Gerade erst neigt sich die Gartensaison 2018 dem Ende zu, schon befasst man sich gedanklich mit den Aussaaten für die kommende Saison. In diesem Sinne haben wir unsere Saatgutliste für die Saison 2019 zusammengestellt und es kann ab sofort bestellt werden.

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Alte ungarische Paprikasorte Saroksari

Neu im Sortiment: Paprika Saroksari

Neuzugänge in der Saatgutliste
Neben vielen beliebten Sorten, gibt es auch dieses Jahr wieder tolle Neuzugänge an alten und samenfesten Gemüsesorten. Neben den Ochsenherztomaten hat uns dieses Jahr bspw. die alte ungarische Paprikasorte Saroksari besonders überzeugt.

Weiterhin haben wir zum ersten Mal die Haferwurzel, eine uralte Kultursorte im Sortiment, die schon auf Grund ihrer wunderschönen Blüten im zweiten Kulturjahr begeistert.

Dabei sind außerdem die Aubergine Obsidian, die wir in diesem Jahr mit sehr gutem Erfolg vollsonnig im Topf kultiviert haben, und zwei neue Kürbissorten. Ebenso können wir verschiedene Kräuter und Blüten anbieten.

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Nachtrag zu unserem Artikel Einfach neue Beete anlegen – das Mulchbeet: So sieht das Mulchbeet nun nach der Ernte der Kartoffeln aus. Eine schöne krümelige und humose Erde. Über den Winter wird erneut eine Mulchschicht ausgebracht und für den kommenden Frühling ist ein neues Gemüsebeet bereit.

Und auch die Kartoffelernte kann sich sehen lassen, obwohl die Mulchschicht gar nicht so hoch und der Sommer sehr trocken gewesen ist.

 


Rekordsommer und Rekordernte
Neben Hitzerekorden hat uns der vergangene Sommer durch das warme Frühjahr und dem mediterran anmutenden Sommer vor allem bei wärmebedürftigen Gemüsen wie Tomaten, Paprika und Auberginen Rekordernten beschert. Sicherlich eine Rolle gespielt hat neben der Witterung auch unser neuer Folientunnel, ausgestattet mit bester Komposterdenmischung nach Hans Spezialrezepturen.

Solch schöne und gesunde Tomaten hatten wir schon seit Jahren nicht mehr ernten können. Allen voran unzählige große Ochsenherztomaten, von denen wir auch jetzt noch essen und verschenken können.

Ochsenherztomaten Sorten

Ochsenherztomaten Landshuter Riese, Olga und Orange Russian

Echte Ochsenherztomaten sind meist alte Sorten
Im Handel sind immer wieder Tomaten erhältlich, die als Ochsenherzen bezeichnet werden. Meist fehlt ihnen jedoch die typische Herzform und in der Regel handelt es sich um neuere Züchtungen von Fleischtomaten.

Betrachtet man unsere alten Ochsenherzsorten ist dies sogar nachvollziehbar. Die dünne Schale unserer Ochsenherzen erlaubt keine weiten Transportwege oder längere Lagerung. In kühlen Nächten können sie zudem aufplatzen. Nach der Ernte in voller Reife sollten sie gleich in den Kochtopf oder auf den Teller. Und auch die Größe ist recht uneinheitlich. So können an einer Tomatenpflanze durchaus Exemplare bis fast einem Kilo heranwachsen und andere schaffen es nur bis zu einigen 100 Gramm. Auch aus diesem Grund sind sie meist nur für die Vermarktung ab Hof oder über eine SoLaWi geeignet.
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Ochsenherztomate Orange Russian

Geschmacksrekorde
Doch wer diese Tomaten einmal gekostet hat, vor allem nach einem solchen Sonnensommer, wird sich für immer an ihren fruchtig-aromatischen und fein schmelzenden Geschmack erinnern.

Unsere absolute Favoritin ist dabei Orange Russian, die auch bei Verkostungen über alle Maßen gelobt wurde. Im Laufe des Oktobers werden die Sorten Landshuter Riese, Olga und Orange Russian wieder in unsere Saatgutliste aufgenommen. Für einen erfolgreichen Anbau ist jedoch zu beachten, dass sie im Gewächshaus oder Folientunnel am besten aufgehoben sind und sie für die Entwicklung der großen Herztomaten entsprechend Nährstoffe benötigen.

 


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Chili unter einem Insektenschutznetz, um Verkreuzungen mit einer anderen frei abblühenden Sorte zu vermeiden.

Selbstbefruchtende Gemüse benötigen weder Insekten noch Wind für eine Bestäubung. Dennoch finden manche Insekten, allen voran Hummeln, verschiedene Selbstbefruchter durchaus attraktiv.

Strenge und potentielle Selbstbefruchter
So kommt es beispielsweise bei Paprika und Chili, die grundsätzlich selbst- befruchtend sind, immer wieder durch Nektarsaugende und Pollensammelnde Insekten zu ungewollten Einkreuzungen.

