Bohnen haben eine lange Kulturgeschichte und zählen weltweit zu den wichtigsten Nutzpflanzen. In Mitteleuropa waren Puffbohnen (Vicia faba), auch Saubohne, Dicke Bohne oder Ackerbohne genannt Jahrtausende lang ein unentbehrliches Grundnahrungsmittel.

Flageolet-Bohne Chevrier Vert

Bohnenblüte Chevrier Vert

Erst durch die Einführung der Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) aus der Neuen Welt wurden die Puffbohnen nach und nach durch die „Einwanderer“ ersetzt, die schon vor mindestens 7000 Jahren hauptsächlich im Hochland von Mexiko kultiviert wurden.

Bunte Vielfalt
Insgesamt gibt es tausende Sorten von Gartenbohnen in unterschiedlichsten Farben und Formen. Wer sich für die kommende Saison noch mit besonderen Bohnensorten versorgen will, hat jetzt noch Zeit aus einer kaum überschaubaren Vielfalt, die vor allem über Saatgutarchive angeboten wird, auszuwählen. Ein kleines, aber feines Sortiment von seltenem Bohnensaatgut bieten wir auch über Garten des Lebens an.

Aktuelle Saatgutliste und Bestellung von Bohnensamen >

 

Unsere Bohnengalerie

Anbau von Gartenbohnen
Bei den Gartenbohnen unterscheidet man die hochwachsenden Stangenbohnen, die je nach Sorte sogar 3 bis 4 m Höhe erreichen können und entsprechende Kletterhilfen benötigen. Die sogenannten Reiserbohnen erreichen eine mittlere Höhe von ca. 1,20 bis 1,80 m. Einige Sorten können auch als Maisbohnen gepflanzt werden. Buschbohnen, mit ihrem niedrigen Wuchs sind besonders gut für den Feldanbau geeignet.

Gartenbohnen sind wärmeliebender als die Puffbohnen und werden daher erst nach den letzten Frösten ausgepflanzt oder direkt ins Freiland gesät. Für die Ernte von Trockenbohnen – auch zur Saatgutgewinnung – werden die später reifenden Sorten am besten unter Glas vorgezogen.

Eine Kulturanleitung haben wir innerhalb des Gemüseportraits von „Cherokee Trail of Tears“ veröffentlicht. Die Beschreibung zu Anbau und Saatgutgewinnung lässt sich grundsätzlich auf andere Bohnensorten übetragen.

Gemüseportrait: Stangenbohne Cherokee Trail of Tears >

Bohnen in der Küche
Die vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten der Bohne bereichern unseren Speisezettel über das ganze Jahr. Jung geerntet wird die Gartenbohne als grüne Bohne (auch Fisole genannt) in Form von Butterbohnen oder Bohnensalat zubereitet. Einige Sorten, wie die Kipflerbohnen, eigenen sich bestens zur Ernte im halbreifen Zustand als Brechbohnen z.B. für Speckbohnen. Bei der Verwendung als Palbohne werden die milchreifen Körner der Bohnen vor dem Trocknen der Hülsen geerntet, wobei es auch hier spezielle Sorten, z. B. Flageolet-Bohnen, mit besonders delikatem Geschmack gibt. Als Trockenbohnen stellen die ausgereiften Bohnen ein lagerfähiges Lebensmittel für die kalte Jahreszeit dar und eignen sich besonders für Suppen und Eintopfgerichte. Ein einfaches und köstliches Rezept ist z. B. die Lombardische Bohnensuppe.

 


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Butterkopfsalat

Den ersten frischen Kopfsalat aus dem eigenen Garten erwarten wir, wie wohl die meisten Gärtner,  jedes Jahr wieder mit Vorfreude und Ungeduld.

Frühlingskopfsalate verfügen über einen besonders zarten und feinen Geschmack – nicht umsonst wird der Kopfsalat auch Butterkopf genannt und im Frühling macht er diesem Namen ganz besondere Ehre.

Eine altbekannte und herausragende Sorte des frühen Kopfsalats ist Maikönig, die bereits 1913 für den frühen Anbau empfohlen wurde. Bei einer Vorkultur ab Februar kann ab Anfang Mai königlicher Butterkopfsalat geerntet werden.

