Die Ananaskirsche (Physalis pruinosa) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Blasenkirschen (Physalis). Eng verwandt ist sie somit mit der Andenbeere (Physalis peruviana), wobei sie diese mit ihrem feinen Ananasaroma geschmacklich weit übertrifft. Ursprünglich beheimatet ist die Ananaskirsche in Mexiko, Mittel- und Südamerika und wächst dort auch in Höhenlagen.

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Ananaskirsche

 

Anbau:
Voranzucht Mitte März in Aussaatschalen. Die kräftigsten Pflanzen bald pikieren und nach dem letzten Frost Mitte Mai auspflanzen. Pflanzabstand mindestens 30 cm. Die Ananaskirsche ist reich tragend, leicht zu kultivieren und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Eine Gabe Kompost ist ausreichend. Die einjährigen Pflanzen sterben mit den ersten Frösten ab.

Wuchsform:
Die anfänglich kleinen Pflanzen werden buschig und ca. 80 cm hoch. Die gelben Früchte erreichen die Größe von kleineren Kirschen.

Ernte:
Die Früchte sind von lampionartigen Hüllblättern umgeben. Wenn die Früchte reif sind, fallen sie von der Pflanze ab und können aufgesammelt werden. Daher empfiehlt es sich unter den Pflanzen z. B. mit Stroh zu mulchen. Die Reife der Früchte beginnt im Juli/August und reicht bis zum Wintereinbruch. Keine grünen Früchte direkt von der Pflanze ernten! Die geernten Früchte sind einige Tage haltbar.

Vermehrung:
Die Ananaskirsche ist ein Selbstbefruchter, jedoch kann eine Verkreuzung durch Insekten mit der Andenbeere oder anderen Physalis nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte für die Saatgutgewinnung nur die Ananaskirsche angebaut werden. Ein Bestand von 12 – 15 Pflanzen ist dabei ausreichend. Auslesekritierien sollten Frühzeitigkeit, große Frucht und Pflanzfestigkeit sein.

Für die Samenreinigung am besten die ganzen Früchte öffnen und zerdrücken, mit etwas Wasser aufgießen und in einem Sieb abspülen und reinigen. Auf Backpapier nachtrocknen. Die Samen sind mehrere Jahre keimfähig.

Verwendung:
Die Ananaskirsche ist eine wohlschmeckende Naschbeere und eine feine, dekorative Beigabe zu Desserts. Bei einem ausreichend großen Bestand kann auch Fruchtaufstrich aus den Beeren hergestellt werden.


Von Mitte März bis Ende April ist Aussaatzeit für Zuckererbsen. Die knackig süssen und äußerst delikaten Hülsen sind eine besondere Bereicherung für die frühsommerliche Küche.

Zuckererbsen (Pisum sativum saccharatum) gehören zu den Erbsen, haben jedoch im Inneren der Hülse keine Pergamentschicht wie Pal- und Markerbsen. Daher können die ganzen Hülsen gegessen werden.

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Zuckererbse Carouby de Maussane

Kaiserschoten und Zuckerbrecherbsen
Innerhalb der Zuckererbsen unter- scheidet man zusätzlich in Zucker- oder Kaiserschoten und Zuckerbrecherbsen. Erstere gibt es in unterschiedlichen Größen bis hin zu Riesenzuckerschoten mit einer Länge von über 10 cm.

Bei den Kaiserschoten werden die jungen Hülsen vor der Ausbildung der Körner verwendet, wogegen die dickfleischigen Zuckerbrecherbsen zur Milchreife des Korns geerntet werden.
Anbau:
Aussaat Mitte März bis Ende April direkt ins Freiland im Abstand von ca. 2 cm und 25 cm Reihenabstand. Keimdauer ca. 10 Tage. Der Boden sollte nicht mit frischem Mist gedüngt sein, am besten mit Kompost vorbereiten. Wenn es im Frühjahr noch sehr kühl ist, vorübergehend mit Folie oder Vlies abdecken. Jungpflanzen vertragen kurzzeitige Fröste bis -4 Grad.

Die Ernte beginnt sortenabhängig 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat. Bei regelmäßiger Ernte, alle 2 – 3 Tage, bilden sich laufend neue erntefrische Hülsen. Bei Hitze und Trockenheit gut gießen, da die Hülsen sonst hart werden und schnell Körner entwickeln. Ein Anbau für die Herbsterne ab Anfang Juli ist ebenfalls möglich, wobei hier besonders auf gute Bewässerung zu achten ist.