Daher werden Selbstbefruchter in „strenge Selbstbefruchter“ und „potentielle Selbstbefruchter“ unterschieden. Zu letzteren gehören eben Paprika und Chili oder auch Auberginen.

Neben Gartenbohne und Salat zählten Tomaten lange Zeit zu den strengen Selbst- befruchtern und ein Anbau von verschiedenen Tomatensorten nebeneinander für die Saatgutgewinnung stellte in der Regel kein Problem dar. Auch schien das Interesse der Insekten an Tomatenblüten äußerst gering. In den letzten Jahren waren jedoch aus verschiedenen Regionen immer wieder Erfahrungsberichte von Verkreuzungen bei Tomaten zu lesen, die wohl vorrangig auf Hummeln zurückzuführen sind.

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Tomate Black Cherry

Wir vermehren seit vielen Jahren Tomaten und hatten bislang keinerlei Probleme mit Einkreuzungen. Doch dieses Jahr ist erstmals bei einigen wenigen Sorten eine Verkreuzung die einzige Erklärung für das veränderte Sortenbild. Es scheint als hätten Bestäuberinsekten die Tomate nach und nach für sich entdeckt. In der Geschichte des Paprikaanbaus war es ebenso: zu Anfang der Kultivierung von Paprika in Mitteleuropa kamen Verkreuzungen nicht vor, bis Insekten die zuvor fremde Paprika für sich als Nahrungsquelle entdeckten. Die geschlossene Blüte der Tomate hat sie wohl länger vor dem Einfluß der Insekten – vornehmlich der Hummel – geschützt. So ist nun anzunehmen, dass auch die Tomate von den „strengen Selbstbefruchtern“ näher an die „potentiellen Selbstbefruchter“ heranrückt.

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Sollte eigentlich eine Black Cherry sein: Eine Verkreuzung mit einer Blauschaligen Tomate ist anzunehmen.

Oft sind bei Verkreuzungen die Kreuzungspartner gut zu erkennen bzw. sind sie auf Grund der räumlichen Nähe möglicherweise zu identifizieren.

Allerdings sind solche Kreuzungen nicht samenfest. Schließlich handelt es sich um die erste Vermehrungsgeneration, die F1. Werden Samen solcher Pflanzen wieder angebaut, kommt es in der nächsten Generation, der F2, zu einer Aufspaltung. Pflanzen aus dieser zweiten Generation können für die Züchtung neuer Sorten ausgewählt werden und über mehrere Generationen auf ihre Sorteneigen- schaften selektiert werden.

Verkreuzungen bei Tomaten vermeiden
Um es den Hummeln – andere Insekten konnten wir an den Tomatenblüten nicht wahrnehmen – etwas schwerer zu machen, können verschiedene Vorkehrungen getroffen werden:

  • Tomaten in Gruppen anbauen, also beispielsweise eine Sorte auf der Terrasse in Töpfen, eine Sorte im Gartenbeet, eine Sorte im Folienhaus, usw.
  • Regelmäßiges Bewegen bzw. Schütteln der Blütentriebe, da Tomaten Vibrationsbestäuber sind und durch die Bewegung eine Befruchtung ausgelöst wird.
  • Besonders wichtig ist es ein vielseitiges anderweitiges Blühangebot zu schaffen. Tomatenblüten sind nicht unbedingt erste Wahl und viele Garten- und Wildblumen werden von Insekten als Nahrungspflanzen bevorzugt.

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Soll eine alte Tomatensorte dauerhaft erhalten werden, macht es Sinn Samen des Ursprungssaatguts zurückzuhalten, um für den Notfall die Sorte wieder neu anbauen zu können. Dabei können die zurück gelegten Samen alle paar Jahre erneuert werden, wenn bei neu geernteten Samen durch einen Anbau über zwei Jahre eine Verkreuzung auszuschließen ist. Samen von Tomaten sind mindestens fünf Jahre keimfähig.

Verkreuztes Saatgut und neue Sorten
Wir geben unser Saatgut ja auch weiter und falls Sie Tomaten aus unseren Samen gezogen haben, die nicht dem angegebenen Sortenbild entsprechen, freuen wir uns über eine Mitteilung. Es hilft uns verkreuzte Sorten zu identifizieren, da es sich oft ja nur um eine einzelne Frucht handelt die verkreuzt wurde und nicht um den gesamten Samenbestand. Nach Möglichkeit versuchen wir Ersatz zu bieten. Wer andererseits Interesse an verkreuztem Saatgut hat, um eine eigene Sorte zu entwickeln, kann sich ebenfalls gerne melden. Alle Anfragen richten Sie bitte an saatgut@garten-des-lebens.de.