Kopfsalat aus Überwinterungsanbau
Will man die Wartezeit auf den ersten Salat etwas verkürzen, kann man im Herbst bereits mit Überwinterungskulturen Vorsorge treffen. Dabei handelt es sich um Sorten, die im Spätsommer gesät werden und frosthart sind, als Jungpflanzen überwintern und mit der ersten Frühlingssonne zu wachsen beginnen. Der Anbau im Kaltgewächshaus oder Kaltkasten ist dabei von Vorteil.

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Grazer Krauthäuptl

Diese früher gängige Überwinterungskultur ist fast in Vergessenheit geraten. Entsprechend gibt es im Handel nur noch wenige geeignete Sorten wie z. B. Maiwunder. In den Saatgutarchiven findet man dagegen eine Vielzahl von Salaten, die für die Überwinterung gut geeignet sind. Oft handelt es sich dabei um alte Regionalsorten wie Mombacher Winter oder Moosbacher Winterhäuptl.

Auch für den Anbau im weiteren Jahresverlauf gibt es eine große Auswahl alter Salatsorten. Gemessen am recht einheitlichen Angebot in unseren Supermärkten, das vorrangig auf großflächigen Anbau, Resistenzen, Lager- und Transportfähigkeit gezüchtet wurde, bestechen diese Sorten durch feinen und würzigen Geschmack, weiche Blätter und oft außergewöhnliche Optik.

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Goldforelle

Einer unserer Lieblinge für den Frühjahrs- und Sommeranbau ist dabei das Grazer Krauthäuptl, eine österreichische Lokalsorte aus der Batavia-Familie, deren Saatgut auch im Handel erhältlich ist.

Weitere schöne Sorten sind die rot gesprenkelten  Forellensalate (Goldforelle, Forellenschluß) und rotblättrige Kopfsalate wie Indianerperle und Wunder der vier Jahreszeiten. Letzterer wurde bereits 1880 in einem Preisverzeichnis erwähnt.

Eine besondere Rarität ist die Rehzunge (wie auch Löwen- oder Ochsenzunge) mit spitzen, leicht eingedrehten, dickfleischigen Blättern. Eine ähnliche Wuchsform bildet Wiener Maidivi, ein Romana-Salat für die Sommerernte.

Die Vielfalt alter Salatsorten

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Wiener Maidivi

Die genannten Sorten stellen nur einen kleinen Ausschnitt der ursprünglichen Vielfalt alter Salatsorten dar.

Die erste Beschränkung der Sorten entstand durch die Sortenbereinigung ab 1934, die unter anderem die restlose Beseitigung aller für die Landeskultur wertlosen Sorten zum Ziel hatte. (Die Sortenbereinigung betraf übrigens nicht nur Salat, sondern alle Gemüsesorten.)

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Indianerperle

Von 212 Salatsorten die im Handel gewesen waren und geprüft wurden, blieben bis 1942 nur 30 „vermehrungs- würdige“ Sorten übrig. Dieses Sortiment wurde auch nach dem 2. Weltkrieg vorerst beibehalten und hat sich nur langsam wieder etwas vergrößert.

Die damaligen Prüfungsrichtlinien gelten in den Grundzügen heute noch für die Sortenzulassungen.

Studie „Die Vielfalt alter Salatsorten – eine Dokumentation“
Das Bundesamt für Ernährung, Landwirt- schaft und Verbraucherschutz veröffentlichte in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin und dem Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen (VERN e.V.) die Studie „Die Vielfalt alter Salatsorten – eine Dokumentation“. Es handelt sich dabei um ein Modellvorhaben zur „Wiedereinführung alter Salatsorten zur regionalen Vermarktung“. Es wurden  ca. 50 alte Salatsorten in den Testanbau gebracht, bonitiert und teilweise auch über die Anbaubetriebe vermarktet. Die Ergebnisse sowie die Geschichte alter Salatsorten sind in der 167 Seiten umfassenden Studie dokumentiert.

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Altöttinger Großkopfada

Die Studie ist absolut lesenswert für jeden, der sich mit dem Wiederanbau und der Weiterentwicklung alter Salatsorten sowie einer möglichen Vermarktung beschäftigen möchte. Für den Hausgärtner stellt sie eine Fundgrube interessanter Sorten für den Eigenanbau dar.