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Wenige Tage von der Blüte bis zur Ernte

Zuckererbsen sind einfach und unkompliziert zu kultivieren und wie die meisten Leguminosen stellen sie kaum Ansprüche an Boden und Witterung.

Erbsen sind außerdem eine gute Vorkultur für Starkzehrer. Über Knöllchenbakterien an den Wurzeln, die Sauerstoff in Stickstoff umwandeln, versorgen sie den Boden mit Nährstoff.

Wuchsform:
Je nach Sorte von 60 cm bis 2,00 m. Bei hohen Sorten eine Rankhilfe in Form von Spalieren oder Drahtgittern anbieten. Bei niedrigen Sorten reicht es meist Reiser zwischen die Reihen zu stecken oder ein paar Schnüre zu spannen.

Vermehrung:
Erbsen sind strenge Selbstbefruchter und daher normalerweise nicht verkreuzungs- gefährdet. Die Befruchtung findet bereits in der geschlossenen Blüte statt. Es kann jedoch zu Verkreuzungen durch Hummeln oder Holzbienen kommen, die die Blüten aufbeißen. Daher für die Saatgutgewinnung verschiedene Sorten Erbsen am besten mit einem Sicherheitsabstand von etwa 30 m anbauen. Ein reichhaltiges anderweitiges Blühangebot beugt solchen Verkreuzungen ebenfalls vor. Erbsenkörner sind 3 – 4 Jahre keimfähig.

Sorten:
„Carouby de Maussane“ ist eine süße, sehr aromatische und reich tragende Sorte mit rot-violetten Blüten. Sie bildet große über 10 cm lange und 2 cm breite Hülsen aus. Eine ähnliche Sorte ist „Schweizer Riesen“. Beide sind hochwachsend bis ca. 1,80 m.

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Gelbe Zuckerschote „Krimberger Erbse“

Niedrigere Sorten mit kleineren, einheitlichen Hülsen sind bspw. Oregon Sugar Pod oder Ambrosia. Eine besondere Rarität ist die gelbe Zuckerschote „Krimberger Erbse“, die ebenfalls bis zu 2,00 m hoch wird.

Eine der wenigen Zuckerbrecherbsen, die im Handel noch erhältlich sind ist „Sugar Bon“. Über Saatgutarchive sind jedoch verschiedene weitere Sorten zu finden.

Verwendung:
Junge Kaiserschoten in Butter dünsten oder kurz blanchiert als Gemüsesalat anrichten – eine Delikatesse. Zusammen mit jungen Möhren, Blumenkohl, etc. glasiert gibt es ein knackiges Frühsommergemüse. Außerdem passen Zuckerschoten gut zu Wok-Gerichten und asiatischem Gemüse. Zuckerbrecherbsen vor dem Kochen einmal auseinander brechen, ansonsten wie die ganzen Hülsen zubereiten.

Zuckererbsen sind ein Gemüse, das man wie Spargel genießen sollte, wenn es Saison hat. Blanchiert lassen sie sich zwar einfrieren, die knackige Konsistenz geht dabei jedoch leider verloren.

Geschichte:
Die Erbse zählt neben Getreide zu den ältesten Kulturpflanzen in Europa. Viele alte Zuckererbsensorten haben vor allem in Frankeich und in der Schweiz (hier auch Kefe genannt) Tradition. Die Bezeichnung Kaiserschote hat dabei einen geschichlichen Ursprung: In England wurde via Gerichtsurteil im Jahr 1433 festgelegt, dass man im Adelsstand sein musste, um überhaupt Zuckerschoten essen zu dürfen. Und König Ludwig XIV ließ Teile des Louvre-Parks in einen Erbsengarten umfunktionieren und machte eine Gewohnheit daraus, Erbsen bzw. Zuckerschoten als frisches Gemüse zu verspeisen (Davor war es nur üblich getrocknete Erbsen zuzubereiten).

Dennoch hat es die Zuckererbse bei uns nicht in den landwirtschaftlichen Erwerbsanbau geschafft – trotz einfacher Kultur und Unempfindlichkeit gegen Kälte und Spätfröste. Vereinzelt werden in den letzten Jahren in Bioläden wieder Zuckerbrecherbsen angeboten und in Österreich werden über Arche Noah zusammen mit Landwirten alte Sorten in den Vergleichsanbau genommen, um sie für den Erwerbsanbau zu selektieren und weiter zu entwickeln.

