art_baerlauch-blumeAuch wenn sich der Frühling mit seinem Einzug dieses Jahr recht Zeit lässt – später Schnee und frostige Temperaturen können einen der ersten Frühjahrsboten nicht beeindruckent: Den Bärlauch.

Seit Mitte März schieben sich unbeirrt die ersten Bärlauchblätter aus dem Boden von lichten Wäldern und feuchten Auen. Und auch die neuerliche Schneedecke kann den Bärlauch nicht aufhalten.

Bevor sich der Bärlauch an seinen Lieblingsstandorten flächendeckend ausbreitet, teilt er sich seinen Platz mit den ersten Frühlingsblüten von Schneeglöcken und Leberblümchen.

art_baerlauch-moosbaumWie jedes Jahr freuen wir uns über dieses frühe Geschenk aus der Natur und auf die Ernte der gesunden und würzigen Bärlauchblätter während der nächsten Wochen – bis die Pflanzen in Blüte gehen und den Waldboden mit wunderschönen weißen Blüten überziehen.

Danach bildet der Bärlauch Samen aus und es dauert nicht mehr lange bis er sich unter die Erde zurück zieht – unsichtbar – bis zum nächsten Frühling.

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Video: Bärlauch auf der Fortbildung zum Wildniskoch
Auf der Fortbildung zum Wildniskoch vom Veranstalter Landesbund für Vogelschutz Bayern e.V. (LBV) stellt Ulrich Dopheide die essbare Wildpflanze Bärlauch mit Biologie, gesundheitlicher Wirkung und Zubereitungsmöglichkeiten vor.

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art_baerlauch-spitzenBärlauch im Garten

Im Garten lässt sich der Bärlauch an günstigen Plätzen ansiedeln. Der Standort sollte im Sommer durch Laubbäume beschattet sein und überwiegend feucht bleiben. Im Winter und Frühling erreichen durch die unbelaubten Bäume Licht und Sonne den Boden und somit den Bärlauch in seiner Wachstumsperiode.

Am besten pflanzt man die kleinen Bärlauchzwiebeln und in den Folgejahren vermehrt sich der Bärlauch unterirdisch über die Bildung von neuen Brutzwiebeln sowie generativ über Samen. Den Überfluß, den der Bärlauch an seinen selbst gewählten Naturstandorten entfaltet, werden wir in der Kultivierung jedoch nur mit sehr viel Geduld erleben.

Daher lohnt es sich in die Natur üppige Bärlauchplätze, meist in Uferzonen von Bächen und Flüssen, zu erkunden und dort zu sammeln.

 


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Saatgutgewinnung bei Gurken

Im eigenen Garten Saatgut selbst gewinnen – am besten aus seinen Lieblingssorten – ist ein besonderes gärtnerisches Anliegen. Wer Gemüse für eigenes Saatgut anbauen möchte, muss jedoch ein paar Grundlagen wissen, die für eine erfolgreiche Samenernte  zu berücksichtigen sind.

Dies betrifft z. B. die Bestäubungsbiologie und die Zugehörigkeit zu Pflanzenfamilien um Verkreuzungen zu vermeiden, die notwendige Anzahl von Pflanzen für die Vermehrung, die Kulturdauer für das Bilden und Ausreifen der Samen sowie eine Selektion der besten Pflanzen. Saatgutreinigung, Trocknung und Lagerung müssen ebenfalls beachtet werden, um in den darauffolgenden Anbaujahren über keimfähiges Saatgut zu verfügen.

Grundsätzlich eignen sich nur samenfeste Sorten für die Saatgutvermehrung.

Vorteile der Saatgutvermehrung für den Eigenbedarf

  • Saatgut muss nicht regelmäßig neu gekauft werden
  • Bei den meisten Kulturen erntet man so viel Saatgut, dass man teilen und tauschen kann
  • Vermehrt man eine Sorte über einen längeren Zeitraum erhält man eine an den Standort angepasste Sorte
  • Die Vermehrung alter Sorten unterstützt die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt


Kursangebote und Bücher

Um Enttäuschungen bei der Vermehrung zu vermeiden, macht es Sinn einen Kurs zu besuchen und sich mit einschlägiger Literatur zu befassen.

In Süddeutschland veranstalten wir (Garten des Lebens) einen Saatgutkurs in Form von drei Tagesseminaren „Samengärtnerei für den Hausgarten“ mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktthemen.

Saatgutlehrgang – Samengärtnerei für den Hausgarten (Tagesseminare)
Details und Anmeldung >

Weitere Kursangebote gibt es über Arche Noah in Niederöstereich sowie über den VEN in Norddeutschland.