Download: „Die Vielfalt alter Salatsorten – eine Dokumentation“ (PDF, 11 MB) >

 

[Bildquelle Butterkopfsalat, Goldforelle, Indianerperle, Wiener Maidivi: Studie „Die Vielfalt alter Salatsorten – eine Dokumentation“]

 


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Einkorn im Arche Noah Schaugarten

Einkorn gehört zu den sogenannten Urgetreidesorten, wie auch Emmer, Dinkel und Ur-Roggen. Bereits vor ca. 7.000 Jahren wurden diese Getreidesorten in Mitteleuropa kultiviert und stellten Grundnahrungsmittel dar, die über die langen Winter lagerfähig waren und so die Versorgung sicher stellten.

Im Laufe der Zeit verlor Einkorn gegenüber Gerste und Emmer immer mehr an Bedeutung und wurde später im Zuge der modernen industriellen Getreideproduktion auf Grund des Ertrags durch neuere Weichweizensorten so gut wie vollständig verdrängt. Schließlich konnte der Anbau von Einkorn im letzten Jahrhundert nur noch vereinzelt beobachtet werden.

So soll Einkorn in Jugoslawien noch bis zum 1. Weltkrieg von größerer Bedeutung gewesen sein. Auch im Vorarlberger Rheintal, in der nördlichen Schweiz, in Schwaben und Baden gab es noch Felder mit Einkorn. In Italien wurde 1984 Einkorn bei Castelfranco in den höheren Lagen des Appenin gefunden, wo es als Schweinefutter verwendet wurde. Mit Einkorn gefütterte Schweine sollen schneller wachsen, ein strahlendes Borstenkleid haben und gesünder sein. [Quelle: 2012 Getreidezüchtungsforschung Darzau].

Dies mag durchaus glaubwürdig sein, da Einkorn besonders reich an Eiweiß ist und auch der Gehalt an B-Vitaminen und Mineralstoffen über dem von Weizen liegt. Besonders hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Niacin, Pyridoxin, Magnesium, Eisen, Phosphor und Zink. Bemerkenswert ist außerdem der hohe Gehalt an Carotinoiden, den Gelbpigmenten, die als natürliche Antioxidantien gelten. Er liegt 2-4 mal über dem von Weizen. [Quelle: http://www.meierhof.at].

Die Wiederentdeckung des Einkorns
Auf Grund seiner gesunden Inhaltsstoffe und seines feines Geschmacks wird das Einkorn allmählich wieder entdeckt. Rudolf Steiner hat schon in den Anfängen des biologisch-dynamischen Anbaus auf das Einkorn als ursprüngliches und wertvolles Getreide aufmerksam gemacht. Doch erst seit einigen Jahren mit einem wachsenden Interesse an der Vielfalt und den Eigenschaften alter und fast vergessener Kulturpflanzen, hat auch eine neue Wertschätzung für das Einkorn und andere Urgetreidesorten eingesetzt.

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Einkornähre

Aktuell wird vor allem im niederösterreichischen Waldviertel, im bayerischen Chiemgau und in einigen Regionen der Schweiz Einkorn als extensive Kulturpflanze im ökologischen Landbau wieder angebaut. Auch Verbraucher und Gourmet-Restaurants werden auf Einkorn-Produkte aufmerksam – und das zu Recht, da Einkorn neben seinen reichen Inhaltsstoffen auch geschmacklich durchaus Beachtung verdient.

Trotz seines nicht allzu hohen Kleberanteils eigent sich Einkornmehl bestens für Brote, Backwaren und auch für Pasta-Teige, die ein feines nussiges Aroma erhalten. Eine echte Spezialität ist der Einkorn-Reis. Es handelt sich dabei um geschliffene Einkornkörner, die wie Reis zubereitet werden. Der getreidig-nussige Geschmack des Einkorns im Zusammenspiel mit der bissfesten Konsistenz des Korns bietet ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Dabei ist Einkorn-Risotto schnell und einfach zubereitet.