 


Bei Neuanlagen von Gartenbeeten für den Gemüseanbau stellt sich immer die Frage, welche Methode am sinnvollsten ist. So können die Rasensoden abgestochen, umgedreht und mit Kompost versehen in ein Beet verwandelt werden. Sollen Pflanzen mit großem Wurzelballen verpflanzt werden, kann es auch notwenig sein die Rasensoden abzuheben. Bei einem verdichteten oder aus anderen Gründen schwierig zu bewirtschafteten Mutterboden können Hügelbeete eine sinnvolle Alternative darstellen. Zumal sie auch eine Humusanreicherung des ursprünglichen Bodens bewirken.

Die einfachste Methode – das Mulchbeet
All diese Methoden ein Beet anzulegen sind nicht nur mit Zeitaufwand und körperlichen Anstrengungen sondern auch mit einer Störung des Bodenlebens verbunden bzw. kann sich die Materialbeschaffung als schwierig erweisen.

Die einfachste und schnellste Methode ein neues Beet anzulegen ist das Mulchbeet. Im ersten Jahr der Anlage ist das Beet zwar nicht für alle Gemüsekulturen geeignet. Für eine langfristige Nutzung lassen sich jedoch auch größere Flächen einfach in einen fruchtbaren Gartenboden umwandeln.

mulchbeet3Wie funktioniert das Mulchbeet?
Zuerst werden auf der Grünlandfläche, die für die Gemüsebeete vorgesehen ist, unbedruckte Kartonagen ausgelegt. Sinnvoll sind je nach Kartonstärke doppelte, in jedem Fall überlappende Lagen.

Auf den Kartons wird Humus, Kompost, Mistkompost – was zur Verfügung steht – ausgebracht.

mulchbeet4Als Abdeckung wird eine dicke Schicht Mulch aus Stroh, Grasschnitt, Laub oder eine Kombination aus verschiedenen Mulchmaterialien darauf verteilt. Das ganze Beet wird im Anschluß gut eingegossen, dies auch unter Verwendung von EM (Effektive Mikroorganismen) im Gießwasser.

Das Mulchbeet könnte nun eine Sommer- und Wintersaison so liegen bleiben. Durch die Abdeckung, die verhindert dass Licht an den Unterboden gelangt, stirbt die ursprüngliche Vegetation ab und mit Hilfe der fleißigen Bodentierchen wird fruchtbarer Humus daraus.

Das Kartoffel- oder Gemüsemulchbeet
Bei einer Gartenneuanlage erfordert ein Jahr lang warten große Geduld. Mit einigen Gemüssorten lassen sich Mulchbeete jedoch sofort bepflanzen.

Eine Variante ist das Kartoffelmulchbeet. Hierbei werden auf die Kartonagen vorgetriebene Kartoffeln ausgelegt und mit Kompost und / oder verrottetem Mist bedeckt und mit einer dicken Strohschicht abgedeckt. Auch hier wird gut eingegossen. Durch die aufgeweichten Kartons können die Kartoffeln bald Wurzeln in den Unterboden ziehen. Die Knollen für die Ernte werden oberhalb der Saatkartoffel in der aufgebrachten Substratschicht gebildet. Auch wenn die Ernte nicht so üppig ausfällt wie in einem herkömmlichen Kartoffelbeet überwiegt der Zweifachnutzen. Schließlich deckt das Kartoffelkraut die Fläche zusätzlich ab und der Kartoffelanbau sorgt für eine krümelige Bodenstruktur.

mulchbeet5Gemüsesorten wir Kürbisse und Zucchini lassen sich gut für ein Gemüsemulch-
beet
nutzen. Die Vorbereitung entspricht dem Kartoffelmulchbeet, wobei die Mulchschicht nicht so hoch sein muss. Für das Einsetzen der vorgezogenen Pflanzen werden an der jeweiligen Pflanzstelle Löcher in die Kartons gerissen, damit die Gemüsepflanzen schneller einwurzeln können.

Auch Kürbisse tragen mit ihrem rankenden Grün dazu bei, die Fläche abzudecken und Unterbewuchs zu vermeiden.

Gute Erfahrungen haben wir bereits mit Gemüsemischkulturen im frischen Mulchbeet machen können. So können Stangenbohnen und / oder Mais Kürbispartner sein. Im Kartoffelbeet säen wir Begleitpflanzen wie Koriander oder Mohn zwischen die Reihen. In unserer zuletzt angelegten Mulchbeetfläche sind Kartoffeln, Kürbisse, Stangenbohnen, Zucchini und Freilandpaprika mit gutem Erfolg gepflanzt. Dazwischen suchen sich mit dem Kompost mitgebrachte Pflanzen wie die Mariendistel ihren Platz. Bei einer Kombination mit Paprika ist auf eine gute Bodenabdeckung durch die Mulchschicht zu achten und ebenso dürfen die Kürbisse die Paprika nicht beeinträchigen.