderner Hybrid-Züchtung. Verschiedene alte Sorten und interessante Kulturen für den Eigenanbau und die Selbstversorgung in Garten, Feldgarten sowie auf Balkon und Terrasse werden vorgestellt. Abschließende Einführung in die Saatgutgewinnung für den Eigenbedarf.

Details und Anmeldung zu ”Saatgut und Pflanzen für den Eigenanbau” >

 


art_winter2Auch wenn es draußen noch etwas ungemütlich, teils kalt und winterlich ist, beginnt langsam aber sicher die Aussaat-Saison für das kommende Gartenjahr.

Ab Ende Februar werden Paprika, Auberginen und kältetolerante Tomaten vorgezogen. Salate und frühe Kohlsorten sogar noch eher, wenn die Pflanzen geschützt im Frühbeet, Kaltgewächshaus oder Folientunnel ausgepflanzt werden können. Auch Kulturen, die etwas später vorgezogen werden, wie Tomaten ab Mitte März und Kürbisse und Zucchini Anfang April sowie frühe Freilandaussaaten – z. B. die ersten Erbsen, Spinat und Radies - werden schon geplant.

Neben bewährten Lieblings-Sorten, die man jedes Jahr gerne wieder anbaut, wird das eine oder andere Plätzchen freigehalten um Neues auszuprobieren.

Saatgut-Archive
Eine Fundgrube sind hierbei die Saatgut-Archive, die eine Vielzahl an alten und interessanten Gemüsesorten anbieten. Einige empfehlenswerte Bezugsquellen haben wir unter dem Menüpunkt Gemüse und Saatgut aufgenommen – Vorsicht jedoch – es besteht Suchtgefahr ;-) und die Anbaufläche muss dann ständig erweitert werden… Eine kleine, aber feine Auswahl samenfester Sortenraritäten sind auch bei uns zu erwerben.

Sehr inspirierend ist in diesem Zusammenhang das Buch “Reichtum ernten”, das mit wunderschönen Abbildungen und Texten seltene Gemüsesorten und Menschen mit ihrer Vermehrungsarbeit portraitiert.

Saatgutauswahl
Vor einigen Tagen haben wir bereits einen Artikel zu F1-Hybriden gegenüber samenfesten Sorten veröffentlicht. Wer noch unschlüssig im Kauf neuer Sorten ist, kann darüber eine zusätzliche Entscheidungshilfe finden.

Zudem möchten wir nochmal auf die geplante Änderung in der Saatgutgesetzgebung hinweisen. Der offene Brief will zum Ausdruck bringen, dass es uns Gärtnern – ob im Hausgarten oder Erwerbsanbau – nicht egal ist, wie künftig mit Saatgut verfahren werden darf.

Die kommenden Wochen werden auch hier im Blog von Saatgutauswahl und Ansaaten geprägt sein. Einfach regelmäßig reinschauen: Wildtomaten bzw. wie man der Krautfäule ein Schnäppchen schlagen kann wird Thema sein, ebenso empfehlenswerte Salatsorten und andere Gemüse für die erste Ernte sowie der Anbau für die eigene Saatgutgewinnung.

 


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Aubergine Obsidian

Es ist wieder so weit – spätestens im Februar beginnt die Qual der Wahl: welche Sorten werden in diesem Jahr gesät? Wer sich über Gartencenter, Saatgutkataloge und Online-Shops versorgt steht vor einen großen Auswahl bunter Samentütchen. In den letzten Jahren wird dabei der Zusatz F1 bei den Sortenbezeichnungen immer häufiger. Die wenigsten wissen jedoch, was die Bezeichnung F1 und im Gegensatz dazu der Begriff Samenfest bedeutet.

Samenfeste Sorten sind nachbaufähig

Hier lohnt sich ein kleiner Rückblick in die Geschichte unserer Sämereien: samenfeste Sorten werden über Jahre auf bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung und Selektion gezüchtet. Diese Eigenschaften können Farbe, Geschmack, Form, Resistenzen, etc. sein. Vermehrt man diese Sorten über ihr Saatgut, erhält man in den nächsten Generationen Pflanzen mit denselben Eigenschaften – dies nennt man samenfest, sortenrein und nachbaufähig. Bevor die moderne Pflanzenzüchtung an Bedeutung gewann, war dies der Weg, um Sorten zu züchten und weiter zu entwickeln.

F1 – Kreuzung in erster Generation
Bei F1 gekennzeichnetem Saatgut handelt es sich um Hybrid-Züchtungen, die nicht samenfest sind. F1 ist eine Kreuzung in erster Generation. D. h. es werden zwei Sorten gekreuzt und bei sortenreinen Eltern erhält man in dieser ersten Generation einheitliche Nachkommen. Vermehrt man diese Pflanzen weiter, tritt in der nächsten Generation – der F2 – die größtmögliche genetische Aufspaltung auf. D. h. die genetischen Eigenschaften der Kreuzungspartner treten in den Nachkommen in den verschiedensten Variationen zu Tage. Wenn wir also bspw. aus einer gelben, runden F1 Zucchini Saatgut gewinnen und wieder ansäen werden wir nur einen Teil oder u. U. gar keine Zucchini mit diesen gelben und gleichzeitig runden Eigenschaften erhalten.

Die moderne Pflanzenzüchtung
In der modernen Pflanzenzüchtung werden F1-Hybriden jedoch nicht nur durch einfache Kreuzung erzeugt. Oftmals werden in der Natur nicht vorkommende Inzuchtlinien erzwungen, um in der F1 gewünschte Eigenschaften hervorzubringen oder im Labor über die Verschmelzung artfremder Zellen und Zellkerne sogenannte CMS-Hybriden geschaffen. Letztere können in sich steril sein. [Quelle: www.saveourseeds.org/dossiers/cms-hybride.html]. Eine Vermehrung solcher Sorten ist entweder gar nicht möglich oder hat degenerierte Pflanzen zur Folge. Als Konsequenz hat Demeter bereits 2005 in seinen Richtlinien verfügt, dass CMS-Hybriden nicht mehr verwendet werden dürfen.