Hier gehts zum Einkorn-Risotto Rezept >

Übrigens ist Einkorn kein direkter Vorfahre unseres Weizens. Man geht davon aus, dass beide Getreide ein „(Ur)Wildeinkorn“ als gemeinsame Vorfahren aufweisen. Daher kann Einkorn für Menschen mit Weizenallergie verträglich sein.

 


Tomaten lieben einen sonnigen und geschützten Platz. Ursprünglich kommt die Tomate aus Mittel- und Südamerika, deshalb kann sie mit Hitze und Trockenheit wesentlich besser umgehen, als mit Nässe. In unseren Breiten ist es daher nicht immer einfach Tomaten im Freiland zu kultivieren.

Die Braunfäule an Tomaten
Die Kraut- und Braunfäule ist die häufigste Krankheit an Tomaten. Gerade in regenreichen Sommern kann die Braunfäule in kurzer Zeit ganze Tomatenbestände vernichten. Der Braunfäulepilz ist ein Algenpilz, der für seine Entwicklung Feuchtigkeit und Temperaturen um die 20 Grad benötigt. Im Freiland, wenn die Tomaten über längere Zeit der Feuchtigkeit ausgesetzt sind – dafür reicht manchmal auch schon reichliche Taubildung mit langsamen Abtrocknen der Pflanzen – findet der Pilz für seine Vermehrung ideale Bedingungen. Außer den Blättern werden auch die Früchte mit bräunlichen, später faulenden Stellen, befallen.

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Ampeltomate Pendulina

Welche Sorten anbauen?
Neben verschiedenen vorbeugenden Maßnahmen wie luftiger und sonniger Stand, Mulchen und Vermeidung von Überdüngung und Übergießen der Pflanzen, spielt die Sortenauswahl eine entscheidende Rolle. Zum einen können frühe Sorten gewählt werden, die bereits vor dem Auftreten des Braunfäulepilzes erntereif sind. Andererseits gibt es eine Reihe robuster Sorten und  Wildtomaten, die sich gegenüber der Braunfäule als sehr tolerant erwiesen haben.

Frühe Buschtomaten
Vertreter der frühen Buschtomaten sind die Sub-Arctic-Typen wie Sub Arctic Plenty oder Sub Arctic Cherry, die für Gegenden mit kurzen Sommern gezüchtet wurden und relativ Kältetolerant sind. Sie haben eine kurze Vegetationsperiode, fruchten bald und das auch bei niedrigen Temperaturen. Es handelt sich dabei um kleinwüchsige buschige Pflanzen, teils mit hängendem Wuchs, die nicht ausgegeizt werden und Früchte in der Größe von Cocktail-Tomaten hervorbringen. Ähnlich frühe Sorten mit sehr guten Geschmack sind Pendulina, eine gelbe runde Ampeltomate und die etwas kleinere, ovale Rosa Ampeltomate.

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Buschtomate Podsneschnik

Einige Buschtomaten mit größeren Früchten verfügen über ähnliche Eigenschaften. Besonders aus Russland kommen verschiedene, empfehlenswerte Sorten wie die Sibirische Rote Frühe.

Bei uns haben wir mit gutem Erfolg Podsneschnik (Schneeglöckchen) mit runden roten Früchten kultiviert.

Bei einer Voranzucht ab Ende Februar ist eine Ernte meist schon im Juni möglich. Bis spätestens Mitte August (wenn viele andere Tomaten erst zu reifen beginnen) geht der Vegetationszyklus der frühen Buschtomaten dem Ende zu und sie sterben ab. Durch die kurze Vegetationsperiode ermöglichen sie eine Ernte vor dem Braunfäulebefall. Gleichzeitig entsteht ein insgesamt längerer Erntezeitraum zusammen mit den später reifenden Tomatensorten.

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Wildtomate Humboltii

Wildtomaten
Als sehr widerstandsfähig gegen die Braunfäule haben sich Wildtomaten erwiesen. Dazu gehören die kleinen Johannisbeertomaten, die als Naschtomaten sehr beliebt sind ebenso wie die Wildtomaten Rote Murmel und Golden Currant.

