Der Film „Widerständige Saat“ von Ella von der Haide zeigt die weltweiten Aktivitäten von AktivistInnen und NGOs gegen die EU-Gesetzgebung und für die Saatguterhaltungen.

Infos und Termine zu den Dokumentarfilmen von Ella von der Haide
Gemeinschaftsgärten: www.eine-andere-welt-ist-pflanzbar.de
Saatgutkampagne: www.saatgutkampagne.org


Tomaten lieben einen sonnigen, warmen und gleichzeitig luftigen Standort. Ursprünglich kommt die Tomate aus trockenen Küstenregionen Mittel- und Südamerikas, daher kann sie mit Hitze und Trockenheit wesentlich besser umgehen, als mit Nässe. In unseren Breiten ist es daher nicht immer einfach Tomaten im Freiland zu kultivieren.

Die Braunfäule an Tomaten
Die Kraut- und Braunfäule ist die häufigste Krankheit an Tomaten. Gerade in regenreichen Sommern kann die Braunfäule in kurzer Zeit ganze Tomatenbestände vernichten. Der Braunfäulepilz ist ein Algenpilz, der für seine Entwicklung Feuchtigkeit und Temperaturen um die 20 Grad benötigt. Im Freiland, wenn die Tomaten über längere Zeit der Feuchtigkeit ausgesetzt sind – dafür reicht manchmal auch schon reichliche Taubildung mit langsamem Abtrocknen der Pflanzen – findet der Pilz für seine Vermehrung ideale Bedingungen. Außer den Blättern werden auch die Früchte mit bräunlichen, später faulenden Stellen, befallen.

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Ampeltomate Pendulina

Welche Sorten anbauen?
Neben verschiedenen vorbeugenden Maßnahmen wie luftiger und sonniger Stand, Mulchen und Vermeidung von Überdüngung und Übergießen der Pflanzen, spielt die Sortenauswahl eine entscheidende Rolle. Zum einen können frühe Sorten gewählt werden, die bereits vor dem Auftreten des Braunfäulepilzes erntereif sind. Andererseits gibt es eine Reihe robuster Sorten und Wildtomaten, die sich gegenüber der Braunfäule als sehr tolerant erwiesen haben.

Frühe Buschtomaten
Vertreter der frühen Buschtomaten sind unter anderem Ampeltomaten. Dazu gehören beispielsweise die Sub-Arctic-Typen wie Sub Arctic Plenty oder Sub Arctic Cherry, die für Gegenden mit kurzen Sommern gezüchtet wurden und relativ Kältetolerant sind. Sie haben eine kurze Vegetationsperiode, fruchten bald und das auch bei niedrigen Temperaturen. Es handelt sich dabei um kleinwüchsige buschige Pflanzen mit überhängendem Wuchs, die nicht ausgegeizt werden und Früchte in der Größe von Cocktail-Tomaten hervorbringen. Weitere Sorten frühreifender Ampeltomaten und gutem Geschmack sind Pendulina, eine gelbe runde Ampeltomate und die etwas kleinere, ovale Rosa Ampeltomate. Bei einer Voranzucht ab Ende Februar ist eine Ernte meist schon im Juni, weit vor dem Braunfäulebefall möglich.

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Buschtomate Podsneschnik

Einige Buschtomaten mit größeren Früchten fruchten ebenfalls sehr frühzeitig. Besonders aus Russland kommen verschiedene, empfehlenswerte Sorten. Hier lohnt es sich in Saatgutarchiven und bei privaten Anbietern zu stöbern.

Bei uns haben wir mit gutem Erfolg Podsneschnik (Schneeglöckchen) mit runden, roten, fleischigen und sehr schmackhaften Früchten kultiviert. Podsneschnik zeichnet sich dabei nicht mit einer generellen Frühzeitigkeit aus. Sie ist jedoch recht Kältetolerant und bei früher Anzucht fruchtet sie zeitig mit hohem Ertrag.