Die bei uns in den Supermärkten angebotenen Kaiserschoten werden meist aus Kenia oder Marokko importiert. Dies ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die importieren „Exoten“ in der Regel aus konventionellem Anbau stammen und oft stark Pestizid belastet sind. Außerdem wird für den Anbau in heißen Ländern sehr viel Wasser benötigt, das z. B. in Kenia aus dem Lake Naivasha entnommen wird und so die Lebensgrundlagen armer Kleinbauern gefährdet. Weiterhin ist neben den weiten Transportwegen zu bedenken, welche Auswirkungen unser ganzjähriges Angebot an importiertem Frischgemüse auf die produzierenden Länder hat.


Die Winterheckenzwiebel ist mit das erste Grün, das wir im Frühling im Gemüsegarten ernten können. Je nach Witterung beginnen die grünen Zwiebelschloten bereits im Februar auszutreiben.

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Winterheckenzwiebel im Februar

Im Frühsommer erscheinen die großen, weißen Blüten, die gerne von Bienen und Schmetterlingen besucht werden. Nach der Blüte treiben die Pflanzen erneut und können bis zum Winter beerntet werden.

Die Winterheckenzwiebel ist ein winterhartes, ausdauerndes Zwiebel- gewächs (Alliacea), das jedoch keine Zwiebeln ausbildet. Sie ist direkt verwandt mit den Lauchzwiebeln (Allium fistolosum).


Anbau:

Aussaat von März bis Mitte August breitwürfig in lockerem Boden in sonniger Lage. Staunässe sollte vermieden werden, da sie vor allem im Winter schlecht vertragen wird. Bei Aussaat im Frühling gibt es die ersten erntereifen Schloten im Herbst, ansonsten im darauf folgenden Frühling.

Die Winterheckenzwiebel kann Jahrelang am selben Standort bleiben und bildet durch Seitenzwiebeln mit der Zeit dichte Horste. Es empfiehlt sich jedoch die Horste alle paar Jahre zu teilen, da die Pflanzen sonst an Wuchskraft verlieren.

Wie der Name schon sagt, können Winterheckenzwiebeln auch als niedrige Hecke, z. B. zur Begrenzung von Gemüsebeeten gepflanzt werden.

Vermehrung:
Die Vermehrung kann generativ über Samen erfolgen. Dabei ist, um Verkreuzungen zu vermeiden, darauf zu achten, dass keine anderen Allium fistolosum-Sorten gleichzeitig blühen. Zwiebeln sind Fremdbefruchter und werden über Insekten bestäubt.

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Winterheckenzwiebel Blüte

Zwiebelsaatgut am besten im Folgejahr verwenden, da danach die Keimfähigkeit stark abnimmt.

Durch Teilung älterer Stöcke lassen sich die Zwiebeln außerdem vegetativ vermehren. Teilung und Pflanzung sollte man am besten im Herbst vornehmen.

Verwendung:
Die Schloten können fast das ganze Jahr über als frisches Schnittgrün in der Küche verwendet werden. Sie schmecken aufs Brot, in Dips, Salaten und Gemüse. Bei warmen Gerichten nicht mitkochen, sondern kurz vor dem Servieren über die Speisen streuen bzw. leicht unterheben. In Asien traditionell eine Zutat von Wok-Gerichten.

Geschichte:
Die Winterheckenzwiebel ist eine alte Bauerngartenpflanze und wurde bereits seit dem Mittelalter in Europa kultiviert. Vermutlich kamen im 17. Jahrhundert wildwachsende Winterzwiebeln aus Sibirien über Russland nach Europa. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Winterzwiebeln besonders im Raum München in großen Mengen angebaut (Quelle: Illustriertes Handbuch des Gartenbaues, Leipzig, 1909). In China und Japan, wo bis zur Entwicklung der modernen Zwiebelsorten der letzten Jahrzehnte keine Speisezwiebeln angebaut wurden, erfreut sie sich immer noch großer Beliebtheit.