Eine sehr empfehlenswerte, etwas größer früchtige Wildtomate mit rot bis lachsfarbenen Früchten von bis zu 3 cm Durchmesser und bester Braunfäuletoleranz ist Humboldtii. Die großen, buschigen Pflanzen bringen ab August eine reiche und gesunde Ernte bis zum Frost. Alle Wildtomaten werden am besten ohne oder mit sehr wenig Ausgeizen am Spalier oder an Gerüsten gezogen. Als Stabtomaten und auch für das Gewächshaus sind sie auf Grund ihrer Wüchsigkeit und starken Verzweigung nicht geeignet (was aber auch nicht notwendig ist).

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De Berao rot

Robuste großfrüchtige Sorten
Am bekanntesten unter den großfrüchtigen und widerstandsfähigen Sorten sind die De Berao Typen. Unter Selbstversorgern und selbst im Bio-Erwerbsanbau hat De Berao sich einen sicheren Platz erobert.

Durch Auslesen sind neben dem roten Typ De Berao rosa und De Berao braun sowie eine gerippte Form entstanden. Auch wenn nicht alle Typen dieselbe Robustheit geerbt haben, sind sie für den Freilandanbau gut geeignet.

Dabei ist auf eine gute Mulchschicht zu achten, da De Berao bei ungleichmäßiger Wasserzufuhr zum Platzen neigt.

Fleischtomaten
Die meisten Fleischtomaten verfügen über eine eher niedrige Widerstandsfähigkeit gegen die Braunfäule. Ohne Überdachung oder einem gut durchlüftetes Gewächshaus wird der Anbau leicht zur Enttäuschung. Dies gilt für samenfeste Sorten in gleichem Maße wie für die meisten F1-Hybriden. Das Samenarchiv Gerhard Bohl hat einige Braunfäule stabile F1-Neuzüchtungen im Freilandanbau getestet. Jedoch setzte die Fruchtbildung und Reife meist so spät ein, dass man nur wenige Früchte ernten konnte [Quelle: „Die Braunfäule an Tomaten“, Abhandlung von Gerhard Bohl].

Eine sehr interessante samenfeste Sorte dagegen, die ebenfalls von Herrn Bohl im Test angebaut wurde, ist die Kartoffelblättrige Tiefgefurchte. Es handelt sich um eine Fleischtomate mit 400 – 800 g schweren Früchten.

Samen robuster, alter Tomatensorten kaufen
Einige der genannten Tomatensorten sind im Handel erhältlich. Der größere Teil ist über Saatgut-Archive und Erhalter zu beziehen. Die genannten Ampeltomaten, die Wildtomate Humboldtii, De Berao, Cuban Pink und einige andere robuste Tomatensorten führen wir in unserer Saatgutliste und können bei uns bestellt werden.

Thematisch verwandter Beitrag vom August 2016:
Regensommer und die Braunfäule an Tomaten – Alte Tomatensorten können punkten >

 


Schwarzes WinterrübchenHerbst- und Winterrübchen sind ein delikates Wintergemüse und bereichern unseren Speisezettel in der kalten Jahreszeit  als gesunde Rohkost und Gemüse.

Obwohl früher ein wichtiges Grundnahrungsmittel sind Rübchen heute weitgehend in Vergessenheit geraten.

 

Die Geschichte des Rübchens
Der Rübsen oder die Rübsaat (Brassica rapa) ist eine Art aus der Familie der Kreuzblütengewächse und wird seit der Jungsteinzeit kultiviert und ist eine der ältesten Kulturpflanzen in Europa. Es gibt zahlreiche Sorten bzw. Unterarten, die als Öl-, Gemüse- bzw. Futterpflanzen angebaut werden. Dazu gehört auch das Herbstrübchen, das traditionell im August als Nachsaat auf Stoppelfeldern angebaut wurde. Diesem Umstand verdankt es auch den Namen Stoppelrübe. Unsere Vorfahren haben das Rübchen gleichermaßen als Nahrungsquelle für Menschen und als Tierfutter genutzt. Rübchen sind gut lagerfährig, sodass eine Versorgung über den Winter sichergestellt war.