Eine weitere frühe Sorte ist die Stabtomate Quedlinburger Frühe Liebe, die meist ab Anfang Juli die ersten reifen Tomaten hervorbringt.

Durch den Anbau frühreifender Sorten entsteht auch ein insgesamt längerer Erntezeitraum zusammen mit den später reifenden Tomatensorten.

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Wildtomate Humboltii

Wildtomaten
Als sehr widerstandsfähig gegen die Braunfäule haben sich Wildtomaten erwiesen. Dazu gehören die kleinen Johannisbeertomaten, die als Naschtomaten sehr beliebt sind ebenso wie die Wildtomaten Rote Murmel und Golden Currant.

Eine sehr empfehlenswerte, etwas größer früchtige Wildtomate mit roten bis lachsfarbenen Früchten von bis zu 3 cm Durchmesser und bester Braunfäuletoleranz ist die Wildtomate Humboldtii. Die großen, buschigen Pflanzen bringen ab August eine reiche und gesunde Ernte bis zum Frost.

Alle Wildtomaten werden am besten ohne oder mit sehr wenig Ausgeizen am Spalier oder an Gerüsten gezogen. Als Stabtomaten und auch für das Gewächshaus sind sie auf Grund ihrer Wüchsigkeit und starken Verzweigung nicht geeignet (was aber auch nicht notwendig ist).

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De Berao rot

Robuste großfrüchtige Sorten
Am bekanntesten unter den großfrüchtigen und im Freiland widerstandsfähigen Sorten sind die De Berao Typen. Unter Selbstversorgern und selbst im Bio-Erwerbsanbau hat De Berao sich einen sicheren Platz erobert.

Durch Auslesen sind neben dem roten Typ De Berao rosa und De Berao braun sowie eine gerippte Form entstanden. Auch wenn nicht alle Typen dieselbe Robustheit geerbt haben, sind sie für den Freilandanbau in durchschnittlichen Sommern gut geeignet.

Fleischtomaten
Die meisten Fleischtomaten verfügen über eine eher niedrige Widerstandsfähigkeit gegen die Braunfäule und sind bei Feuchtigkeit und niedrigen Temperaturen anfällig für Platzer am Stielansatz. Ohne Überdachung oder einem gut durchlüfteten Gewächshaus wird der Anbau leicht zur Enttäuschung. Dies gilt für samenfeste Sorten in gleichem Maße wie für die meisten F1-Hybriden. Das Samenarchiv Gerhard Bohl hat einige Braunfäule resistente F1-Neuzüchtungen im Freilandanbau getestet. Jedoch setzte die Fruchtbildung und Reife meist so spät ein, dass man nur wenige Früchte ernten konnte [Quelle: „Die Braunfäule an Tomaten“, Abhandlung von Gerhard Bohl].

Eine sehr interessante samenfeste Sorte dagegen, die ebenfalls von Herrn Bohl im Test angebaut wurde, ist die Kartoffelblättrige Tiefgefurchte. Es handelt sich um eine Fleischtomate mit 400 – 800 g schweren Früchten, die in den meisten Sommern gut im Freiland gedeiht und einen guten Ertrag bringt.

Samen robuster, alter Tomatensorten kaufen
Einige der genannten Tomatensorten sind im Handel erhältlich. Der größere Teil ist über Saatgut-Archive und Erhalter zu beziehen. Die genannten Ampeltomaten, die Wildtomate Humboldtii, De Berao und einige andere robuste Tomatensorten sind über unseren Online-Shop erhältlich. 

Thematisch verwandter Beitrag mit weiteren Sortenempfehlungen vom August 2016:
Regensommer und die Braunfäule an Tomaten – Alte Tomatensorten können punkten >

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Aubergine Obsidian

Es ist wieder soweit – spätestens im Februar beginnt die Qual der Wahl: welche Sorten werden in diesem Jahr gesät? Wer sich über Gartencenter, Saatgutkataloge und Online-Shops versorgt steht vor einer großen Auswahl bunter Samentütchen. In den letzten Jahren wird dabei der Zusatz F1 bei den Sortenbezeichnungen immer häufiger. Die wenigsten wissen jedoch, was die Bezeichnung F1 und im Gegensatz dazu der Begriff Samenfest bedeutet.