 


Nun haben wir schon mehrmals von der geringelten Bete „Tonda die Chioggia“ erzählt und wie sich wunderbare Gemüsegerichte mit ihr zubereiten lassen. So fand sie u. a. ihren Platz im herbstlichen Blechgemüse und avancierte als Carpaccio mit Ziegenkäse zum Star im Artikel über „Garten des Lebens“ in der Zeitschrift LandFrisch. Somit höchste Zeit, ihr ein Gemüseportrait zu widmen.

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„Tonda di Chioggia“ gehört zu den roten Rüben (Beta vulgaris) – auch rote Bete, Rande oder Ranne genannt – und ist eng verwandt mit Mangold, Runkel- und Zuckerrübe. Bekannter ist bei uns die durchgängig rot gefärbte rote Bete, wie z. B. die Sorte „Rote Kugel“. Dabei gibt es neben der sogenannten „Ringelbete“ auch gelbe und weiße sowie plattrund, walzenförmig oder zylindrisch geformte Sorten.

Die rote Rübe ist ein ausgezeichnetes Lagergemüse für die winterliche Küche und war lange Zeit ein wichtiges Wintergemüse.

Anbau:
Der Anbau erfolgt bei allen roten Rüben einheitlich, wobei es schneller und langsamer wachsende Sorten gibt. „Tonda die Chioggia“ ist eine wüchsige Sorte, die in wenigen Monaten zu einer schönen Größe heranwachsen kann. Sie benötigt gute Nährstoffgaben, jedoch sollte eine Überdüngung vermieden werden. In den warmen Sommermonaten ist für eine gute Entwicklung ausreichend Wasser wichtig.

art_tonda-chioggiaDie Aussaat erfolgt von Mitte April bis Mitte Juni. Bei uns hat sich eine Aussaat Ende Mai für die Herbsternte und Einlagerung gut bewährt. Die Pflanzen werden direkt gesät oder vorgezogen und dann auf einen Pflanzabstand von ca. 25 x 25 cm vereinzelt. Rote Bete bildet ihre Samen in Knäueln aus, also mehrere Samen dicht zusammen. Dadurch keimen oft 2 – 3 Pflanzen eng nebeneinander, sodass das Vereinzeln bei den meisten Sorten notwendig ist.

Im Herbst kann die rote Bete, solange nur leichte Nachtfröste bis etwa minus 3 Grad zu erwarten sind, im Beet bleiben. Gegebenenfalls mit Vlies vorrübergehend abdecken. Erst bei stärkeren Frösten werden die Wurzeln vorsichtig aus der Erde gezogen und die Blätter abgedreht ohne die Rübe zu beschädigen. Für die Lagerung am besten im kühlen Keller bei 3 – 5 Grad ungewaschen in feuchten Sand eingeschlagen.

Vermehrung:
Die rote Rübe ist zweijährig und bildet erst im zweiten Kulturjahr die Blüte. Für die Vermehrung ist eine frostfreie Überwinterung im Lager notwendig. Es sollte daher nicht zu früh gesät werden, da überständige Wurzeln im Lager schneller verderben. Bei richtiger Lagerung (siehe oben) halten die Rüben dann gut bis zum Frühjahr. Sobald es frostfrei ist, werden sie wieder gepflanzt.

Zu frühe Saaten oder recht tiefe Temperaturen im Frühsommer können durch einen Kältereiz zu einjährigen Schossern führen. Von diesen Pflanzen keine Samen für die Vermehrung nehmen!

Beta vulgaris gehört zu den Gänsefußgewächsen und ist ein Fremdbefruchter und Windbestäuber. Daher für die Vermehrung ohne Isolierung nur eine Sorte anbauen. Dabei ist darauf zu achten, dass Mangold und Zuckerrübe sich mit roter Bete verkreuzen. Für die Gewinnung des Saatguts werden mindestens 15 schön ausgebildete Wurzeln benötigt.

art_tonda-chioggia-carp1Verwendung:
„Tonda die Chioggia“ wird wie rote Bete für Gemüsegerichte und Gemüsesalat verwendet. Dünn gehobelt und mariniert kann sie auch als Rohkost zubereitet werden.

Die rot-weiße Färbung nimmt beim Kochen einen lachsfarbenen Ton an. Ihr Geschmack ist feiner und nicht so erdig, wie einige andere Sorten.

Zum Rezept „Rote Beete Carpaccio mit gebratenem Ziegenkäse“ >

Besonders interessant sind „Tonda die Chioggia“ und andere helle Sorten für Gerichte, bei denen die rote Beete nicht alle anderen Zutaten mit dem roten Saft einfärben soll.