Das Rübchen wurde in der Regel als Gemüse mit Schmalz und Zucker zubereitet und zu Getreide gereicht. Oder in Brühe  zusammen mit Brot oder einem Stück Fleisch. Die im Winterlager austreibenden Blätter wurden als Salat verwendet. In einigen Regionen wurde unter Milchsäuregärung Rübenkraut aus gehobelten Rübchen hergestellt, ähnlich dem Sauerkraut. Erst als die Karoffel an Bedeutung gewann, wurde das Rübchen langsam verdrängt.

Alte Sorten
Je nach Region waren unterschiedliche Rübensorten verbreitet. Auch heute noch bekannt und beliebt ist das Teltower Rübchen (Brassica rapa L. subsp. rapa f. teltowiensis), eine besondere Form der Speiserübe. Sie ist benannt nach der brandenburgischen Stadt Teltow, in deren Umland sie traditionell angebaut wurde.

Ebenfalls eine alte Sorte ist die Bayerische Rübe (Brassica rapa L. ssp Rapa), die beinahe ausgestorben ist und nur noch im Dachauer Land vereinzelt angebaut und vermehrt wird. Bis ins 20. Jahrhundert scheint die Bayerische Rübe über ganz Bayern verbreitet gewesen zu sein. Die Bayerische Rübe ist eine gut haltbare Speiserübe mit weißem Fleisch, nicht zerkochend und sehr würzig. Es gibt angeblich kein bayerisches Kochbuch vor 1900, das kein Gericht mit der Bayerischen Rübe enthält. 1808 äußerte sich der Landsberger Landgerichtsphysikus Winterholler in seinem Bericht: „Von Gemüsearten wird nichts gebaut außer Kopfkraut, weiße- und bayerische Rüben.“ [Quelle: Samensurium 12/2001, veröffentich bei VEN]. Wer an einem Anbau der Bayerischen Rübe interessiert ist kann Saatgut über www.bio-saatgut.de erwerben. Wobei zu erwähnen ist, dass die Aussagen über die 2-3 jähige Kultivierung auseinander gehen.

Eine weitere traditionelle Rübe ist die Wildschönauer Krautingerrübe, die auch heute noch in Tirol in der Region der Wildschönau kultiviert wird. Auch sie wurde roh, als Gemüse und als Kraut zubereitet verzehrt und als Viehfutter verwendet. In den Alpenregionen wo Obst und Gemüse in der kalten Jahreszeit Mangelware war, hatte die Rübe eine umso größerer Bedeutung. Eine Besonderheit stellte das Schnapsbrennen, das „Krautingerbrennen“ dar, das auch heute noch praktiziert wird.

Neue Sorten und Anbau
In Frankreich sind Rübchen immer noch als Delikatess-Gemüse bekannt. Bei uns sind sie zur Zeit meist nur in gut sortierten Bio-Läden erhältlich. Für den Eigenanbau gibt es dennoch eine gute Auswahl an Saatgut.

Die meisten Rübchen können im Frühling als Mairübchen sowie ab August als Herbstrübe angebaut werden. Wobei die schnellwachsenden kleineren Rübchen für den Frühling gegenüber den teilweise winterharten Herbstrüben besser geeignet sind. Empfehlenswerte Sorten sind:

  • Platte Weiße – kleineres, zartes Mairübchen, Aussaat sobald der Boden frostfrei ist. Auch für Herbstanbau mit Ernte bis in den Winter.
  • Goldrübchen (Golden Ball) – rundes, gelbes Rübchen für Frühjahrs- und Herbstausaat.
  • Herbstrübchen Primera – weiße, violett bis rosa überhauchte plattrunde Rübe vorrangig für den Herbstanbau, sehr gut lagerfähig
  • Schwarzes Winterrübchen – Herbst- und Winterrübchen (alte Sorte, vermutlich französicher Herkunft); langes, schwarzschaliges Rübchen, absolut frosthart und kann den ganzen Winter bis ins Frühjahr geerntet werden.
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Vor allem die Frühjahrsaussaaten sollten vor Kohlfliegen mittels Gemüsefliegennetzen geschützt werden, da ansonsten ein kompletter Ernteausfall duch zerfressene Wurzeln möglich ist. Rübchen nicht zu eng säen – jede Pflanze braucht genügend Platz um sich zu entwickeln.