Samenfeste Sorten sind nachbaufähig

Hier lohnt sich ein kleiner Rückblick in die Geschichte unserer Sämereien: samenfeste Sorten werden über Jahre auf bestimmte Eigenschaften durch Kreuzung und Selektion gezüchtet. Diese Eigenschaften können Farbe, Geschmack, Form, Resistenzen, etc. sein. Vermehrt man diese Sorten über ihr Saatgut, erhält man in den nächsten Generationen Pflanzen mit denselben Eigenschaften – dies nennt man samenfest, sortenrein und nachbaufähig. Bevor die moderne Pflanzenzüchtung an Bedeutung gewann, war dies der Weg, um Sorten zu züchten und weiter zu entwickeln.

F1 – Kreuzung in erster Generation
Bei F1 gekennzeichnetem Saatgut handelt es sich um Hybrid-Züchtungen, die nicht samenfest sind. F1 ist eine Kreuzung in erster Generation. D. h. es werden zwei Sorten gekreuzt und bei sortenreinen Eltern erhält man in dieser ersten Generation einheitliche Nachkommen. Vermehrt man diese Pflanzen weiter, tritt in der nächsten Generation – der F2 – die größtmögliche genetische Aufspaltung auf. D. h. die genetischen Eigenschaften der Kreuzungspartner treten in den Nachkommen in den verschiedensten Variationen zu Tage. Wenn wir also bspw. aus einer gelben, runden F1 Zucchini Saatgut gewinnen und wieder ansäen werden wir nur einen Teil oder u. U. gar keine Zucchini mit diesen gelben und gleichzeitig runden Eigenschaften erhalten.

Die moderne Pflanzenzüchtung
In der modernen Pflanzenzüchtung werden F1-Hybriden jedoch nicht nur durch einfache Kreuzung erzeugt. Oftmals werden in der Natur nicht vorkommende Inzuchtlinien erzwungen, um in der F1 gewünschte Eigenschaften hervorzubringen oder im Labor über die Verschmelzung artfremder Zellen und Zellkerne sogenannte CMS-Hybriden geschaffen. Letztere können in sich steril sein. [Quelle: www.saveourseeds.org/dossiers/cms-hybride.html]. Eine Vermehrung solcher Sorten ist entweder gar nicht möglich oder hat degenerierte Pflanzen zur Folge. Als Konsequenz hat Demeter bereits 2005 in seinen Richtlinien verfügt, dass CMS-Hybriden nicht mehr verwendet werden dürfen.

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Vielfalt im Gemüsebeet

Was bedeutet dies für den Eigenanbau?
Zugegebenermaßen bestechen die eine oder andere F1-Hybride durch ihre Eigenschaften. Will man diese Sorten jedoch langfristig kultivieren, ist man gezwunden jedes Jahr wieder neues Saatgut, das meist wesentlich teurer ist als von samenfesten Sorten, zu kaufen. Meist sind auch die Portionen in den Saatguttüten sehr klein, bei Tomaten bspw. oft nur 5 Korn.

Durch das große F1-Angebot werden traditionelle samenfeste Sorten verdrängt. Dabei geht ein großer Reichtum an Züchtungsarbeit und genetischer Ressourcen verloren. Für die Vielfalt auf unseren Gartenbeeten sind samenfeste Sorten die bessere Wahl.

 


Saatgut- und Pflanzguttausch haben eine lange Tradition
Über Selektion und Kreuzung wurden Jahrhunderte lang Nutzpflanzensorten in bäuerlichen Betrieben entwickelt, die durch Tausch weitergegeben wurden. Dadurch entstand eine riesige Vielfalt regionaler Sorten.