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Vielfalt im Gemüsebeet

Was bedeutet dies für den Eigenanbau?
Zugegebenermaßen bestechen die eine oder andere F1-Hybride durch ihre Eigenschaften. Will man diese Sorten jedoch langfristig kultivieren, ist man gezwunden jedes Jahr wieder neues Saatgut, das meist wesentlich teurer ist als von samenfesten Sorten, zu kaufen. Meist sind auch die Portionen in den Saatguttüten sehr klein, bei Tomaten bspw. oft nur 5 Korn.

Durch das große F1-Angebot werden traditionelle samenfeste Sorten verdrängt. Dabei geht ein großer Reichtum an Züchtungsarbeit und genetischer Ressourcen verloren. Für die Vielfalt auf unseren Gartenbeeten sind samenfeste Sorten die bessere Wahl.

 


Derzeit läuft in Brüssel die Überarbeitung der EU Richtlinien für die Vermarktung von Saat- und Pflanzgut. Die neuen Regelungen können die Erhaltung von alten, seltenen und regionalen Sorten weiter einschränken.

art_saatgutDer Saatgut- und Pflanzguttausch hat eine lange Tradition
Über Selektion und Kreuzung wurden Jahrtausende lang Sorten in bäuerlichen Betrieben entwickelt, die durch Tausch weiter gegeben wurden. Dadurch entstand eine große Vielfalt regionaler Sorten. Im Zuge des Sortenschutzes und der damit zusammenhängenden Sortenzulassungen ist diese Tradition auch jetzt nur begrenzt erlaubt. Künftig könnten diese Regelungen noch verschärft werden, sodass alle Pflanzen erst als Sorte zugelassen werden müssen, um weitergegeben werden zu dürfen. Kriterien für die Sortenzulassung sind u. a. Uniformität, was alte Sorten meist nicht erfüllen können. Die verschiedenen Ausprägungen auf Grund ihres Erbmaterials zeichnen alte Sorten aus – für eine Sortenzulassung fallen sie damit aber durch das Raster der homogenen modernen Industriesorten.

Wenn diese Sorten nicht mehr weiter gegeben werden dürfen, wird automatisch auch der Anbau und die lebendige Weiterentwicklung der Sorten eingeschränkt. Es geht dadurch die genetische Vielfalt eines Jahrtausende alten Kulturerbes verloren. Dies wirkt sich nicht nur auf die Vielfalt in unseren Gärten, auf unseren Äckern und auf unseren Tellern aus. Dieser Genpool ist notwendig, um eine Nahrungsmittelversorgung auch jenseits der modernen Pflanzenzüchtung sicher zu stellen.

logo_arche-noah ARCHE NOAH (Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung) bietet zu diesem Thema eine Website an, die über aktuelle Entwicklungen in der Saatgutpolitik informiert und dazu auffordert sich gemeinsam für die Vielfalt zu engagieren.
 

http://saatgutpolitik.arche-noah.at >
http://saatgutpolitik.arche-noah.at/saatgutrecht/aktiv-werden/unterschreiben >

 


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Permakultur im Winter

Permakultur schafft Lebensräume für ein nachhaltiges und  dauerhaftes Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Wir erleben dies jeden Tag am Vogelhäuschen mit unseren Begleitern im winterlichen Garten – unsere Singvögel, die bei uns im Garten, in den Nachbarsgärten und im angrenzenden Schulgarten überwintern.

Am Futterhäuschen treffen sich natürlich die Spatzen und Amseln, ebenso das Rotkehlchen, Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Haubenmeise, der Dompfaff (Gimpel), der Buchfink- Mann, manchmal schaut auch der Distelfink und Kleiber vorbei. Vor ein paar Tagen war sogar ein Eichelhäher zu Besuch und hat unter dem Vogelhäuschen herumgepickt.

Mulchschicht für den Winter
Einige der Vögel freuen sich ganz besonders über unsere Gartenbeete, die im Herbst – Oktober und November – noch schön gemulcht wurden. Die Mulchschicht für den Winter ist eine Mischung aus Kompost, Grünschnitt und Laub über alle Hügelbeete, Hochbeete und auch auf den ebenerdigen Gartenbeeten. Besonders die Amseln als “Laubwender” lieben es bei schneefreien Tagen im Mulch zu  wühlen und nach Nahrung zu suchen.

Durch diese Mulchschicht kann sich der Boden erholen und die Bodenorganismen können an wärmeren Tagen weiter arbeiten. Der Regenwurm freut sich besonders über diese wärmende Mulchschicht. Die  Regenwürmer sind teilweise noch ziemlich nah an der Erdoberfläche bei 5 – 10 cm anzutreffen. Wir erkennen dies immer, wenn wir noch Pastinaken oder Gelbe Rüben aus dem Garten entnehmen. Mulchen gehört auch zu den Prinzipien der Permakultur: die Natur lässt ihren Boden nicht unbedeckt.

Die Gartenbeete sind momentan noch nicht durchgefroren, obwohl wir von 14. Januar bis 27. Januar 2013 durchgängig Minus-Grade hatten, bei Nachtfrösten bis zu Minus 12 Grad. Die aufgetragene Mulchschicht wirkt wie eine schützende und wärmende Decke für den Boden.

Wir genießen die Ruhe des Winters, den schneebedeckten Garten und können dennoch den  kommenden Frühling und wärmere Tagen kaum erwarten, damit wir im Garten wieder arbeiten dürfen.