Ein sehr empfehlenswertes Buch ist das Handbuch der Samengärtnerei von Andrea Heistinger, das mit dem Buchpreis der Deutschen Gartenbaugesellschaft ausgezeichnet wurde. Wer keinen Kurs besuchen kann, findet hier die wichtigsten Informationen und Kulturanleitungen.

buchtipp-handbuch-samengaerHandbuch Samengärtnerei
Sorten erhalten – Vielfalt vermehren – Gemüse genießen

„Das Praxisbuch zur biologischen Saatgut- gewinnung. Vom eigenen Gemüse Samen ernten: Wie lange dauert das? Was wird benötigt? Wie kann man die eigenen Lieblingssorten weitervermehren? Was kann man zur Erhaltung der Sortenvielfalt beitragen? Das Buch bietet klare und praktikable Anleitungen für Einsteiger und auch für Erfahrene, von engagierten Fachleuten zusammengestellt.“

Bestellung und weitere Informationen (www.amazon.de) >

Einfache Sorten für den Einstieg
Wer beginnen möchte Saatgut zu vermehren, kann mit einfachen Sorten einsteigen und erste Erfahrungen sammeln. Dazu gehören einige Selbstbefruchter, bei denen keine (bzw. nur eine sehr geringe) Verkreuzungsgefahr besteht wie bspw. Gartenbohnen und Tomaten. Gartenbohnen werden dabei wie für die Ernte von Trockenbohnen kultiviert. Etwa 10 – 15 Pflanzen einer Sorte sind für die Vermehrung ausreichend. Bei Tomaten reichen auch weniger Pflanzen und man kann von den reifen Speisetomaten vor dem Verzehr die Samen entnehmen. Die Samen ein bis zwei Tage zimmerwarm stehen lassen um die keimhemmende Schicht abzubauen, dann in einem Teesieb spülen und abwaschen, danach schnell trocknen.

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Radieschen mit Blüte und Samenansatz

Bei Gemüse, das von Wind oder Insekten bestäubt wird, muss darauf geachtet werden, dass man nur eine Sorte abblühen lässt um Verkreuzungen zu vermeiden.

Viele Fremdbefruchter benötigen außerdem eine größere Anzahl von Pflanzen für die Vermehrung, sodass der Platzbedarf beachtet werden muss. Für den Einstieg eignen sich z. B. Gartenrauke oder Radieschen. Beide können ab dem Frühling einjährig kultiviert werden und auch für die benötigten 30 – 50 Samenträger findet sich im Hausgarten Platz. Dabei die schönsten und am spätesten schossenden Exemplare für die Vermehrung auswählen und blühen lassen. Werden die Samenrispen bräunlich und trocken am besten die ganze Pflanze aus dem Boden nehmen und z. B. in einem Gartenvlies oder altem Kissenbezug an einem trockenen Ort nachtrocknen lassen. Die Samen fallen dann oft schon von selbst aus. Ansonsten vorsichtig ausdreschen.

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Bei unseren Gemüseportraits mit Kulturanleitungen beschreiben wir auch die wichtigsten Kriterien, die für die Saatgutvermehrung zu beachten ist sind. Saisonal veröffentlichen wir verschiedene Gemüsesorten mit Kulturanleitung. Zum Aufrufen der entsprechenden Artikel kann man über den Tag „Kulturanleitungen“ navigieren oder folgenden Link aufrufen: http://www.garten-des-lebens.de/tag/kulturanleitung/.

 


Der Film „Widerständige Saat“ zeigt den weltweiten Kampf um Saatguterhaltungen, den Aktivist/-innen und NGOs gegen Saatgutbörsen und die EU-Gesetzgebung führen. Im Anschluss an den Film steht die Regisseurin, Ella von der Haide für ein Gespräch zur Verfügung.

Termin: Montag, der 11.03.2013 von 19:00-20:30 Uhr
im DGB-Haus, Schwanthalerstraße 64 – 80336 München; Raum T.0.06.

Bitte mit Anmeldung unter der Kursnummer C240-13/2
Tel: 089 / 559 336-40
Email: anmeldung@bildungswerk-bayern.de
Eintritt: 6,00 Euro

Infos zu den Dokumentarfilmen von Ella von der Haide
Gemeinschaftsgärten: www.eine-andere-welt-ist-pflanzbar.de
Saatgutkampagne: www.saatgutkampagne.org


buchtipp_reichtum-erntenVielfalt ist Reichtum
Vielfalt kann nur durch viele Menschen in vielen  Gegenden entstehen. Früher hatte jede Region ihre eigenen Sorten. Heute gibt es in den Supermärkten fast nur noch Einheitsgemüse. Viele lokale Sorten sind spurlos von unseren Feldern und Beeten verschwunden. Wer kennt noch Ostfriesische Palme, Berner Rose oder Kasseler Strünkchen?

Aber es gibt sie noch und hinter jeder dieser seltenen Gemüsesorten stecken sehr persönliche Geschichten und Menschen, die aus Leidenschaft fast vergessenen Sorten vermehren.

Reichtum ernten
von Ute Klaphake, Karin Lüdemann, Dierk Jensen.
Gebundene Ausgabe, Bestellung und weitere Informationen über www.amazon.de.

 


Der Film zeigt eindrucksvoll wie die Holzer’sche Permakultur auf Grundlage der natürlichen Gegebenheiten funktioniert. Josef Holzer erklärt in seinem Rundgang, wie man sich die Wechselwirkungen der Natur zu Nutze machen kann.

Wer noch nicht die Möglichkeit hatte den Krameterhof zu besichtigen, kann sich hier ein Bild der Schönheit und Fülle des Bergbauernhofs auf 1100 – 1500m Seehöhe machen.