Im Zuge der Saatgutgesetzgebung und der damit zusammenhängenden Sortenzulassungen ist diese Tradition nur noch begrenzt erlaubt. Künftig könnten diese Regelungen sogar noch verschärft werden, sodass jedes Saat- und Pflanzgut erst amtlich zugelassen werden muss, um in irgendeiner Form weitergegeben werden zu dürfen.

art_samentuetchenDabei sind Kriterien für die Sortenzulassung beispielsweise Uniformität und Homogenität, was die alten Sorten oft nicht erfüllen können.  Ausprägungen auf Grund ihres Erbmaterials zeichnen alte Sorten aus, jedoch fallen sie damit für eine Sortenzulassung durch das Raster der homogenen modernen Industriesorten.

Wenn dieses Saatgut nicht mehr weitergegeben werden darf, wird automatisch auch der Anbau und die lebendige Weiterentwicklung der alten Sorten eingeschränkt. Es geht dadurch die genetische Vielfalt eines Jahrtausende alten Kulturerbes verloren. Dies wirkt sich nicht nur auf die Vielfalt in unseren Gärten, auf unseren Äckern und auf unseren Tellern aus.

Dieser Genpool ist gleichermaßen notwendig, um eine Nahrungsmittelversorgung auch unabhängig von der modernen Pflanzenzüchtung sicher zu stellen. Schließlich sind es die alten und samenfesten Nutzpflanzensorten, die sich an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen können.

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Permakultur im Winter

Permakultur schafft Lebensräume für ein nachhaltiges und dauerhaftes Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Wir erleben dies jeden Tag am Vogelhäuschen mit unseren Begleitern im winterlichen Garten – unsere Singvögel, die bei uns im Garten, in den Nachbarsgärten und im angrenzenden Schulgarten überwintern.

Am Futterhäuschen treffen sich natürlich die Spatzen und Amseln, ebenso das Rotkehlchen, Kohlmeise, Blaumeise, Sumpfmeise, Haubenmeise, der Dompfaff (Gimpel), der Buchfink- Mann, manchmal schaut auch der Distelfink und Kleiber vorbei. Vor ein paar Tagen war sogar ein Eichelhäher zu Besuch und hat unter dem Vogelhäuschen herumgepickt.

Mulchschicht für den Winter
Einige der Vögel freuen sich ganz besonders über unsere Gartenbeete, die im Herbst – Oktober und November – noch schön gemulcht wurden. Die Mulchschicht für den Winter ist eine Mischung aus Kompost, Grünschnitt und Laub über alle Hügelbeete, Hochbeete und auch auf den ebenerdigen Gartenbeeten. Besonders die Amseln als „Laubwender“ lieben es bei schneefreien Tagen im Mulch zu wühlen und nach Nahrung zu suchen.

Durch diese Mulchschicht kann sich der Boden erholen und die Bodenorganismen können an wärmeren Tagen weiterarbeiten. Der Regenwurm freut sich besonders über diese wärmende Mulchschicht. Die Regenwürmer sind teilweise noch ziemlich nah an der Erdoberfläche bei 5 bis 10 cm anzutreffen. Wir erkennen dies immer, wenn wir noch Pastinaken oder Gelbe Rüben aus dem Garten entnehmen. Mulchen gehört auch zu den Prinzipien der Permakultur: die Natur lässt ihren Boden nicht unbedeckt.

Die Gartenbeete sind momentan noch nicht durchgefroren, obwohl wir von 14. Januar bis 27. Januar 2013 durchgängig Minus-Grade hatten, bei Nachtfrösten bis zu minus 12 Grad. Die aufgetragene Mulchschicht wirkt wie eine schützende und wärmende Decke für den Boden.

Wir genießen die Ruhe des Winters, den schneebedeckten Garten und können dennoch den kommenden Frühling und wärmere Tagen kaum erwarten, damit wir im Garten wieder arbeiten dürfen.