Geschichte:
Rote Bete ist im Mittelmeerraum, vermutlich in Nordafrika, beheimatet und kam mit den Römern nach Mitteleuropa. „Tonda di Chioggia“ ist eine alte italienische Sorte, benannt nach der italienischen Stadt Chioggia in Venetien. Neben dem Fischfang war der Gemüseanbau traditionell der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt im Golf von Venedig. So gibt es verschiedene weitere Gemüsesorten, die nach der Stadt benannt sind, wie z. B. Radicchio „La rosa di Chioggia“ oder der Muskatkürbis „Marina di Chioggia“.

 


Auf Grund des großen Interesses an der Gartenmelde stellen wir nun neben unserem Artikel „Gartenspinat und Gartenmelde“ mit allgemeinen Informationen und Rezepten nun auch eine Kulturanleitung für die Gartenmelde ein.

Arche Noah hat die Gartenmelde übrigens mit 18 verschiedenen Sorten im Vergleichsanbau kultiviert sowie Keimtests und Verkostungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Arche Noah Magazin vom Juli 2012 beschrieben. Die Ausgabe steht auf der Arche Noah Website als PDF zur Verfügung.

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Samenstand der Gartenmelde Opera

Die Gartenmelde ist eine historische Spinatpflanze, die es in verschiedenfarbigen Sorten, von hellgrün über rot bis tief violett-braun gibt. Sorten im Handel sind bspw. die rote Gartenmelde Vollrot oder die grünen Sorten Gartenmelde Mondseer und Berndorfer. Weitere Sorten sind über Saatgutarchive und private Erhalter erhältlich.

Anbau:
Melden können ab April in Reihen oder einzeln zwischen anderen Kulturen direkt im Freiland gesät werden. Die einjährigen Pflanzen sind anspruchslos und leicht zu kultivieren, brauchen jedoch volle Sonne. Lässt man die Pflanzen blühen und die Samenstände ausreifen säen sie sich bereitwillig selbst aus.

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Grüne Gartenmelde

Wuchsform:
Hochwachsend, viele Sorten werden mit Samenstand über zwei Meter. Zur Beerntung regelmäßig schneiden, es wachsen dann wieder junge Blätter nach.

Vermehrung:
Melden sind Fremdbestäuber und werden durch den Wind bestäubt. Die verschiedenen Meldesorten verkreuzen sich untereinander. Daher immer nur eine Sorte blühen lassen. Auch bei sortenreiner Vermehrung kann es immer wieder zu „Aussreißern“ kommen, die man entfernen sollte. Wird die Pflanze nicht geschnitten bildet sie bis zum Herbst hohe Samenstände mit vielen Samen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Blütentypen: Die vertikalen Blüten sind von zwei Vorblättern umschlossen, der horizontale Blütentyp bildet keine Hüllblätter aus. Die Samen können schwarz oder hellbraun sein. Tests haben gezeigt, dass die hellen Samen schnell keimen wogegen die schwarzen Samen lange im Boden verbleiben können. Sie keimen teilweise erst nach Jahren, wenn sich die passenden Bedingungen ergeben und im Garten erscheinen plötzlich Pflänzchen mit denen man gar nicht mehr gerechnet hat.

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Rote Gartenmelde

Verwendung:
Ernte der jungen Blätter am besten vor der Blüte (danach werden die Blätter leicht bitter). Verwendung wie Spinat, für Strudel- und Brotfüllungen oder als Salatbeigabe. Das farbenfrohe Gemüse eignet sich auch gut zur Dekoration z. B. für Büfetts. Rotlaubige Sorten können zum Färben anderer Speisen verwendet werden.

Geschichte:
Melden sind alte Gemüsepflanzen mit weltweiter Verbreitung. Die Kulturform der Gartenmelde kam vermutlich mit den Römern nach Mitteleuropa. Wie andere historische Gemüsepflanzen geriet die Melde mit der Einführung von Kulturpflanzen aus anderen Teilen der Welt immer mehr in Vergessenheit. Vor allem der Spinat hat die Melde weitest gehend ersetzt. VEN (Verein zur Erhaltung der Nutpflanzenvielfalt) ernannte die Melde zum Gemüse des Jahres 2000.